Konstante Leistung abrufen

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Re: Konstante Leistung abrufen

Beitrag von Billard-Praxis »

Aussagen sinngemäß von Earl zum Match:

Ich war froh, dass Busti nicht am Anfang der Partie mit 8 oder 9 zu Null in Führung gegangen ist.
Ich wollte schon immer nach einem Sieg auf den Tisch springen nur waren jedes Mal die Lampen im Weg.
Du Efren, bist sowieso der Beste und du (zu Bustl) wirst auch noch Weltmeister werden.
Ober, bitte eine Magnum Flasche Taittinger - und dabei blieb es nicht.

:lol:
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Re: Konstante Leistung abrufen

Beitrag von Billard-Praxis »

Francisco erhielt in diesen Tagen für mich das größte Lob dass ich je gehört habe:

"Von dem könnte ich mir noch 200 Spiele ansehen" mit der Ergänzung dass keiner
so geschmeidig wie Busti spielt.

Von einer Zuschauerin aus D.
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Re: Konstante Leistung abrufen

Beitrag von Tom6147 »

Ist zwar schon etwas älter, aber hier auch mal meinen Senf dazu.
Kurz zu mir.
Ich habe mit dem Billard direkt nach ende meines Grundwehrdienstes Anfang der 90er mit dem Billard angefangen.
Ich habe nach dem Wehrdienst keinen Job gefunden (Meine Firma in der ich gelernt hatte, ist in der Zeit damals Pleite gegangen) und war damals rund ein Jahr Arbeitslos und wusste nichts besseres mit meiner Zeit anzufangen. (Internet war noch nicht so und im Fersehen lief damals auch nur Müll)
In dem Billard-Cafe meines Vertrauens gab es auch so ein Angebot, dass man für 100,- DM einen ganzen Monat solange Spielen kann wie man will.
Das habe ich natürlich ausgenutzt und bin dann meisstens morgens um 10 Uhr hin, wenn der Laden aufgemacht hat, und dann Abends meisstens kurz vor Toreschluss um 01:00 oder Wochenends auch 02:00 Uhr wieder nach Hause.
Innerhalb eines knappen Jahres habe ich meinen Spiel-Skill sehr deutlich gesteigert. 14.1 im Ligaspiel waren gerne mal Aufnahmen von 30 oder mehr Kugeln drin. Im Training habe ich es sogar geschafft die Aufnahmen nach und nach auf bis zu meinem Lifetime Rekord von 139 Bällen zu steigern.
Ich habe dann irgendwann einen Job gefunden und hatte nur noch Sporadisch Zeit und Lust für Billard und habe dann so 6 oder 7 Jahre eher nebenher in der einen oder anderen Liga gespielt. Irgendwann hat sich dann auch der Verein aufgelöst und hatte keine Lust mir was anderes zu suchen.
Ich habe dann 25 Jahre überhaupt nicht mehr gespielt und Billard komplett an den Nagel gehangen.
Nach Corona habe ich Lust gehabt wieder mehr unter Leute zu gehen und habe vor etwas mehr als 3 Jahren wieder mit dem Billard angefangen.
Seitdem versuche ich wieder auf das alte Niveau zurückzukommen.
Ich stehe natürlich mitten im Arbeitsleben und habe nicht mehr die Zeit und den Kopf für Billard wie früher.
Auch meine Augen sind schlechter geworden und das Muskelgedächtnis war nach 25 Jahren auch nicht mehr da.
Ich Investiere soviel Zeit ins Billard wie körperlich und zeitlich möglich und ich werde (sehr) langsam besser.
Nach rund 3 Jahren bin ich immerhin wieder soweit auch mal Aufnahmen von 20+ im 14.1 zu schaffen. Nicht mehr so regelmässig wie früher, aber naja.
Ich bemerke auch sehr oft, dass ich aktuell sehr starke Unterschiede von guten und schlechten Tage habe. An manchen Tagen bin ich regelrecht Unbesiegbar und am nächsten reicht es nur für ein 8Ball mit 3 Aufnahmen.
Ich mache dafür in erster Linie die altersbedingen Veränderungen verantwortlich. Nicht so sachen wie Rücken,Augen und so weiter. Eher kognitive Veränderungen und allgemeine Altersprozesse.

