Prognose Pool Billard

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OscarTheFish(p@k)
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Re: Prognose Pool Billard

Beitrag von OscarTheFish(p@k) »

In einem Verein sehe ich unterschiedliche Rollen. Sei es in der administrativen Verwaltung oder auf der sportlichen Ebene. Beide Bereiche sind für sich genommen wichtig. Für mich wäre ein zukünftiges Wirken ganz klar zugeordnet.

Ich habe in meinem Leben die Gelegenheit gehabt, viele Charaktere und Persönlichkeitstypen kennen und erleben zu dürfen. Die inhaltliche Qualität der Kommunikation kann i.d.R. große Aufschlüsse darüber geben, wie ein Mensch tickt. Z.B. ist mir das Thema Persönlichkeitsstörungen nicht fremd und ein wichtiges Kriterium im Hinblick auf die Perspektive einer sportlichen / gemeinschaftlichen oder auch einer freundschaftlichen Beziehung / Bindung. Da schaue ich genau hin. Auf hobbyseitige soziale Spannungen habe ich keine Lust (mehr).

Die erwähnte "Toxizität" möchte ich kontextuell beispielhaft als einen Freundeskreis skizzieren, bei dem man keine Feinde mehr benötigt.
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joshua70
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Re: Prognose Pool Billard

Beitrag von joshua70 »

Ich kenne es aus anderen Vereinen so, dass es da eher Standard ist, dass ein Mitglied zu x- Stunden pro Jahr verpflichtet wird. Diese Klausel sollte in jeder Satzung stehen- ob man sie in Anspruch nimmt, ist dann ja ne andere Sache.

Ob das mit der "Ersatzleistung" schon öfter ausgetestet wurde, weiß ich nicht. Aber ich wüßte auch nicht, was dagegen sprechen sollte. Es gibt ja genug Menschen, die finanziell in der Lage und bereit sind, sich aus so einer Verpflichtung herauszukaufen- sei es, weil sie zeitlich beschränkt sind oder einfach keine Lust darauf haben. Bei uns kann man sich z.B. aus dem Putzdienst herauskaufen. Das übernimmt dann ein Rentner, der sich so seine Rente aufbessert. Warum sollte man da Arbeitseinsätze nicht ebenfalls so handhaben? Keiner ist böse, wenn bestimmte Leute "krank" oder verhindert sind, wenn es um einen Arbeitseinsatz geht und jeder hat seinen Teil beigetragen- mit Kohle oder Körper. Wenn es darum geht, so eine Klausel in die Satzung aufzunehmen, sind auf jeden Fall die, die eh immer da sind und die, die sich gerne herauskaufen dafür. Dagegen sind die mit dem Igel in der Tasche, die aber auch nicht arbeiten wollen. Und ob die auf Dauer den Verein weiterbringen...?
Alles eine Frage des Glaubens. Ich glaube... ich nehm noch n Bier...
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joker89
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Re: Prognose Pool Billard

Beitrag von joker89 »

joshua70 hat geschrieben: 20.04.26 12:25 Ich beobachte das Thema schon länger- früher intensiver, als jetzt, aber ich beobachte das immer noch.

In erster Linie hat Billard das Problem, dass man es ewig spielen kann. Das ist toll für die Spieler, aber schlecht für die Struktur. In körperlichen Sportarten, wo die Biologie dem Leistungssport ein Ende setzt, haben die Älteren dann das Bedüfrnis dabei zu bleiben und übernehmen Funktionärs- oder Trainerpositionen, in denen sie ihr Wissen weitergeben. Im Billard, wo 50 und 60- Jährige noch wettbewerbsfähig in den oberen Ligen an den Start gehen können, muß man jüngere Spieler nicht besser (und sich schlechter) machen, indem man diese vollumfänglich fördert. Auch der wirtschaftliche Anreiz, sich professionell als Trainer zu betätigen ist bei der überschaubaren Zahl Aktiver eher selten zu finden.

Hinzu kommt, dass analoge Spiele nicht unbedingt hoch in der Gunst der aktuellen Jugend stehen. Da kommt es dann drauf an, wer über Bekannte oder Familie Zugang zu Billard bekommt, Spass daran findet und auch die Energie und das Durchhaltevermögen hat, sich entsprechend zu entwickeln. Dabei wenig förderlich ist, dass der Zutritt zu den enstprechenden Lokalen nicht ohne Weiteres für Kinder und Jugendliche zugänglich ist. Und private Vereine findet man als Jugendlicher nicht unbedingt mit Absicht.
Das wiederum führt zu einer Überalterung des Sports. Da sich dann doch einige Spieler mit Lebenspartnern zusammentun, Familien gründen und Kinder die Priorität erhalten, wird die zeitintensive Sportart in den Hintergrund verfrachtet oder ganz stillgelegt. Wenn man dann später wieder eintritt, ist die vergangene Zeit nicht so einfach aufzuholen.
Da die Spieltage vornehmlich an den üblichen "Familientagen" stattfinden und dann doch recht ineffizient über das Jahr verteilt sind, reduziert sich die Bereitschaft an allem teilzunehmen. Also setzt man Prioritäten. Und gefühlt finden sich dann an den EInzelmeisterschaften nur noch Singles und Ältere wieder, deren Kinder eh schon aus dem Haus sind.
Anderen sind auch die Spieltage zu aufwändig. Lange Fahrten für zwei Spiele, bei denen man dann vielleicht auch nicht wie gewünscht performt und trotz intensivem Zeitaufwand ohne Erfolgsgefühl nach Hause fährt. Viel Invest- wenig Ertrag. Das wiederum zieht ein Mannschaftssterben nach sich, das dann partiell zur Folge hat, dass keine homogenen Mannschaften mehr zusammenkommen. Da findet sich dann ein starkes Leistungsgefälle in der Mannschaft und auch in den Ligen. Hobbyspielern, die dann über das Jahr weg wettbewerbsverzerrende Konstellationen vorfinden, hinterfragen dann natürlich ihr Engagement auch immer mehr.

