TrainingBillard und die Psychologie - Techniken?!

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Rallepralle
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Re: Billard und die Psychologie - Techniken?!

Beitragvon Rallepralle » 31.03.18 21:06

Nun ein paar Thesen, Erfahrungen und Fakten.
- Was gut oder schlecht ist entscheidet in erster Linie der eigene Anspruch. Es gibt auch wenig Sportarten wo zwischen Anspruch, Wirklichkeit, oder Wahrnehmung so große Lücken klaffen können wie beim Billard.

- Nach einem intensiven Training spielt sich danach NIE besonders gut! Das sollte man wissen

- Beim Billard spielen in der Regel 2 Personen gegeneinander. Des einen Freud ist des andern Leid. Mit anderen Worten läuft es bei einem richtig gut geht das nur zu Kosten des Gegners.
- Der Druck wird bei einem Lauf des Gegners auch stetig größer. Ein kleiner Fehler und es gibt wieder weiter Lack... Die Lockerheit/ Selbstbewusstsein geht step by step flöten. Irgendwann gibt man sich innerlich auf. Mit Frust wird alles schlimmer.

-Das Positive; Durch solche Erfahrungen lernt man so unglaublich viel und intensiv wie es kein Training bieten könnte. Wichtig ist nur die richtigen Schlüsse zu ziehen.

- Es gibt Pech. Oder Tage wo der eine den Zentimeter Glück hat oder nur dunkel ablegt oder man wirklich nur bei den Bällen dran kommt wo man nur verlieren kann... Gibt so Dinger. Das Gute; Ist jede Menge Pech erstmal verbraucht, sorgt die Wahrscheinlichkeit für baldiges Glück.

- Und nur weil es diese Sch... Tage gibt, sind auch die guten Tage umso schöner und erst möglich...

- Und als abschließender Tip. Definiert NIEMALS die Spielergebnisse mit gut oder schlechtem Spiel.
Erfolg ist eine Sache aber schönes Spiel oder besonders Bälle sind durchaus auch in der Niederlage möglich.
Am Ende macht das neben Talent und ein paar weiteren Faktoren auch den Grund aus warum der eine 20 Jahre rumknickert und nie besser wird und der Andere es in 2 Jahren von Landes in die Oberliga und weitaus mehr schafft.



Jan68
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Re: Billard und die Psychologie - Techniken?!

Beitragvon Jan68 » 02.04.18 19:32

hi,

Man kann seien Stimmung nicht willentlich beeinflussen. Das erzeugt nur eine Illusion. Man nennt das ja dann z.B. auch "aufgesetzt" .. aber was ist dadrunter? Spätestens, wenn einem das reale Leben einholt, platzt diese Illusion. Und da Billard ganz real ist, funktioniert dieses "positive Denken" hier erstrecht nicht.

Diese Ruhe. Das ganz im Hier und Jetzt sein. Das ganz im Spiel aufgehen. Das funktioniert nur, wenn man ganz real da ist, authentisch.

Wenn mein Spiel schlecht läuft, dann ärgere ich mich. Ich gebe dem Frust Ausdruck. Und lass ihn gehen ... wenn der Fluss zurück kommt, freue ich mich. Wenn nicht, und diese Tage gibt es einfach, dann eben nicht.

Lieber bade ich mich ein Spiel lang in meinem Leid, als das ich den Rest der Spiele damit verbringe ein "bei mir sein" fälschen zu wollen. Womit ich ja sowieso nur scheitern werden.

Gefälschte Authentizität - kann nicht funktionieren, oder?

Stimmungen sind emotional. Und Emotionen geben einer Situation Ausdruck. Sie sind reaktionär und nicht fähig zu agieren. Doch die Ratio kann agieren. Zur Wahl stehen einmal, die Emotion abzulegen und zu versuchen mit ihr umzugehen. Sie zu beeinflussen ... aber das ist sinnlos, denn das Ereignis, auf welches man reagiert, ist schon vergangen. Und kann man die Vergangenheit ändern?

Oder man entscheidet sich der Emotion einen Ausdruck zu geben und ziehen zu lassen. Und Tschüß! Sicht frei auf die nächste Situation, die sich frei entwickeln darf. Den das spielt sich schon negierend im Kopf ab: "Boh, jetzt hab ich den Stoß AUCH NCOh versaut! Heute geht nichts mehr :wei:" ... und schon wird aus dem bereits vergangenem Leid ein neues Leid. Das erinnern und bedauern des Leids ... und natürlich spielt man ganz fürchterlich, wenn man sich gerade jammernd in seinem Leid wälzt - der Gedanke bestätigt sich.

Man kann sein Leben nicht positiv denken. Aber man kann natürlich die Fähigkeit trainieren, das was ist geschehen zu lassen ohne sich daran fest zu klammern. Lernen im hier und jetzt zu bleiben, auch wenn einem die Emotion festhalten möchte. Aber das geht schwer in Richtung Mediation. Das ist kein rationales Lernprogramm. Denn alle rationalen Methoden der Selbstbeeinflussung erzeugen letztendlich nur Illusionen.

LG Jan



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Re: Billard und die Psychologie - Techniken?!

Beitragvon treffgarnix » 03.04.18 07:33

Danke, Du schreibst vieles vom dem was ich genauso sehe, auf den Punkt gebracht.