Ein Unterschied zu früher (neben den körperlichen Altersbedingten) ist definitiv die Konzentrationsfähigkeit. Ganz zu Anfang vor 3 Jahren habe ich es kaum mehr als eine Stunde geschafft wirklich konzentriert zu Spielen. Mittlerweile sind es 3 bis 4 Stunden, bevor ich abbaue.

Auch ein Unterschied ist die Begeisterungsfähigkeit die deutlich abgnommen hat. Früher hat jeder einzelne Ball den ich versenkt habe, jede Ablage die auf den Punkt gekommen ist ein kleines Feuerwerk an positiven Emotionen verursacht. Heute ist das sehr deutlich abgeflacht. Billard selbst macht immer noch viel Spass, aber es ist nicht mehr so wie früher.
Von dem brennenden Ehrgeiz in Jungen Jahren erst gar nicht zu reden...

Definitiv ein Unterschied ist die Kraft der Visuallisierung oder der Vorstellungskraft. Früher habe ich regelrecht eine Linie zwischen der Weissen und der zu spielenden Kugel auf dem Tisch gesehen. Diese Linie war so genau, dass ich die Weisse nur noch entlang dieser Linie Spielen musste um den Ball zu senken. (Ich hatte das tatsächlich sogar recht ausführlich getestet inwieweit ich dieser "Linie" vertrauen kann.)
Trotz aller meiner Bemühungen, sehe ich diese Linie nicht mehr. Für mich ist das ein Zeichen, dass meine Konzentrationsfähigkeit und Vorstellungskraft deutlich abgenommen hat.

Ich bin auch nicht sicher inwieweit die Stossmechanik massgebilch in meinem Spiel ist. Ich Trainiere gerne und verhältnismässig oft, den sogenannten X-Drill, in dem ein Ball sehr weit entfernt und gerade aufgebaut wird und mit Lauf-, Stopp- oder als Rückläufer gespielt wird. Ich habe da mittlerweile eine gute Technik und eine gute Pre-Shot Routine aufgebaut. (Bei entsprechenden Trainings mit The Stroke gabe es nur noch kleinste Details daran zu verbessern.)
Bei diesen übungen ist mir aufgefallen, dass wenn ich im normalen Spiel einen "guten Tag" habe, dies nicht gleichzeitig und zwangsläufig auf die X-Drills zutrifft. Andersrum genauso. Ein guter Tag bei den X-Drill bedeutet nicht zwangsläufig ein gutes Resultat im normalen Spiel.

Ein weitere Punkt ist der Spielfokus. Früher konnte passieren was wollte, ich habe meinen Fokus nicht verloren.
Heute reicht es, wenn jemand einen Tisch weiter jemand etwas sagt, oder einfach hinter mir vorbeigeht, um mich signifikant "zu stören" und meine Konzentration und die Fokussierung zu verringern.
Ich halte das aktuell für mein grösstes Problem, da ich im Training ohne äussere Einflüsse mehr als deutlich bessere Ergebnisse abliefern kann, als wenn jemand mit im Raum ist.
Ich glaube diesen Effekt nennt man "Trainingsweltmeister".

Ich weiss nicht ob diese ganzen Ausführungen die Frage des Treaderstellers direkt beantworten, aber zumindest für mich als "Sensior" mit 53 Jahren dürften sie dem Grund für die starken Schwankungen darstellen.
Ich glaube es kommt dann auf die Kombination von diesen einzelnen Einschränkungen an. Manche Tage hat man eine gute Konzentrationsfähigkeit, aber eine schlechte Vorstellungskraft und am nächsten anders rum, oder keine, oder beide. Dazu kommen noch körperliche Dinge die den einen Tag stärker oder leichter ausgeprägt sind. und und und..

