TrainingBillard und die Psychologie - Techniken?!

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Rallepralle
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Re: Billard und die Psychologie - Techniken?!

Beitragvon Rallepralle » 31.03.18 21:06

Nun ein paar Thesen, Erfahrungen und Fakten.
- Was gut oder schlecht ist entscheidet in erster Linie der eigene Anspruch. Es gibt auch wenig Sportarten wo zwischen Anspruch, Wirklichkeit, oder Wahrnehmung so große Lücken klaffen können wie beim Billard.

- Nach einem intensiven Training spielt sich danach NIE besonders gut! Das sollte man wissen

- Beim Billard spielen in der Regel 2 Personen gegeneinander. Des einen Freud ist des andern Leid. Mit anderen Worten läuft es bei einem richtig gut geht das nur zu Kosten des Gegners.
- Der Druck wird bei einem Lauf des Gegners auch stetig größer. Ein kleiner Fehler und es gibt wieder weiter Lack... Die Lockerheit/ Selbstbewusstsein geht step by step flöten. Irgendwann gibt man sich innerlich auf. Mit Frust wird alles schlimmer.

-Das Positive; Durch solche Erfahrungen lernt man so unglaublich viel und intensiv wie es kein Training bieten könnte. Wichtig ist nur die richtigen Schlüsse zu ziehen.

- Es gibt Pech. Oder Tage wo der eine den Zentimeter Glück hat oder nur dunkel ablegt oder man wirklich nur bei den Bällen dran kommt wo man nur verlieren kann... Gibt so Dinger. Das Gute; Ist jede Menge Pech erstmal verbraucht, sorgt die Wahrscheinlichkeit für baldiges Glück.

- Und nur weil es diese Sch... Tage gibt, sind auch die guten Tage umso schöner und erst möglich...

- Und als abschließender Tip. Definiert NIEMALS die Spielergebnisse mit gut oder schlechtem Spiel.
Erfolg ist eine Sache aber schönes Spiel oder besonders Bälle sind durchaus auch in der Niederlage möglich.
Am Ende macht das neben Talent und ein paar weiteren Faktoren auch den Grund aus warum der eine 20 Jahre rumknickert und nie besser wird und der Andere es in 2 Jahren von Landes in die Oberliga und weitaus mehr schafft.



Jan68
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Re: Billard und die Psychologie - Techniken?!

Beitragvon Jan68 » 02.04.18 19:32

hi,

Man kann seien Stimmung nicht willentlich beeinflussen. Das erzeugt nur eine Illusion. Man nennt das ja dann z.B. auch "aufgesetzt" .. aber was ist dadrunter? Spätestens, wenn einem das reale Leben einholt, platzt diese Illusion. Und da Billard ganz real ist, funktioniert dieses "positive Denken" hier erstrecht nicht.

Diese Ruhe. Das ganz im Hier und Jetzt sein. Das ganz im Spiel aufgehen. Das funktioniert nur, wenn man ganz real da ist, authentisch.

Wenn mein Spiel schlecht läuft, dann ärgere ich mich. Ich gebe dem Frust Ausdruck. Und lass ihn gehen ... wenn der Fluss zurück kommt, freue ich mich. Wenn nicht, und diese Tage gibt es einfach, dann eben nicht.

Lieber bade ich mich ein Spiel lang in meinem Leid, als das ich den Rest der Spiele damit verbringe ein "bei mir sein" fälschen zu wollen. Womit ich ja sowieso nur scheitern werden.

Gefälschte Authentizität - kann nicht funktionieren, oder?

Stimmungen sind emotional. Und Emotionen geben einer Situation Ausdruck. Sie sind reaktionär und nicht fähig zu agieren. Doch die Ratio kann agieren. Zur Wahl stehen einmal, die Emotion abzulegen und zu versuchen mit ihr umzugehen. Sie zu beeinflussen ... aber das ist sinnlos, denn das Ereignis, auf welches man reagiert, ist schon vergangen. Und kann man die Vergangenheit ändern?

Oder man entscheidet sich der Emotion einen Ausdruck zu geben und ziehen zu lassen. Und Tschüß! Sicht frei auf die nächste Situation, die sich frei entwickeln darf. Den das spielt sich schon negierend im Kopf ab: "Boh, jetzt hab ich den Stoß AUCH NCOh versaut! Heute geht nichts mehr :wei:" ... und schon wird aus dem bereits vergangenem Leid ein neues Leid. Das erinnern und bedauern des Leids ... und natürlich spielt man ganz fürchterlich, wenn man sich gerade jammernd in seinem Leid wälzt - der Gedanke bestätigt sich.

