Billard-(Sport)-Psychologie

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Oleg07
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Re: Billard-(Sport)-Psychologie

Beitrag von Oleg07 »

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joshua70
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Re: Billard-(Sport)-Psychologie

Beitrag von joshua70 »

tintin hat geschrieben: 24.02.26 12:02 (...)

Das eigene Können einschätzen, sich an den gelungenen Aktionen erfreuen und seiner Möglichkeiten entsprechend am Tisch agieren. Das sind die Grundlagen an denen man sein Spiel nach und nach verbessern kann. Wobei, gerade das sich verbessern ist für einige leider so eine eigene Schwierigkeit.
100%!!! Das bestmögliche seines Könnens abrufen und alles abstellen, was das mIndert. Man muß nicht auf jeden Ball 90% haben. Aber es sind die beschissen, die sich nicht zu helfen wissen. Und es gibt so viele kleine, vermeintlich unwichtige Details und Dinge, die nicht "männlich" sind, die den Unterschied ausmachen. Wer wollte konnte es gestern im Finale Filler gegen Gorst sehen. Das waren Kleinigkeiten, die den ersten Satz gekostet haben und dann zwei zu null Klatschen anschließend gebracht haben. Druck hat jeder, es macht aber einen Unterschied, wie man damit umgehen kann. Routinen und Gewohnheiten helfen Variablen zu verringern. Und je weniger Variablen es gibt, desto mehr Energie hat man fürs Wesentliche- gilt übrigens überall im Leben.
Alles eine Frage des Glaubens. Ich glaube... ich nehm noch n Bier...
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treffgarnix
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Re: Billard-(Sport)-Psychologie

Beitrag von treffgarnix »

OscarTheFish(p@k) hat geschrieben: 03.02.26 13:08 Die mentale Seite des Sports - auch des Billards - wird allzu gern vernachlässigt. Der Fokus liegt meist auf der Technik und beim Billard z.B. auch auf der Selektion des eigenen Materials.

Matcherfahrene Spieler (ob mit Anleitung oder durch eigene Feststellungen) werden registrieren, dass es einige Marker gibt, an den man als Spieler oder als Zuschauer registrieren kann, wer selbstbewusster und damit dominanter im Spiel auftritt.

Ein weniger offensichtlicher Marker ist z.B. das Spieltempo. Der selbstsichere Spieler neigt eher dazu, sein Tempo am Tisch zu etablieren, während der vorsichtigere sich vorzugsweise an die Spielweise des anderen anpasst. Das zeigt sich besonders, wenn die Diskrepanz der psychologischen Rollenverteilung deutlich (wahrnehmbar) ist. Weniger erfahrene Spieler sind hektischer und zappeliger am Tisch und haben weniger stabile Routinen für die Vorbereitung auf den nächsten Stoß (Fokus, Konzentration). Passt sich dieser an die fokussierte Spielweise des Erfahrenen und technisch Versierten an, kann er der schwächere Spieler innerhalb der Partie bessere Leistungen am Tisch zeigen, weil er am Modell des Erfahreneren schnell lernt (zumindest vorübergehend) und dazu neigt, ihn zu imitieren. Der dominantere Spieler konzentriert sich mehr auf sich und baut sein Wohlfühltempo auf. Ausgeglichene Spielniveaus fördern das vorsichtigere Abtasten.

Meiner Beobachtung nach spielen weniger strukturierte Spieler auch schlechter gegen schlechte Gegner und können durchaus deutlich besser werden, wenn sie mit einem erfahrenen Spieler am Tisch spielen. Das ist u.a. der Grund, warum es so wichtig ist, deutlich bessere Spielpartner zu wählen, um beschleunigter Fortschritte machen zu können. Für starke Spieler kann es zwischendurch erholsam sein, einen schwächeren Aufbaugegner zu haben, um ein angeschrammtes Selbstbewusstsein wieder zu glätten oder andere Strategien bzw. höhere Risiken im Spielverlauf einzugehen, um diese in der geschützten Praxis zu prüfen.

In der Matchpraxis kann dieses Phänomen (der Anpassung des schwächeren Spielers an den stärkeren) dazu führen, dass ein schwächerer überraschend gewinnen kann. Um das zu verhindern, kann man dazu übergehen, als erfahrenerer Spieler das Tempo taktisch zu verändern, um den Gegner aus dem Rhythmus zu bringen. Bei Spielern, die regelmäßig stark anfangen und ab einer gewissen Zeit deutlich nachlassen (Konzentration etc.), kann man z.B. langsam und "kompliziert" (mit zahlreichen Aufnahmewechseln) spielen, sodass man mit Geduld den Schwierigkeitsgrad für sich im Verlauf zum Vorteil senken kann.
Der geschulte und differenziert denkende Spieler kann aber den anfangs beschriebenen Dominanzvorteil in der Tempovorgabe nutzen, um den talentierten, jedoch weniger erfahrenen Spieler aus dem Rhythmus zu bringen.