Abschliessend noch : Sorry für den langen Beitrag ;-)
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Re: Konstante Leistung abrufen

Beitrag von treffgarnix »

Mit meinen 58 Jahren kann ich das vollständig nachvollziehen, weil es mir da genauso geht in meiner aktuellen Situation. Wobei meine Billardvergangenheit deutlich weniger mit guten Leistungen zu tun hatte, eher ist Billard seit meiner Jugend etwas, das mich immer wieder faszinierte und auch heute noch fasziniert.

Den Aspekt mit der Visualisierung finde ich dabei höchst interessant. Ich hatte noch nie eine klare Linie gesehen, also bei der Stoßvorbereitung, aber ich hab für mich ganz klar 'zigmal erfahren, dass die möglichst detallierte Visualisation vielleicht sogar der dominanteste Faktor ist, wenn es um das Lochen und die richtige Stellung geht.

Auch wenn ich mir keine Linie vorstellen kann, dann eher den Ghostball. Aber nun zu meiner Frage: Gibt es außer der Methode des ständigen Wiederholens eine andere Möglichkeit, die Visualisierung des Ghostballs oder auch einer Linie systematisch zu optimieren? Es passiert mir sehr häufig, dass ich genau die Kugeln nicht loche, bei denen ich mir den Ghostball oder eine "Linie" nicht richtig visualisieren kann. Und andererseits loche ich dann immer wieder sehr schwierige Kugeln, oder schaffe es genau den perfekten Laufweg zu erzielen, den ich mir vorstellte. Dieses Thema macht mich manchmal kirre. Was das Lochen angeht, habe ich weder mit sehr kleinen noch mit sehr großen Winkeln diese Probleme, das sind eher die Winkel grob zwischen 30 und 60 Grad. Aber eben auch nur sporadisch. Hat da jemand einen guten Tipp wie ich das gezielt trainieren kann?
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Re: Konstante Leistung abrufen

Beitrag von joshua70 »

Du suchst den entferntesten Punkt des Objektballs zum Loch- also vom Loch aus gesehen, die Austrittsstelle der Lochlinie auf dem Objektball. Das ist der virtuelle Kontaktpunkt zwischen Ghostball und Objektball.
Dann suchst Du den zum gewünschten Loch naheliegendsten Punkt auf der Weissen.
Verbindet man Punkt 1 und Punkt 2 miteinander (Queue auf diese Linie legen hilft bei der Visualisierung), hat man die Linie, die man dann so lange parallel verschiebt, bis die Linie durch die Mitte der Weissen geht- das ist dann die Schußlinie. Anfangs das Queue zuhilfe zu nehmen, erleichtert das Programmieren im Unterbewußtsein.

Mit CTE geht das auch, aber das zu erklären ist extrem verwirrend. Selbst mit praktischem Zeigen ist das schon kompliziert.
Die Basis ist relativ einfach:
Einen 30° Ball zielst Du durch die Mitte der Weissen auf den von Dir aus (in Sichtlinie stehend) äußersten sichtbaren Punkt des Objektballs (Edge). Das gilt für Bälle ohne Throw. Bei entsprechender Wirkung oder Stärke muß man natürlich anpassen. Es kostet aber Überwindung, weil man beim Gespräch zwischen Hirn und Unterbewußtsein letzteres stillschalten muß- zumindest eine Zeit lang. Letztlich geht es natürlich nur ums Unterbewußtsein und wie man es am besten programmiert.

Aber wie bei jedem strukturellen Muster kann das nur eine Ideengrundlage sein, wie man sich dem Thema annähert. Der dann funktionierende Weg für einen selbst kann in der Herangehensweise massiv abweichen. Das ist aber bumsegal, solange er funktioniert. Und letztlich geht es darum a) die eigenen Schwächen zu erkennen und akzeptieren und b) Lösungen zu finden.
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Re: Konstante Leistung abrufen

Beitrag von Oleg07 »

Bei mir fehlt es auch oft an Motivation oder ich habe nach dem Billard schlechte Laune.