Man kann sein Leben nicht positiv denken. Aber man kann natürlich die Fähigkeit trainieren, das was ist geschehen zu lassen ohne sich daran fest zu klammern. Lernen im hier und jetzt zu bleiben, auch wenn einem die Emotion festhalten möchte. Aber das geht schwer in Richtung Mediation. Das ist kein rationales Lernprogramm. Denn alle rationalen Methoden der Selbstbeeinflussung erzeugen letztendlich nur Illusionen.

LG Jan



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Re: Billard und die Psychologie - Techniken?!

Beitragvon treffgarnix » 03.04.18 07:33

Danke, Du schreibst vieles vom dem was ich genauso sehe, auf den Punkt gebracht.


Als Einstein Examina abnahm, fragte ihn einmal ein Student: "Sie stellen in diesem Semester ja genau die gleichen Fragen wie beim letzten Mal." Darauf Einstein: "Das ist wahr. Nur die Antworten sind diesmal anders."

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Re: Billard und die Psychologie - Techniken?!

Beitragvon fozzi » 04.04.18 12:58

Jan68 hat geschrieben:...
Man kann seine Stimmung nicht willentlich beeinflussen
...


Das wiederspricht allem, was ich zu dem Thema wissenschaftlich kenne. Hast Du eine Quelle dafür?

Nur mal zwei Berichte dazu in Massenmedien, die auf wissenschaftlichen Untersuchungen beruhen:

https://www.welt.de/print-welt/article3 ... druck.html

http://www.rp-online.de/leben/gesundhei ... d-1.754724

Den besten Bericht, den ich dazu kenne, auf Sport bezogen, ist in der Geo-Ausgabe 05/15, "Die Sportformel". Definitiv einige Antworten auf das Eingangsthema "Billard und die Psychologie - Techniken?!"


Billard? Der Weg ist das Ziel ...

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Re: Billard und die Psychologie - Techniken?!

Beitragvon Sharivari » 06.04.18 11:31

Wenn ich in Rage gerate und nicht mehr fokussiert bin, nutze ich zwei Methoden um wieder runter zu kommen und in mein Spiel zu finden. Diese Methoden beeinflussen gezielt meine Stimmung - das ist nämlich sehr wohl möglich.

1. Meditation
Hört sich für viele jetzt wohl merkwürdig an. Ich erkläre kurz was ich mache. Zuerst achte ich ganz einfach auf meine Atmung. Atme bewusst ein und aus. Meine Gedanken lasse ich los und versuche meine Umgebung so intensiv und konzentriert wie möglich wahrzunehmen. Das heißt ich konzentriere mich zum einen visuell auf ein bestimmtes Objekt oder einen Teil des Raums. Ich erfasse alle Einzelheiten die so um mich herum passieren. Ich versuche alle Geräusche ganz bewusst zu erfassen und nicht auszublenden so wie es sonst automatisch passiert.

Wenn man das macht, verschwinden die negativen Gedanken, man ist ganz bewusst im hier und jetzt und ist automatisch auch total fokussiert und entspannt wenn man an den Tisch kommt.

2. Außen nach Innen Prinzip
Wir wissen dass man das nach außen ausstrahlt was man innerlich fühlt. Man kann das ganze aber umdrehen. Man schlüpft in eine Rolle, verhält sich von seiner Körpersprache so, als können einem niemand auf der Welt etwas antun. Ich schlüpfe dann gerne immer in die Rolle von einer meiner Lieblings Billardspieler. Zieht man das konsequent durch, gaukelt man seinem Inneren vor, dass es wirklich so ist.

Irgendwann bzw. langsam kommt der Punkt, an dem das ganze nicht mehr eine Rolle ist die man spielt, sondern man wird sich tatsächlich so selbstsicher fühlen und überzeugt sein. Die Innere Gefühlswelt hat sich also dem äußeren Auftreten automatisch angepasst.

Man kennt das auch von Schauspielern. Diese sind auch lediglich in einer Rolle. Aber wenn sie das ganze überzeugend und mit Hingabe spielen, werden sie tatsächlich die Rolle fühlen. Selbes Prinzip.


Ich hoffe ich konnte helfen. Mir hilft es auf jeden Fall sehr. Aber es erfordert natürlich einiges an Disziplin das konsequent umzusetzen.

