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patman
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Isch kandidiere!

Beitragvon patman » 15.06.11 11:57

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Wenn ich so was schreibe, ist das in etwa genauso ernst zu nehmen wie seinerzeit die Kandidatur von Horst Schlemmer alias Hape Kerkeling zur letzten Bundestagswahl. In jenem Thread, in dem es um den Rücktritt des DBU Präsidenten ging, hat man mich doch tatsächlich als Nachfolger vorgeschlagen! Das freut mich einerseits sogar sehr, denn es zeugt von Vertrauen in meine Person, aber trotzdem: Hallo?? Leute, ich bin nicht mal Mitglied dieser DBU! Zumindest jetzt grad nicht...
Phantasie anregend ist das aber schon: Hier also mein nicht ganz ernst gemeintes 10 Punkte Programm:







1. Ich erkläre nicht nur alle, die einmal im Jahr zum Queue greifen, zu Breitensportlern, sondern gleich alle, die jemals gespielt haben und auch noch diejenigen, die zumindest schon mal an Billard gedacht haben. Mit diesem Schachzug haben wir gleich mal knapp 80 Millionen Billard-Breitensportler und damit ein vielfach größeres Potential als vorher! Mit diesem Potential drücken wir den Deutschen Fußballbund glatt an die Wand!





2. Mein neuestes Buch wird offizielle Pflichtlektüre: Lesungen aus ihm sind zur Eröffnung aller Ligaspieltage vorgeschrieben! Eine Art GEMA-System wird steten Honorarfluss aus diesen Lesungen in Richtung meiner Konten auslösen. (Stichwort: Subsidiarität)





3. Nach den vielen und nicht enden wollenden Sitzungen meines Präsidiums dürfen die dort geleisteten Gedankenkilometer abgerechnet werden.





4. Es finden regelmäßig Standardbälle statt, zu deren Anlass ein legerer Dresscode genügt. Die Eintrittsgelder fließen wohltätigen Zwecken zu (siehe auch: Funktionärswesen und „Eile mit Weile“)





5. Anträge zu den Delegiertensitzungen müssen ab sofort 10 Jahre im Voraus eingereicht werden, damit sich eine Auswahlkommission vorab gründlich mit der Materie befassen kann.





6. Funktionärs-Kumpeln, die sich in finanziellen Engpässen befinden, verschaffe ich hoch dotierte DBU Aufträge (Gutachten!)





7. Alle Präsidiumsmitglieder und Landesverbandschefs erhalten als zentrale Corporate Governance-Maßnahme Nachhilfetraining vom Bundestrainer in Sachen Teamfähigkeit. Selbiger wird ihnen selbige anschließend auch urkundlich bestätigen (Stichworte: Zertifizierung, permanente Prozessoptimierung, Qualitätsmanagement).





8. Zum Nachweis prinzipieller Funktionärstauglichkeit müssen zukünftige Funktionäre (wie Sportler bei Olympischen Spielen), einen Eid auf sportliche Fairness schwören ohne dabei rot anzulaufen. Einschlägige Hoffnungsläufe werden qua Satzung unterbunden! Nur wer auf Anhieb kann, der kann! Es geht schließlich um viel (Stichworte: Verantwortung, Sport und Ethos)!





9. Die Normen des Bußgeldkatalogs werden deutlich angehoben und Landesverbände müssen eine Mindeststrafgeldquote erfüllen. Die Optimierung der Bußgeld-Akquise wird mit einem Flexilbilitätstest (Aktuelles Stichwort: Stresstest!) der Landessatzungen verknüpft (Stichwort: Synergie-Effekte nutzen). Es gilt das Best-Practice-Prinzip: Gemeinsam werden wir besser! (Siehe auch: Team Building)





10. Billardcafés werden aufgrund ihres strukturellen Charakters als potentielle Jugendgefährdungsorte nicht mehr als Vereinssitz oder für Ligaspiele zugelassen. Nur noch Vereinsheime in ruhigen (abgelegenen) Lagen mit möglichst wenig Störungen (Zutritt ausschließlich vermittels Clubkarte) und ehrenamtlich betrieben können hier unseren ehernen sportlichen Anforderungen genügen! Berechtigt zum Alkoholgenuss sind nur Funktionäre, die nicht mehr aktiv am Ligabetrieb teilnehmen. Deren Versorgung ist aber sicher zu stellen (Stichworte: Gewährleistungspflicht, Fürsorge, Prinzip des Vorhaltens ausreichender Lagerbestände auch für unangemeldete Kontrollbesuche . Siehe auch: „Barmherziger Samariter“).