Es kommt aber auch sehr auf meine geistige und seelische Tagesform an, mit wem ich spiele oder wie sehr oder wie wenig ich mich gestört fühle von Stimmen, Geräusche und Verhaltensweisen.
Auch gibt es Menschen im Club, die ich aus Gründen nur schwer ertragen kann.

Zum Billardspiel gilt für mich, dass ich sehr ungern verliere oder schlecht spiele. Ich bin mir aber auch einer unterschiedlichen Tagesform und Phasen im Spiel bewusst und habe die Geduld, auf die guten Phasen zuwarten.
Natürlich kommt es auch immer direkt und indirekt auf das Spiel des Gegners an. Macht dieser mehr oder entscheidende Fehler mit guter Position danach, relativiert sich natürlich vieles. Aber auch dessen bin ich mir bewusst. Ich bewerte meine Leistung grundsätzlicher auch an der Leistung meines Gegners.

Ich würde aber niemals ein Streber im Billard werden oder minutenlang Stöße berechnen und irgend welche Trainingsbücher abarbeiten. Da spiele ich lieber weniger wie eine Maschine oder verliere gegen diese verbissenen "Schachspieler".
Ich war schon immer ein Bauch-Kopf Spieler und das wird auch so bleiben.

Auch habe ich zum Holz OT (IQ Infinity) zurück gewechselt um es einfach wieder zu spüren... Tatsächlich spielt es sich, gut eingesetzt, fast wirkungsfreudiger als ein Carbon Stäbchen bei identischen LD Eigenschaften. IQ hat da wohl noch einiges verbessert...

So Spiele mit Mehreren, finde ich im Pool Billard richtig schlimm.
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Re: Konstante Leistung abrufen

Beitrag von joshua70 »

Oleg07 hat geschrieben: 06.05.26 12:17 (...)

Es kommt aber auch sehr auf meine geistige und seelische Tagesform an, mit wem ich spiele oder wie sehr oder wie wenig ich mich gestört fühle von Stimmen, Geräusche und Verhaltensweisen.
Auch gibt es Menschen im Club, die ich aus Gründen nur schwer ertragen kann.

(...)
Das hat mich auch immer angekäst. Ich habe mitunter 60km einfache Fahrt auf mich genommen, um Billard zu spielen und hab dann Probleme gehabt, weil mein Gefühl nicht da war. Ab da begann ich mehr Struktur zu integrieren. Das hat die Tiefen abgemildert und die KOnstanz gefördert, weil ich weniger vom Gefühl abhängig war, das doch ne ziemliche ***** ist.

Aber letztlich bestimmt jeder für sich, was er bereit ist zu investieren- es ist ja immer noch ein Hobby. Schwierig wird es für mich immer erst dann, wenn jemand nichts (oder nicht das Richtige) tut und dann die eigene Unzufriedenheit auf andere überträgt.
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Re: Konstante Leistung abrufen

Beitrag von Billard-Praxis »

Oleg07 hat geschrieben: 06.05.26 12:17 Bei mir fehlt es auch oft an Motivation oder ich habe nach dem Billard schlechte Laune.

Es kommt aber auch sehr auf meine geistige und seelische Tagesform an, mit wem ich spiele oder wie sehr oder wie wenig ich mich gestört fühle von Stimmen, Geräusche und Verhaltensweisen.
Auch gibt es Menschen im Club, die ich aus Gründen nur schwer ertragen kann.

Zum Billardspiel gilt für mich, dass ich sehr ungern verliere oder schlecht spiele. Ich bin mir aber auch einer unterschiedlichen Tagesform und Phasen im Spiel bewusst und habe die Geduld, auf die guten Phasen zuwarten.
Natürlich kommt es auch immer direkt und indirekt auf das Spiel des Gegners an. Macht dieser mehr oder entscheidende Fehler mit guter Position danach, relativiert sich natürlich vieles. Aber auch dessen bin ich mir bewusst. Ich bewerte meine Leistung grundsätzlicher auch an der Leistung meines Gegners.