Viele Grüße,
Shari



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Re: Billard und die Psychologie - Techniken?!

Beitragvon LochNess » 11.04.18 12:09

danke für eure vielen tipps.
ein paar hab ich bereits versucht umzusetzen und es klappt auch schon alles viel besser.
negative gedanken kommen nicht mehr so oft auf. ich seh das ganze viel lockerer, letztendlich ist ja alles nur ein spiel und es geht nicht um den mosconi cup.
natürlich läuft noch nicht alles perfekt, aber deswegen trainiere ich brav weiter, hol mir spielpraxis und werd mich weiter verbessern



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Re: Billard und die Psychologie - Techniken?!

Beitragvon Schopi68 » 11.04.18 14:52

Sharivari hat geschrieben: Man schlüpft in eine Rolle, verhält sich von seiner Körpersprache so, als können einem niemand auf der Welt etwas antun. Ich schlüpfe dann gerne immer in die Rolle von einer meiner Lieblings Billardspieler. Zieht man das konsequent durch, gaukelt man seinem Inneren vor, dass es wirklich so ist.
...


hab ich probiert. Ergebnis: mein Break ist jetzt so schlecht wie der von Efren. :wan:



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Re: Billard und die Psychologie - Techniken?!

Beitragvon treffgarnix » 11.04.18 16:33

Breakst Du echt so gut?? Respekt, ich würd mich freuen :zuf: :zwi: :pro: :pro:


Als Einstein Examina abnahm, fragte ihn einmal ein Student: "Sie stellen in diesem Semester ja genau die gleichen Fragen wie beim letzten Mal." Darauf Einstein: "Das ist wahr. Nur die Antworten sind diesmal anders."

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Re: Billard und die Psychologie - Techniken?!

Beitragvon Jan68 » 22.04.18 23:39

Hallo,

es ist unmöglich über etwas zu diskutieren, wenn man noch nicht mal ein gemeinsames Verständnis für Begriffe hat.

Der Begriff Meditation wird im westlichen Gebrauch für eine Art Entspannungsübung benutzt. Eine Meditation im ursprünglichen beginnt durchaus damit, also mit dem glätten der Wogen im Geist. Und mit einer Bündelung. Aber das ist nur der Anfang und das "Meditation" zu nennen, wäre etwa so als mache man ein Aufwärmtraining, wie ein Leichtathlet, und sagt dann "ich mach Leichtathletik!".

Meditation beginnt dann, wenn man andere, geistige Welten betritt, so wie ein Schamane die Anderswelt betritt dun mit allen möglichen Wesenheiten kommuniziert - die dort real sind - und Wissen empfängt. Für mich ist das Alltag, aber für die allermeisten Menschen von sich aus unerreichbar. Ich kann zwar Menschen in diese Welt führen, so das sie sie erleben. Aber die meisten Menschen sind dann trotzdem ncith in der Lage, so eine Reise selbst zu starten.

Dieses Erleben in der Anderswelt ist jedoch immer noch keine Meditation. Man erlangt jedoch die Möglichkeit eine Art Beobachterposition einzunehmen, in der man sich als Mensch sehen kann. Und auch manches erkennt., wozu z.B. gehört, das man Emotionen - Stimmungen - in ihrer eigentlichen Natur erkennt.

Bevor man dieses Bewusstsein erreicht, glaubt man nur seine Emotionen wahrzunehmen. Tatsächlich ist es jedoch nur das, was der Verstand daraus macht. Ich versuche das mal zu erklären:

Wenn ich denke "Der Baum ist grün!", dann spreche ich das still in meinem Kopf. Ich kann mir quasi zuhören, wie ich Denke. Aber damit beobachte ich jemand - mich - wie dieser Jemand denkt. Das wäre so, als höre ich jemanden zu und verwechsele das hören, das in mir stattfindend, mit dem Sprechen, das in meinem Gegenüber stattfindet. Nun, in diesem Fall sind Sprecher und Hörender beide ich selbst. Was ist aber der Unterschied?

Der Hört, das bin ich auf Verstandesebene. Der da spricht, das bin ich als Geist.

Und fozzi, du fragst nach Quelle und sprichst von Wissenschaft.

Kein Wissenschaftler wird dir erklären können, wie Intelligenz funktioniert. Es gibt dicke Bücher, ind denen beschrieben wird was dabei passiert - der Beobachter Verstand, und was er dabei erlebt. Welche Region im Gehirn aktiv wird. Wie Synapsen funktionieren und Ströme fließen. Aber all das sagt rein gar nichts darüber aus, was dies alles verursacht. Wie Intelligenz funktioniert?