Gibt es im Forum einschlägige anekdotische Berichte, die das stützen oder wiederlegen? Ich rege zu einem Austausch über psychologisch Tricks, die in der Praxis ein Spiel in die eigene Richtung lenken können, an.
In unserem Verein fand vor 2 Jahren mal eine Yogaveranstaltung statt mit dem Ziel, den mentalen Fokus zu stärken. Wems hilft.. :lac: :lac: :lac: :lac: :lac:
Als Einstein Examina abnahm, fragte ihn einmal ein Student: "Sie stellen in diesem Semester ja genau die gleichen Fragen wie beim letzten Mal." Darauf Einstein: "Das ist wahr. Nur die Antworten sind diesmal anders."
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Re: Billard-(Sport)-Psychologie

Beitrag von OscarTheFish(p@k) »

Mit entsprechendem ADHS und nicht stets aktivierbarem Hyperfokus ist man über jede Maßnahme dankbar, sofern sie denn positive Wirkung erzielt. Meditation im Allgemeinen halte ich sogar für sehr hilfreich. Bei innerer Unruhe und äußerer Reizüberflutung ist das jedoch schwer zu initiieren.
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Re: Billard-(Sport)-Psychologie

Beitrag von chrislill »

Hallo zusammen und passend zum Thema, dass mich seit langer Zeit beschäftigt:

mein Name ist Christian Lill-Rastern, ich komme aus Innsbruck und bin seit vielen Jahren im Pool-Billard aktiv – unter anderem als ausgebildeter Pool-Billard-Instruktor und österreichischer Oberschiedsrichter. Im Rahmen meiner Bachelorarbeit am Institut für Psychologie der Universität Innsbruck beschäftige ich mich mit der Frage, welche neurokognitiven Fähigkeiten mit Leistung im Pool-Billard zusammenhängen.

Dazu habe ich einen Online-Test entwickelt, der speziell auf Pool-Billard-Spielerinnen und -Spieler zugeschnitten ist. Der Test untersucht unter anderem Aufgaben aus den Bereichen mentale Rotation, intuitive Physik, räumliche Vorhersage und billardnahe Wahrnehmungsleistungen.

Die zentrale Idee dahinter ist, dass Pool-Billard nicht nur Technik, Training und Erfahrung erfordert, sondern auch bestimmte kognitive Fähigkeiten: räumliches Vorstellungsvermögen, das Einschätzen von Ballwegen, die Vorhersage verdeckter Bewegungen und die Fähigkeit, Spielsituationen mental zu simulieren.

Meine Haupt-Hypothesen sind:

Spielstärkere Pool-Billard-Spielerinnen und -Spieler schneiden in bestimmten räumlich-kognitiven Aufgaben besser ab als weniger erfahrene oder weniger erfolgreiche Spieler.
Billardnahe Aufgaben, also Aufgaben mit Tischen, Kugeln und Bewegungsbahnen, könnten besonders gut mit tatsächlicher Billardleistung zusammenhängen.
Mögliche Unterschiede zwischen Spielergruppen – etwa nach Leistungsniveau, Erfahrung oder Geschlecht – könnten teilweise durch Unterschiede in räumlicher Vorstellung, mentaler Rotation oder intuitiver Physik erklärbar sein.

Die Teilnahme dauert ungefähr 15 bis 20 Minuten. Der Test sollte im besten Fall vollständig abgeschlossen werden, damit die Daten sinnvoll ausgewertet werden können. Eine kurze Unterbrechung ist möglich; Pausen von bis zu etwa 30 Minuten sollten in der Regel kein Problem sein. Bei sehr langen Unterbrechungen kann es aber passieren, dass die Sitzung abbricht.

Die Teilnahme ist anonym. Wer möchte, kann am Ende freiwillig eine E-Mail-Adresse hinterlegen. Diese wird vertraulich behandelt und nur dazu verwendet, bei Interesse später individuelle oder zusammenfassende Ergebnisse zu teilen. Natürlich werde ich auch die Gesamtergebnisse der Studie dem Forum zur Verfügung stellen, sobald die Auswertung abgeschlossen ist.

Ich würde mich sehr freuen, wenn möglichst viele Spielerinnen und Spieler teilnehmen – egal ob Anfänger, Vereinsspieler, Ligaspieler oder Spitzenspieler. Je breiter die Teilnahme, desto besser lässt sich später auswerten, welche Fähigkeiten im Pool-Billard tatsächlich eine Rolle spielen.

Hier geht es zum Test:

Deutsche Version:
https://j3.ideenweberei.com/billardtest

Englische Version:
https://j3.ideenweberei.com/billardtest-en

Vielen Dank für eure Unterstützung und gerne auch für Rückmeldungen oder Diskussionen hier im Forum.

Beste Grüße
Christian Lill-Rastern
Pool-Billard-Instruktor aus Innsbruck
Bachelorstudium Psychologie, Universität Innsbruck
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