Ich würde aber niemals ein Streber im Billard werden oder minutenlang Stöße berechnen und irgend welche Trainingsbücher abarbeiten. Da spiele ich lieber weniger wie eine Maschine oder verliere gegen diese verbissenen "Schachspieler".
Ich war schon immer ein Bauch-Kopf Spieler und das wird auch so bleiben.

Auch habe ich zum Holz OT (IQ Infinity) zurück gewechselt um es einfach wieder zu spüren... Tatsächlich spielt es sich, gut eingesetzt, fast wirkungsfreudiger als ein Carbon Stäbchen bei identischen LD Eigenschaften. IQ hat da wohl noch einiges verbessert...

So Spiele mit Mehreren, finde ich im Pool Billard richtig schlimm.
Hallo Oleg07,

Ich bin Meucci Spieler mit manchen Ausflügen ansonsten hat du mich ebenfalls erschreckend gut mit skizziert. Danke!!!

VG
Hansi.
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Re: Konstante Leistung abrufen

Beitrag von Billard-Praxis »

Gerade wollte ich 5 Points an Oleg anheften. Das wurde mir verwehrt wegen "Banned User"

Wieso, Weshalb, Warum?
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Re: Konstante Leistung abrufen

Beitrag von OscarTheFish(p@k) »

Billard-Praxis hat geschrieben: 09.05.26 07:42 Gerade wollte ich 5 Points an Oleg anheften. Das wurde mir verwehrt wegen "Banned User"

Wieso, Weshalb, Warum?
Finde ich auch verwunderlich. Er hat frischen Schwung, Interesse und Laune in das Brett gebracht. Ich bin dahingehend Utopist, dass ich die Entwicklung eines Forums nicht als Singularitätsprozess erachte.
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Re: Konstante Leistung abrufen

Beitrag von Billard-Praxis »

Verwunderlich Oscar !???

Und was sagt DoubleDave dazu?
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Re: Konstante Leistung abrufen

Beitrag von treffgarnix »

Oleg07 ist vom Forum ausgeschlossen worden? Wie kam das? Wer weiß was dazu?
Als Einstein Examina abnahm, fragte ihn einmal ein Student: "Sie stellen in diesem Semester ja genau die gleichen Fragen wie beim letzten Mal." Darauf Einstein: "Das ist wahr. Nur die Antworten sind diesmal anders."
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Re: Konstante Leistung abrufen

Beitrag von treffgarnix »

OscarTheFish(p@k) hat geschrieben: 10.05.26 11:29
Billard-Praxis hat geschrieben: 09.05.26 07:42 Gerade wollte ich 5 Points an Oleg anheften. Das wurde mir verwehrt wegen "Banned User"

Wieso, Weshalb, Warum?
Finde ich auch verwunderlich. Er hat frischen Schwung, Interesse und Laune in das Brett gebracht. Ich bin dahingehend Utopist, dass ich die Entwicklung eines Forums nicht als Singularitätsprozess erachte.
Es gab ne Zeit da war er meiner Meinung nach ziemlich auf Konfrontation aus, aber zuletzt eher nicht.
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Re: Konstante Leistung abrufen

Beitrag von chrislill »

Ich würde empfehlen, sich intensiver mit dem sogenannten **Flow State** auseinanderzusetzen – also jenem Zustand, in dem man das Gefühl hat, dass alles wie von selbst läuft: Stoßrhythmus, Stellungsspiel, Entscheidungen und Ausführung greifen ineinander, ohne dass man jeden einzelnen Schritt bewusst erzwingen muss.

Vermutlich ist genau dieses Erleben einer der Gründe, warum viele Menschen Billard spielen. Man ist völlig im Spiel, nimmt den Tisch klar wahr, erkennt Muster schneller und hat das Gefühl, mit der Weißen fast selbstverständlich zur nächsten Position zu kommen.