Die wissenschaftliche Antwort darauf ist: Das wissen wir nicht!

Der meditierende Buddhist wird dir darauf das Selbe antworten, wie ich: Es ist dein Geist, der ncith materiell ist, der das ganze verursacht. Das macht die Intelligenz aus, und natürlich wirst du sie in der Physis nie finden.

Und wie ich den modernen Menschen kenne, wird er mir das auch nie glauben :-)

Ich sage es mal so: Das ist nicht mein Problem. Eine Diskussion ist sinnlos. In dem Denken, das hier herrscht, gibt es dafür keine Quelle und auch keine Basis.

Und für mich ist es auch ok, wenn der Begriff Meditation für eine entspannende Fokusierungsübung verwendet wird - es gibt so viele Begriffe, die im westlichen Denken eine neue Bedeutung bekommen. Manche sind auch wirklich lustig.

Tantra ist z.B. ein uralter Erleuchtungsweg. Das ist sehr wissenschaftlich, weil es dazu viel zu wissen gibt. Aber hier sagt man "Tantra" und die Menschen denken an Sexpraktiken.

Der Dalai Lama ist übrigens tantrische Meister des Diamantweges. Dun der findet das westliche Verständnis solcher Begriffe sicher genauso lustig, wie ich ;-)

Ich bleibe dabei: Du kannst deine Stimmungen nicht beeinflussen. Du kannst nur deine Geisteshaltung ändern und es werden andere Stimmungen entstehen - solltest du es schaffen eine gewünschte Stimmung zu erzielen, dann gib mir bitte bescheid! Das wäre toll.

Erlebt man seine Stimmung jedoch auf der Ebene des Verstandes, der eine Stimmung erlebt -s.o.- im Geiste nachspricht, dann entsteht sicherlich die Illusion man könne seine Stimmungen beeinflussen. Das finde ich aber ncith all zu spannend, denn dieses Erleben der Emotion ist ja an sich schon eine Illusion, und ncith die Emotion an sich.

Die Frage ist also viel mehr: Wieso arbeiten diese Stimmungen also in unserem Verstand. Und wieso übernehmen sie die Regie über unser Handeln? Und zwar so sehr, dass uns der dadurch erzeugte Film mißfällt!

Ich bin Mensch und werde es bleiben, bis dieses Spielchen durch meine Tot beendet wird. Auch ich kann mich diesem Regisseur Verstand, der ständig mein Handeln bestimmt, nicht entziehen. Aber ich kann immer öfter unterscheiden, was mein Geist verursacht und was mein Verstand verursacht. Und das hilft manchmal die Wellen erst gar nicht hochkommen zu lassen, die der Verstand so gerne schlägt. Und unterbleibt diese sich selbst nährende Regie, die aus einer momentanen Stimmung eine Dauerbrenner macht, die ein alternatives Handeln blockiert - also z.B. das entspannt weiter spielen, obwohl ich gerade eine wichtigen Stoß versiebt habe.

LG Jan

P.S. Fragen beantworte ich gerne. Diskussion zu dem Thema führe ich nicht - wer mag, darf mich als Spinner abhaken.



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Re: Billard und die Psychologie - Techniken?!

Beitragvon Liam » 23.04.18 10:11

Man kann sein Leben nicht positiv denken. Aber man kann natürlich die Fähigkeit trainieren, das was ist geschehen zu lassen ohne sich daran fest zu klammern. Lernen im hier und jetzt zu bleiben, auch wenn einem die Emotion festhalten möchte. Aber das geht schwer in Richtung Mediation. Das ist kein rationales Lernprogramm. Denn alle rationalen Methoden der Selbstbeeinflussung erzeugen letztendlich nur Illusionen." Das lernt und trainiert das ganzes Leben lang. Man kann den Zustand finden aber immer in diesem Zustand sein ist ja unmöglich. Es wird immer etwas geben was wird versuchen den Boden unter den Füssen oder die Ruhe die innerliche Ruhe reissen. Obwohl manche beruhigen sich während den spielen. Billard ist so eine Art wie meditieren.



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Re: Billard und die Psychologie - Techniken?!

Beitragvon Schopi68 » 23.04.18 10:34

Jan68 hat geschrieben:Diskussion zu dem Thema führe ich nicht - wer mag, darf mich als Spinner abhaken.


