My 2 cents:
Letztendlich ist es doch recht simpel, die (Pool-)Billard Szene wird weiter schrumpfen, da einfach die Impulse für Erneuerung und Wachstum fehlen. Da mögen träge Verbände und Funktionäre eine starke Unterstützung (des Rückgangs) sein, aber nicht der Ursprung des Problems. Um aus der Szene selbst heraus Impulse zu erzeugen müssten Vereine, die in größeren öffentlichen Lokalen spielen dort regelmäßig Showkämpfe mit richtig guten Spielern und guter Atmosphäre schaffen, um die jungen "lass uns zum Bier doch ne Runde Billard spielen"-Fans zu begeistern und motivieren. Für realistisch halte ich dies jedoch nicht und da die meisten Vereine eher so in ihrem Vereinsheim vor sich hinspielen und Spaß haben (was total ok und vernünftig ist), fehlt mir hier die Phantasie, wie es anders laufen sollte. Genug Kinder werden wir wohl nicht bekommen und zum Billard bringen, um alte Mitgliederahlen wieder zu erreichen.
Die eigentlich starken Impulse und die die auch heute vermutlich noch funktionieren würden wären bzw. waren
1. Ein richtig guter Film / eine Serie, bei der es um Billard geht. Mit charismatischen Darstellern und einer guten Geschichte drumherum. Der stärkste Mitgliederzuwachs folgte in meiner Erinnerung der "Farbe des Geldes". Poolhall Junkies kam da nicht ran, war aber ebenfalls positiv.
2. Fernsehübertragungen! Das könnte ein Gamechanger sein. Wenn häufiger gute Spiele gezeigt würden, gäbe es evtl. auch mehr Interesse, ggf. Identifikation mit guten deutschen Spielern und Geld für Turniere. Wer das nicht glaubt kann mal in der Historie der Tennisclubs nach den Effekten von Boris Becker und Steffi Graf suchen. Das war in meinen Augen ein gigantischer Effekt und eine Kombination aus Präsenz in den Medien, eigener Identifikation und der Erkenntnis, dass man damit ja vielleicht auch Geld verdienen könnte, falls man Talent entdeckt. Auch Snooker hätte sich in den letzten 20 Jahre ohne Eurosport und andere Fernsehübertragungen anders entwickelt...
Ohne mindestens einer dieser "externen" Impulse (falls nicht irgendwer sehr außergewöhnliche Connections zu Film & Fernsehen hat) wird es mit den Mitgliederzahlen vermutlich weiter bergab gehen.
Wenn da mal wieder mehr Interesse und positive Entwicklung an Mitgliederzahlen käme, würde eine Professionalisierung der Verbände und des Sports allgemein (angefangen mit irgendeiner Art von halbwegs verlässlicher Spielklassenzuordnung und weniger "mit dem lieber nicht, dass spiele ich lieber Kreisklasse") sicherlich einen Aufschwung stützen und stabilisieren, aber...
Tja, sieht nicht rosig aus und es gibt wenig, was man aus meiner Sicht persönlich beitragen kann. Ich freue mich aber trotzdem auf die Spieltage am nächsten Wochenende!