Bis zu einem gewissen Grad lässt sich dieser Zustand trainieren oder zumindest begünstigen. Besonders hilfreich sind Übungen, bei denen nicht komplizierte Einzelsituationen im Vordergrund stehen, sondern bekannte Spielroutinen, Rhythmus, Tempo- und Stellungskontrolle. Gleichzeitig ist es wichtig, mental darauf vorbereitet zu sein, dass man auch ohne Flow gutes Billard spielen kann. Ein starkes Spiel darf nicht davon abhängen, ob sich gerade dieses besondere Gefühl einstellt. Solide Technik, klare Routinen, saubere Entscheidungsprozesse und kontrolliertes Stellungsspiel müssen auch dann abrufbar sein, wenn es sich gerade nicht leicht oder „magisch“ anfühlt. Das macht vielleicht weniger Spaß, ist aber oft entscheidend für konstanten Erfolg.

Der Flow State hängt außerdem eng mit Aktivierung, Konzentration, emotionalem Zustand und vermutlich auch mit hormonellen und neurophysiologischen Prozessen zusammen. Man kann ihn daher nicht beliebig erzwingen. Eher sollte man ihn als begrenzte Ressource verstehen, die durch passende Trainingsbedingungen, Erholung, mentale Frische und Vertrauen in die eigene Technik begünstigt wird.

Eine klassische Übung, um in einen guten Spielrhythmus zu kommen, ist folgende:

Lege **15 Kugeln offen auf den Tisch**. Alle Kugeln sollten mindestens etwa **zwei Kugelbreiten von der Bande entfernt** liegen, keine Kugel liegt press an einer anderen Kugel. Du beginnst mit **Ball in Hand**.

Die Aufgabe ist, alle 15 Kugeln in beliebiger Reihenfolge zu versenken. Nach jedem gelochten Ball soll die Weiße so kontrolliert gespielt werden, dass sie **keine andere Objektkugel berührt**. Es geht also nicht nur ums Lochen, sondern vor allem um sauberes Stellungsspiel, kontrolliertes Tempo, gute Linienwahl und ruhigen Rhythmus.

Diese Übung zwingt dazu, den Tisch bewusst zu lesen, einfache Lösungen zu wählen und die Weiße präzise zu kontrollieren. Gleichzeitig entsteht durch die freie Reihenfolge und den gleichmäßigen Ablauf oft genau jener Spielfluss, der dem Flow State nahekommt und kann den Zustand auch herstellen.
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Re: Konstante Leistung abrufen

Beitrag von joshua70 »

Ich lasse mich gerne eines Besseren belehren, aber "Flow" entsteht in meiner Wahrnehmung immer dann, wenn man den richtigen Stand hat. Der beinhaltet aus meiner Sicht eine Position, die einen natürlichen, geraden Schwung und eine Kopfhaltung mit verzerrungsfreier Sicht ermöglicht. Das und ein gesundes Fundament zusammen ergibt einen Zustand, bei dem man das Gefühl hat, nie wieder einen Ball verschießen zu können.

Lange war ich bestrebt, diesen Zustand herbeiführen zu können, bis ich dann vermeintlich gelernt habe, dass das ein sehr wackeliges Konstrukt ist. Einmal herausgeholt, beginnt das Hirn sich darüber zu wundern und versucht krampfhaft, den Zustand wieder herzustellen. Und je mehr das passiert, umso weniger gibt es die Chance, ihn zu erreichen.

Mein Schlüsselwort ist "Komfortzone". Die gibt es im Arm, aber auch mental. Je weiter ich die bekomme, umso weniger bringt mich aus der Ruhe.

Jeder gute Spieler in jeder Sportart weiß, dass Talent nicht reicht, um was zu reissen. Der Automatisierungsgrad spielt eine tragende Rolle. Je mehr "selbstverständlich" ist, desto mehr Körner hat man für das Wesentliche übrig. Und die Automatisierung bezieht sich nicht nur darauf, Bälle in hoher Frequenz zu wiederholen, sondern auch auf die nötigen Denkmuster, wenn es z.B. ums Positions- oder Safespiel geht.
Alles eine Frage des Glaubens. Ich glaube... ich nehm noch n Bier...
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