Also ja: Ich sehe ebenfalls eine Abwärtsspirale im organisierten Billard. Darüber hinaus sehe ich auch kein Licht am Ende des Tunnels für den verbandsgeführten Teil des Sports, weil die Verbände sich selbst nicht die Aufgabe stellen, den Sport zu entwickeln. Das liegt auch nicht in der Persönlichkeitsstruktur der meisten Funktionäre, da sie vornehmlich in der Erwartungshaltung antreten, das vorhandene zu verwalten. Und wenn etwas nur verwaltet wird, ergeben sich zwangsweise Verluste, die auf lange Sicht dann bei Null enden. Solange die Verbände nicht zu strukturellen Änderungen bereit sind (Neuerungen sind nicht besonders beliebt bei Verwaltern), wird sich daran auch nichts ändern. Es wird auch kein Druck von den Aktiven ausgeübt, der vielleicht zwangsweise zu Änderungen führen könnte- ergo begleitet man einen Sterbenden, so lange es eben dauert.

Die Verbandsstruktur, die wir haben, ist leider dann handlungsunfähig, wenn sich von 10 Leuten nicht wenigstens 5 einig sind. Da hier die jeweiligen Landesverbände zu viel Macht haben, wird es immer Blockaden wegen regionaler Bedürfnisse oder Antipathien geben. Das ist aber selten wirklich nötig, weil die Lethargie es schon gar nicht bis zu einer Abstimmung schafft. Leute, die die Energie, Ideen und Fähigkeit haben, etwas durchzuziehen, stellen sich ob dieses Wissens schon gar nicht erst zur Verfügung. Wer dann übrig bleibt, gerne mal eine gewisse Wichtigkeit im Leben erfahren möchte, ist dann das (es gibt natürlich Ausnahmen), was sich wählen läßt. Ich kann mich nicht wirklich an regionale oder überregionale Kampfabstimmungen erinnern, weil das im Vorfeld schon geklärt wird, wer da an die Spitze kommt und den lahmen Gaul weiter zu Grabe reitet...

Wenn sich dann ab und an mal jemand mit Feuer im Arsch dazu bereit erklären würde, die Dinge anzupacken, wird der recht schnell von alten Seilschaften, die um ihre Pfründe bangen (so gering die auch sind), ausgebremst. Und bremsen bedarf deutlich weniger Energie, als die Beschleunigung, ist also einfacher und braucht weniger Fähigkeit.

Am Ende bekommt der Sport/ der Spieler, was er verdient. Wenn die Macht beim Volke liegt, das aber aus Bequemlichkeit davon keinen Gebrauch machen will, ist es eben zum Sterben verurteilt. Warum sollte man sowas also zu retten versuchen?

Ich hatte mal hier einen Thread aufgemacht und die Zahlenentwicklung in Baden-Württemberg aufgeschlüsselt viewtopic.php?t=40277&hilit=mannschaftsschwund. BaWü ist ja einer der mitgliedsstärksten Verbände nach NRW und Bayern. In 2003 waren da noch 364 Mannschaften gemeldet. Aktuell sind es 167!!! Wir haben aber immer noch genau so viele Verwalter, wie damals- mal von temporär unbesetzten Posten abgesehen. Maßnahmen? Keine erkennbaren. Das ist aus Sicht der Verbände Vereinssache und die umfassend gültige Generalantwort auf diesbezügliche Anfragen.
...hab gerade mal seit Jahren über eine eingeblendete Werbung nochmal in das Forum geschaut:
da erkennt man den lang erfahrenen Beobachter der Szene!
Funktionäre sitzen teils über Jahrzehnte in ihren Ämtern, verwalten und nehmen mit, was noch mitzunehmen ist, blockieren neue "Herangehensweisen", die dann zwecks mangelnder Funktionärsunterstützung auch dann schnell wieder in der Vergessenheit verschwinden. Unterstützt wird das ganze von den Spielern, denen das im Kern alles egal ist und nur einen Billardtisch und Meisterschaften Klasse A, B, C benötigen.
DIe Mitgliedsbeiträge steigen und steigen und werden größtenteils für DInge eingesetzt, die dem Sport an der Basis nachweislich keinen Nutzen für ein langfristiges Überleben bringen. Außer den bereits erwähnten stark gesunkenen Mannschaftsmeldungen braucht man sich nur mal die überregionalen Ligen anzuschauen. In der 1. BuLi Pool ist mit Verlaub nur die obere Hälfte "bundesligatauglich" und das setzt sich in den unteren Ligen weiter fort. Der Mannschaftsspielbetrieb ist aber noch gesichtert, weil jeder mal gerne in den Ligen mitspielen will und meldet, auch wenn es sportlich überhaubt keinen Sinn macht.
Gut Stoß weiterhin!
Bin dann auch wieder weg...
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Re: Prognose Pool Billard

Beitrag von Billard-Praxis »

tintin hat geschrieben: 12.05.26 10:45...die älteren werden sich noch an die Zeit erinnern wo das Forum gesperrt war und der nette User mit dem Einhorn als Avatar das Ganze über einen gewissen Zeitraum gerettet hat.
Das war der Airblader glaube ich...der heute 36 geworden ist. Glückwünsche :wave:
Unfassbar
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