Als Einstein Examina abnahm, fragte ihn einmal ein Student: "Sie stellen in diesem Semester ja genau die gleichen Fragen wie beim letzten Mal." Darauf Einstein: "Das ist wahr. Nur die Antworten sind diesmal anders."

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Re: Billard und die Psychologie - Techniken?!

Beitragvon fozzi » 04.04.18 12:58

Jan68 hat geschrieben:...
Man kann seine Stimmung nicht willentlich beeinflussen
...


Das wiederspricht allem, was ich zu dem Thema wissenschaftlich kenne. Hast Du eine Quelle dafür?

Nur mal zwei Berichte dazu in Massenmedien, die auf wissenschaftlichen Untersuchungen beruhen:

https://www.welt.de/print-welt/article3 ... druck.html

http://www.rp-online.de/leben/gesundhei ... d-1.754724

Den besten Bericht, den ich dazu kenne, auf Sport bezogen, ist in der Geo-Ausgabe 05/15, "Die Sportformel". Definitiv einige Antworten auf das Eingangsthema "Billard und die Psychologie - Techniken?!"


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Re: Billard und die Psychologie - Techniken?!

Beitragvon Sharivari » 06.04.18 11:31

Wenn ich in Rage gerate und nicht mehr fokussiert bin, nutze ich zwei Methoden um wieder runter zu kommen und in mein Spiel zu finden. Diese Methoden beeinflussen gezielt meine Stimmung - das ist nämlich sehr wohl möglich.

1. Meditation
Hört sich für viele jetzt wohl merkwürdig an. Ich erkläre kurz was ich mache. Zuerst achte ich ganz einfach auf meine Atmung. Atme bewusst ein und aus. Meine Gedanken lasse ich los und versuche meine Umgebung so intensiv und konzentriert wie möglich wahrzunehmen. Das heißt ich konzentriere mich zum einen visuell auf ein bestimmtes Objekt oder einen Teil des Raums. Ich erfasse alle Einzelheiten die so um mich herum passieren. Ich versuche alle Geräusche ganz bewusst zu erfassen und nicht auszublenden so wie es sonst automatisch passiert.

Wenn man das macht, verschwinden die negativen Gedanken, man ist ganz bewusst im hier und jetzt und ist automatisch auch total fokussiert und entspannt wenn man an den Tisch kommt.

2. Außen nach Innen Prinzip
Wir wissen dass man das nach außen ausstrahlt was man innerlich fühlt. Man kann das ganze aber umdrehen. Man schlüpft in eine Rolle, verhält sich von seiner Körpersprache so, als können einem niemand auf der Welt etwas antun. Ich schlüpfe dann gerne immer in die Rolle von einer meiner Lieblings Billardspieler. Zieht man das konsequent durch, gaukelt man seinem Inneren vor, dass es wirklich so ist.

Irgendwann bzw. langsam kommt der Punkt, an dem das ganze nicht mehr eine Rolle ist die man spielt, sondern man wird sich tatsächlich so selbstsicher fühlen und überzeugt sein. Die Innere Gefühlswelt hat sich also dem äußeren Auftreten automatisch angepasst.

Man kennt das auch von Schauspielern. Diese sind auch lediglich in einer Rolle. Aber wenn sie das ganze überzeugend und mit Hingabe spielen, werden sie tatsächlich die Rolle fühlen. Selbes Prinzip.


Ich hoffe ich konnte helfen. Mir hilft es auf jeden Fall sehr. Aber es erfordert natürlich einiges an Disziplin das konsequent umzusetzen.

Viele Grüße,
Shari



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Re: Billard und die Psychologie - Techniken?!

Beitragvon LochNess » 11.04.18 12:09

danke für eure vielen tipps.
ein paar hab ich bereits versucht umzusetzen und es klappt auch schon alles viel besser.
negative gedanken kommen nicht mehr so oft auf. ich seh das ganze viel lockerer, letztendlich ist ja alles nur ein spiel und es geht nicht um den mosconi cup.
natürlich läuft noch nicht alles perfekt, aber deswegen trainiere ich brav weiter, hol mir spielpraxis und werd mich weiter verbessern



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Re: Billard und die Psychologie - Techniken?!

Beitragvon Schopi68 » 11.04.18 14:52

Sharivari hat geschrieben: Man schlüpft in eine Rolle, verhält sich von seiner Körpersprache so, als können einem niemand auf der Welt etwas antun. Ich schlüpfe dann gerne immer in die Rolle von einer meiner Lieblings Billardspieler. Zieht man das konsequent durch, gaukelt man seinem Inneren vor, dass es wirklich so ist.
...


hab ich probiert. Ergebnis: mein Break ist jetzt so schlecht wie der von Efren. :wan:



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Re: Billard und die Psychologie - Techniken?!

Beitragvon treffgarnix » 11.04.18 16:33

Breakst Du echt so gut?? Respekt, ich würd mich freuen :zuf: :zwi: :pro: :pro:


Als Einstein Examina abnahm, fragte ihn einmal ein Student: "Sie stellen in diesem Semester ja genau die gleichen Fragen wie beim letzten Mal." Darauf Einstein: "Das ist wahr. Nur die Antworten sind diesmal anders."


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