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Klaus
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Einführung Mental-Training

Beitragvon Klaus » 18.08.04 15:07

Was ist euer Ziel in eurer Sportart? Wollt ihr euer Spiel verbessern? Wollt ihr eure sportlichen Möglichkeiten voll ausschöpfen? Liebt ihr die Herausforderung oder spielt ihr ausschliesslich aus Spass?


Dies sind einige Fragen, mit denen ihr euch vor Beginn des mentalen Trainings befassen solltet. Mentales Training ist zu Beginn sehr zeitaufwändig, denn gelegentliches Mental-Training bringt genauso wenig wie gelegentliches Joggen!





Was ist mentale Stärke?


Die Fähigkeit, unter jeder Voraussetzung seine persönliche Bestleistung zu bringen.


Für das Erreichen unserer physischen Form verwenden wir Stunden um Stunden. Im psychischen Bereich tun wir wenig bis gar nichts. Bei einem solchen Umgang erstaunt es nicht wenn nur 35 % der Athletinnen und Athleten, bei sonst ausgeklügelten Trainingsmethoden, ihr Leistungsniveau bei den Saisonhöhepunkten erreichen. Psychologisches Training sollte also genau so ernst und systematisch durchgeführt werden wie das körperliche Training.


Was braucht es, um mental bereit zu sein?


Motivation (mit Zielen arbeiten)
Glaube an die eigenen Möglichkeiten (Selbstvertrauen)
Wille / Kampfgeist (Kämpfen beginnt mit Wollen, Wollen findet im Kopf statt)
Taktik (je nach Sportart)
Konzentration (Fokus auf spielrelevante Dinge lenken)
Beeinflussung des eigenen Spannungs- und Erregungszustandes (Umgehen mit Stress / Druck / Wettkampfblockaden)
Wie Arbeite ich nun an diesen Punkten?


Hierzu bedarf es einiger Trainingsprinzipien. Das Training muss


zweckgerichtet sein:
Die Methoden und Trainingsverfahren werden gezielt zur Bewältigung spezifischer Anforderungen ausgewählt, eingeübt und eingesetzt.

planmässig sein:
Das Training wird genau geplant und hat einen festen Bestandteil im Trainingsplan. Unter Umständen führe ich einen speziellen „Mental-Trainingsplan“.

wiederholt werden:
Das Training wird wiederholt. Ein einmaliges oder gelegentliches Ausführen der mentalen Trainingsform bringt, wie schon eingangs erwähnt, genauso wenig wie gelegentliches Joggen.

kontrolliert werden:
Sowohl der Verlauf sowie die eingetretenen Wirkungen des Trainings sollten kontrolliert und überprüft werden. So kann festgestellt werden, ob die erwarteten Effekte eingetreten sind oder Korrekturen vorgenommen werden müssen.
Wie werden Sportler mental bereit?


Hierzu verwenden wir 5 Basistechniken:


Selbstgespräch:
Gedanken kommen in Form von Selbstgesprächen zum Ausdruck und beeinflussen, meist unbewusst, das eigene Handeln. (Beispiel: Wenn man denkt, bei diesem Stoss könnte die Weisse fallen, fällt sie auch meistens).
Bei den Selbstgesprächen sollte der Sportler darauf achten, dass er bei den Formulierungen immer das Wort „Ich“ verwendet, mit sich selber über die eigenen Stärken spricht, positive Formulierungen verwendet und diese stützenden Selbstgespräche bewusst und regelmässig im Training einübt.

Visualisieren:
Visualisieren ist das bewusste sich bildliche Vorstellen von Handlungen, Situationen und Abläufen. Gute Visualisierungen beinhalten nicht nur „das Bild“ sondern alle möglichen Sinne (Geruch, Geschmack, Gehör, Tastsinn). Es beinhaltet also die Reproduktion aller für die Durchführung der Handlung relevanten sensorischen Informationen im Geist.
Eine optimale Vorstellung sollte folgenden Kriterien genügen: Klare, detaillierte Vorstellungsbilder, Einbezug aller Sinne, Erzeugung von positiven Bildern, sich selber „optimal“ erleben.

Umgang mit Zielen:
Der Umgang mit Zielen ist sehr stark mit der Motivation für das eigene Tun verbunden. Falsche oder schlecht gewählte, unrealistische, Ziele können die Motivation der Sportler/in beeinträchtigen.

Zielsetzungsmerkpunkte:
Sei mit deiner Selbstbeurteilung ehrlich zu dir selbst.
Verwende den Zugang der dir am besten scheint (Bild oder Wort).
Passe deine Ziele regelmässig an, am besten alle 6 bis 8 Wochen.
Setze spezifische, messbare, anpassbare, realistische und zeitgebundene Ziele um die Motivation, deine Verpflichtung sowie die Qualität zu maximieren.
Setze langfristige, mittelfristige und kurzfristige Ziele und verankere sie in Zeitpläne.
Überprüfe deine Ziele jede Woche.
Schreibe deine Ziele auf und mache sie für dich sichtbar.
Wettkampf Countdown:
Schriftliches Festhalten der unabdingbaren Vorbereitungen auf einen Wettkampf, beginnend am Abend vor dem Wettkampf. Sollte jedes Detail beinhalten!

Entspannen:
Es ist erwiesen, dass sportliche Höchstleistungen nur in entspanntem Zustand möglich sind. Wie nun erreiche ich dies vor oder während eines Wettkampfes? Dazu gibt es verschiedene Methoden wie zum Beispiel die Lichtentspannung, die progressive Entspannung oder Meditation.
Oft reicht bei einer Anspannung im Wettkampf, sich auf die Atmung zu konzentrieren (Zwerchfellatmung, konzentrieren auf die Ausatmung löst Anspannungen)
PS: Was du soeben gelesen hast ist ein Bruchteil dessen, was mit Mentaltraining erreicht, korrigiert, verändert und verbessert werden kann.



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