Über etwas nicht diskutieren zu wollen zeugt aber auch schon von einer gewissen Engstirnigkeit und Voreingenommenheit. :zun:



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Re: Billard und die Psychologie - Techniken?!

Beitragvon LochNess » 23.04.18 15:14

was mir in der Zwischenzeit sehr gut hilft:
aus dem Negativen das Positive ziehen.

Beispiele:

Ich loche beim 9Ball 4 Bälle, teils schwierige Bälle, souverän hintereinander und kriege immer ne perfekte Stellung hin, aber verschieße dann die alles entscheidende 9. Doof, aber ich sag mir, "hey, du hast grade 4 perfekte Bälle mit perfekter Stellung gelocht, das nächste Mal lochst du 5 Bälle hintereinander und dann fällt die 9!"

oder

Ich loche einen Ball mit nem Bankshot, aber der Spielball bleibt hinter nem Ball liegen, den ich nicht anspielen darf. Geil gelocht, aber verstellt. Ich kann nur safe spielen, Gegner befreit sich und gewinnt das Rack. Doof.
Aber ich sag zu mir, "hey, sei mal stolz drauf, dass du diesen coolen Banker geschossen hast, das nächste Mal rollt der Ball nen cm weiter und verstellt sich nicht"

oder

Ein Ball liegt quasi schon in der Tasche, Spielball auf der anderen Seite press Bande, gefährliche Situation, weil Vorbande lochen nicht funktioniert, bleibt nur die Option den Objektball nicht voll treffen, sodass der Spielball nicht in die Tasche nachläuft. Ich stoße und es passiert, was passieren muss, der Spielball läuft hinterher - Foul. Doof, aber ich sag mir, "hey, 2 Bälle zuvor hast du nen schwierigen Ball entlang der langen Bande ins Loch geschickt und noch ne Stellung auf den nächsten bekommen, das war gut!"

Ich habe mittlerweile akzeptiert, dass nicht alles klappen kann, was man sich vornimmt, und schon gar nicht, wenn man erst so kurz spielt wie ich. Geduld ist hier das Zauberwort. Und wenn was nicht klappt, dann suche ich mir etwas, was in dem gut war. und das hilft mir in der Tat positiv zu bleiben und das nächste Rack dann zu gewinnen



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Re: Billard und die Psychologie - Techniken?!

Beitragvon Fitchner » 23.04.18 16:35

Jan68 hat geschrieben:Hallo,

es ist unmöglich über etwas zu diskutieren, wenn man noch nicht mal ein gemeinsames Verständnis für Begriffe hat.


Das ist etwas drastisch ausgedrückt aber prinzipiell mag man das so sehen.

Jan68 hat geschrieben:Kein Wissenschaftler wird dir erklären können, wie Intelligenz funktioniert. Es gibt dicke Bücher, ind denen beschrieben wird was dabei passiert - der Beobachter Verstand, und was er dabei erlebt. Welche Region im Gehirn aktiv wird. Wie Synapsen funktionieren und Ströme fließen. Aber all das sagt rein gar nichts darüber aus, was dies alles verursacht. Wie Intelligenz funktioniert?

Die wissenschaftliche Antwort darauf ist: Das wissen wir nicht!


Ich glaube nicht, dass das eine wissenschaftliche Frage ist ;) Von daher kann man das auch nicht erwarten.

Jan68 hat geschrieben: Der meditierende Buddhist wird dir darauf das Selbe antworten, wie ich: Es ist dein Geist, der ncith materiell ist, der das ganze verursacht. Das macht die Intelligenz aus, und natürlich wirst du sie in der Physis nie finden.

Und wie ich den modernen Menschen kenne, wird er mir das auch nie glauben :-)


Ich bin dabei, mich in den Buddhismus einzulesen, aber bisher ist mir da das Wort Intelligenz noch nicht untergekommen in Verbindung mit Geist.


Jan68 hat geschrieben:Ich bleibe dabei: Du kannst deine Stimmungen nicht beeinflussen. Du kannst nur deine Geisteshaltung ändern und es werden andere Stimmungen entstehen - solltest du es schaffen eine gewünschte Stimmung zu erzielen, dann gib mir bitte bescheid! Das wäre toll.



