TrainingPhänomen "Verschießen" (nicht gelocht)

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kalleleo
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Phänomen "Verschießen" (nicht gelocht)

Beitragvon kalleleo » 27.09.17 13:43

Jeder kennt das: Loch verfehlt. Beim Anfänger passiert es ständig, bei Profis selten. Aber es passiert. Aber warum? Hier ein paar Gedanken zum Diskutieren.

Die Situation: Der Plan ist gefasst, du beugst dich herunter zum Stoß, du stößt, und... verschossen! Zwei Fragen kommen auf: Hast du beim Anvisieren das sichere Gefühl gehabt, die richtige Stelle anzuvisieren (in dem Sinne: etwas weiter links oder rechts, und das gute Gefühl ist nicht mehr da)? Hast du den Objektball auch genau da getroffen, wo du es haben wolltest? Hier die vier möglichen Fälle hinsichtlich dieser beiden Fragen:

    Fall 1: Beim Anvisieren gespürt "es passt" - NEIN. Anvisierten Punkt getroffen - NEIN.
    Fall 2: Beim Anvisieren gespürt "es passt" - NEIN. Anvisierten Punkt getroffen - JA.
    Fall 3: Beim Anvisieren gespürt "es passt" - JA. Anvisierten Punkt getroffen - NEIN.
    Fall 4: Beim Anvisieren gespürt "es passt" - JA. Anvisierten Punkt getroffen - JA.

Zu Fall 1: Dir fehlt Reproduzierbarkeit, Lochen ist bei dir nur Zufall. Mache das Anvisieren der Objektballs zum festen Bestandteil deines Stoßes. Denke über die Entwicklung einer festen Stoßroutine nach.

Zu Fall 2: Du triffst zwar, wo du hinzielst, bist dir aber nicht sicher, wohin du überhaupt zielen sollst. Deine Technik ist okay, aber entweder dir war der Stoß gerade nicht so wichtig wie er sein sollte, oder aber es fehlt dir an Erfahrung für die richtigen Winkel. Im ersten Fall achte auf Konzentration und Fokussierung, in zweiten Fall sollte durch die Praxis mit der Zeit das Gefühl für den richtigen Anspielpunkt kommen.

Zu Fall 3: Deine Stoßtechnik ist fehlerhaft. Das kann an vielem liegen: Stand, Augendominanz, Schwingen des Stoßarms, unstabiler Bock, (bei Effetspiel) falsche Einschätzung des Versatzes deines Queues. Solltest du das Technik-Problem nicht selbst beheben können, dann hol dir Rat bei einem erfahren Spieler oder besser noch bei einem Trainer.

Zu Fall 4: Wenn sich das "es passt" auf das Lochen bezieht, dann ist dein Gehirn, was den richtigen Winkel betrifft, etwas "fehlprogrammiert", aber dafür ist die Technik okay. Korrigiere dein Winkelgedächtnis sowohl durch Analysieren, wieviel und in welche Richtung du dich in verschiedenen Situationen verschätzt. Dann korrigiere dich und übe die richtigen Winkel so lange, bis es in dein Gefühl übergeht. Aber vielleicht liegt es ja auch nur daran, dass du dich beim "es passt" nur auf das Stellungsspiel (Weg/Ablage der Weißen) konzentriert hast, dann übe, dich auf beides zu konzentrieren.

Ergänzungen/Korrekturen?



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Re: Phänomen "Verschießen" (nicht gelocht)

Beitragvon Dreiecksklave » 27.09.17 17:53

Denke, das ist komplexer als beschrieben.
Den meisten aus der "Danebenschießabteilung" fehlt oft nach dem Stoß die analytische Sicherheit zu sagen was falsch war.
Oder sie glauben es war alles richtig, war es aber nicht.... z. B. im Stoß hochgegangen oder das Handgelenk gedreht.
Wenn du 2-3 Jahre spielst und merkst, die Bemühungen des Trainings laufen ins Leere , dann hilft nur ein professioneller Trainer.
.....meine Meinung...



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Re: Phänomen "Verschießen" (nicht gelocht)

Beitragvon kalleleo » 28.09.17 08:30

Dein Beispiel fällt in Fall 3, und das habe ich da ja auch so beschrieben. Aber du hast Recht, ich glaube auch, dass es viel komplexer ist, und ich hoffe ja deswegen auf Ergänzungen. Für manchen kann es aber auch jetzt in dieser einfachen Form ein hilfreicher Denkanstoß sein.

Übrigens denke ich, dass je nach Form jeder Fall auftreten kann. Wenn die Konzentration futsch ist sogar Fall 1 trotz jahrelanger Erfahrung.

Und dann hängt es auch von der konkreten Kugel-Konstellation ab: Bei mir selbst tritt bei schweren Winkeln vermehrt Fall 2 ein, d.h. ich bin mir über den anzuspielenden Punkt gefühlsmäßig nicht so sicher wie bei kleinen Winkeln. (Geht's nur mir so?)




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