Off TopicIrgendwie und sowieso

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brennpunkt-lupo
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Irgendwie und sowieso

Beitragvon brennpunkt-lupo » 09.03.20 15:02

Donnerstag, der 9. Oktober1986. Der Reaktorunfall in Tschernobyl wurde von den Sowjets zugegeben, deswegen darf der Lupo Hauke aus der Bayernkaserne nach Hause fahren über Nacht. Nach dem Abendessen die übliche Frage: "Was gibts denn im Fernseher?" Im Dritten kommt eine neue Serie, vielleicht sowas wie "Münchner G'schichtn", also was lustiges. Ja, könnten wir anschauen. Ich hätte damals nie im Leben gedacht, dass ich 34 Jahre später immer noch, mittlerweile vielleicht zum 10. oder 15. Mal die komplette Serie anschau, mit den Protagonisten mitleide, am Schluss Rotz und Wasser heul, weil die Christl sagt. „Jetzt is hoid irgendwie ois ganz anders. Gestern war’s no so wie früher – und jetzt, jetzt is’ so wia nachher. Und i glaub, dass’ früher schöner war.“ Wenn die 5 Freunde Binser, Sepp, Christl, Effendi und natürlich der "Sir" am Ende so was wie erwachsen werden (einer ist im Rentenalter...). Und jeder geht seinen Weg. Und alle sind irgendwie schon traurig, dass die letzten 5 Jahre jetzt rum sind, aber man hat das Gefühl, sie sind froh, dass es die Zeit gegeben hat und nicht nur traurig, dass sie jetzt rum ist.

Diese Serie beschreibt in für mich einzigartiger Weise die Stimmung, die man als Nicht-mehr-Jugendlicher, aber halt noch nicht Erwachsener auch in der Mitte der Achtziger erleben konnte. Alles geht, nix muss sich ändern, es ist der Wahnsinn genau so, wie es jetzt ist. Bei manchen geht das nur kurze Zeit so, bei anderen hält das über 15 Jahre an.... Aber für immer? Für immer geht's zum Glück nicht. Und es gibt Leute, die nicht verstehen oder nicht akzeptieren, das man sich verändern muss, aber trotzdem man selber bleiben muss. Drum gibt es auch Leute, wie mir vor einem Jahr ungefähr passiert, mit denen man Teile dieser "wuiden" Zeit verbracht hat, dann 20 Jahre nicht sieht und beim ersten Treffen feststellt, dass egal was dazwischen passiert ist, immer noch dasselbe Gefühl da ist. "Dahoam is da, wo's Gfui ist." (Zuhause ist da, wo das Gefühl ist)

Die Serie ist zwar über 30 Jahre alt, aber für mich ist es immer wieder eine Wohltat, mal wieder was zu sehen, wo schnelle Schnitte dann vorkommen, wenn Action ist. Und wenn es die Story verlangt, auch mal 20 Sekunden-Einstellungen vom selben Stoppelfeld oder einem See zu sehen sind. Mein Urteil: das ist nicht nur Kult, das ist Kunst. Perfektes Zusammenspiel von glaubwürdigen, ihr Handwerk behersschenden Schauspielern, einem genialen Regisseur und Musik, die irgendwie zu den Hauptdarstellern gehört.

Vielen Dank an alle, die da mitgeweirkt haben!

https://www.youtube.com/watch?v=5zZLsvbO1nI


Man gebrauche gewöhnliche Worte und sage ungewöhnliche Dinge...(Arthur Schopenhauer)

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