Doch, das geht. Dazu gab es schon psychologische Experimente. Ich erinnere mich nicht detailliert an den Versuchsaufbau, aber man hat Probanden aufgefordert, eine bestimmte Mimik einzunehmen (fröhlich oder traurig z. B., mal ganz grob gesagt) und hat sie dann nach einer gewissen Zeitspanne nach ihrer Stimmung befragt.
Mit dem Ergebnis, dass die, die ein trauriges Gesicht machen mussten, tatsächlich auch eine schlechte Stimmung hatten danach und umgekehrt


@LochNess: Mit dienem ersten Absatz stimme ich voll überein, aber das mit dem Bandenball...naja je nachdem wie du es meinst.
Wenn man trainiert und weiter kommen möchte, braucht man eine realistische Einschätzung. Und wenn man - vll ohne groß nachzudenken, weil man sofort ausstoßen möchte - einen Bänder spielt, bei dem man dann keine Stellung bekommt....sollte man seine Kontrolle über den Spielball und die Auswahl des Stoßes ("Shot selection") vielleicht mal überdenken. Im Hinblick auf Risiko und und Belohnung etc.

Mit gewissen Abstrichen ist diese Herangehensweise auch an Spieltagen gut, da man sich vllt nicht in den Himmel lobt, sondern eher etwas Selbstvertrauen einbüßt, aber auch ausgehend von den Beobachtungen und Überlegungen die Taktik anpassen kann.

So als finalen Gedanken...Man sollte auch darauf achten, dass Realität und Wahrnehmung beim Billard nicht zu sehr auseinander klaffen. Wenn mein Gegner den dritten schwierigen Ball angeht und dann verschießt, und dann mit der Denke "Wenn der fällt und ich irgendwie Stellung krieg schieß ich dich weg!" Platz nimmt....merkt er nicht, dass er vorher schon viel Risiko gespielt hat und man auch mit einer gewissen Qualität irgendwann auf die Fresse fällt wenn man es ausreizt. Da kann ich halt nur lächeln...


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Re: Billard und die Psychologie - Techniken?!

Beitragvon LochNess » 23.04.18 17:02

Fitchner hat geschrieben:
@LochNess: Mit dienem ersten Absatz stimme ich voll überein, aber das mit dem Bandenball...naja je nachdem wie du es meinst.
Wenn man trainiert und weiter kommen möchte, braucht man eine realistische Einschätzung. Und wenn man - vll ohne groß nachzudenken, weil man sofort ausstoßen möchte - einen Bänder spielt, bei dem man dann keine Stellung bekommt....sollte man seine Kontrolle über den Spielball und die Auswahl des Stoßes ("Shot selection") vielleicht mal überdenken. Im Hinblick auf Risiko und und Belohnung etc.



ich hatte doch ne Stellung nach dem Bandenball? Es war nur so, dass dann zwei Bälle später der Objektball so weit in der Tasche lag, der Spielball auf der anderen Seite der press an der Bande und der dann halt in die Tasche nachgelaufen ist. Das hatte aber nix mit dem Bandenball zuvor zu tun. Hab mir den Ball dann nach dem Match noch mal genauso hingelegt und weiß jetzt wie ich ihn den spielen muss, damit er nicht nachläuft.

Oder meinst du den Bankshot? Das war in nem anderen Rack.
es war nicht so, dass der Banker ein "Glücksstoß" war. Ich habe den Ball schon als Banker geplant und er hat funktioniert. und dass er funktioniert hat, hat mich eben gefreut. weil so ein Banker für mich als Anfänger eben nicht so einfach ist. Und da war das ein positiver Moment, weil ich den Shot eben geplant hab, mir überlegt hab wo ich den Ball treffen muss und dann der Ball ins Loch ist. Da war mir dann die Stellung danach erstmal egal, zumal es nur ein Trainingsspiel war. Wichtig war, dass ich mit nem positiven Gefühl zu meinem Stuhl bin und positiv geblieben bin



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Re: Billard und die Psychologie - Techniken?!

Beitragvon Fitchner » 23.04.18 17:22

Ja das war auf (deinen) Bankshot bezogen - da ich nicht ganz verstanden habe, was bei dir nun die Situation war, habe ich es aber mal allgemein beschrieben. Weil ich einige Spieler kenne, die sich verstellen - dann sehen man kann einen Bänder spielen - den spielen - und dann gleichzeitig eine total unwahrscheinliche Stellung versuchen - und dann geht mindestens eins davon schief.
Weil es einfach der falsche Stoß war und man nicht gesehen hat wie schwierig der ist, sondern nur "den kann ich vll lochen!" gedacht hat.

So wie du es nun erklärt hast klingt das ganz gut und ist wie ich finde eine gute Art zu trainieren :)


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