Genug der Späße – ich habe nun einmal eine satirische Ader!





Eigentlich versuche ich mich aus den Belangen der Deutschen Billard Union möglichst herauszuhalten. Doch wenn man mich fragt, wie in obigem Thread geschehen, würde ich - nun wieder ernsthaft geworden - Folgendes empfehlen:





1.) Bitte wieder die Nähe zur Automatenindustrie suchen. Die Zusammenarbeit mit dieser wurde vor knapp 20 Jahren abgebrochen. Positive Beispiele aus Spanien zeigen, dass Sport und Spiel durchaus gemeinsam nebeneinander nicht nur existieren können, sondern sich sogar gegenseitig befördern können.





2.) Keine reine Sportideologie mehr! Dem Schiedsrichterwesen, dem Trainer-Ausbildungswesen und auch den Kader-Maßnahmen stehe ich sehr skeptisch gegenüber, seit die englischen Spieler völlig ohne Maßnahmen dieser Art zu den führenden Spielern des Kontinents gehören. Es gibt sogar (angesehene) Billardnationen, die qualifizierten Jugendlichen einen Aufenthalt in einem exotischen Billardland (Philippinen) finanzieren und diese sogar mit einem kleinen „Zocker-Taschengeld“ ausstatten. Da wird echte Charakterbildung gefördert, denn wer von dort zurück kommt ist als Spieler hart geworden und hat gelernt sich zu behaupten. Zumindest aber ist ein wichtiger Lernprozess in die richtige Richtung ausgelöst. Ihr wisst schon: „Cochones!“





3.) Ich würde totale Transparenz fördern! Ideen dazu wären:


a. Livestreams von Präsidiumssitzungen, Delegiertenversammlungen und Generalversammlungen.


b. Präsidiumsmitglieder und Landesverbandschefs sollten einen Blog bekommen, in dem sie von allen Terminen (inkl. Sponsoring-Kontakte) berichten.


c. Alte, neue und noch bestehende Verträge mit DBU-Beteiligung werden (sofern rechtlich zulässig) offen gelegt!





4.) Ich würde neue Ideen zu den Austragungsmodi, die den größten Zuspruch von allen erhalten, zunächst auf Freundschaftsspielebene testen und bewerten lassen. Nichts geht über die Erfahrung mit prinzipiell guten Ideen in der Praxis!





5.) Neue Wege in der Öffentlichkeitsarbeit auch abseits des rein „Sportlichen“ suchen. Dazu als Beispiel die neue „After hour athlete“-Kampagne des Sportartikelherstellers Puma.





6.) Öffentliche Ausschreibungen im Sponsoring- und Ausrichterbereich, statt sattsam bekannter Amigo-Politik auch schon auf Landesebene.





7.) Ideen und Vorschläge mit breitem öffentlichem Zuspruch aus Billardforen sollten bei Sitzungen auf die Agenda gesetzt werden und wohlwollende und ernsthafte Prüfung erfahren: Wir müssen das kreative Potential aller Billardspieler nutzen!





8.)….. Dieser Punkt wurde wegen gerichtlicher Angreifbarkeit gestrichen! Sorry. (Anmerkung BA: Nicht von uns gestrichen )





9.) Mitgliedsbeiträge sollten nicht mehr „gleichmässig“ („Gießkannen-Prinzip“) auf alle Billardarten (Pool, Snooker, Karambolage, Kegel) verteilt werden, sondern nach einem Schlüssel, der sich maßgeblich an den Zahlen jener Mitglieder orientieren, welche die eine oder andere Disziplin spielen. Pool Billard spielen die meisten und das sollte sich auch in der Förderung auswirken!





Nicht jedem würden meine Vorschläge schmecken! Aber ich stehe dafür. Trotzdem kann ich hier nicht zur Verfügung stehen. Zum einen stellt sich die Frage, was man denn bewegen kann, wenn man denn in seinem eigenen Präsidium ständig überstimmt wird? War dies nicht auch der angedeutete Grund des aktuellen Präsidenten-Rücktritts?





Wer eine Person mit einem bestimmten Programm wählt, muss auch deren „Stab“ dazu wählen, mit dem sie ihr Programm durchsetzen könnte. Andernfalls wäre jeder Kandidat nur eine Marionette.


Wie kann man denn in einem Gremium, in dem alle Verbandsfürsten ebenfalls sitzen, die sich bekanntermaßen alle nicht grün sind, überhaupt etwas bewegen? Per Mehrheitsbeschluss ist hier und da vielleicht mal etwas durchsetzbar, schon klar, aber wahrscheinlicher ist doch eine nicht enden wollende Dauerblockade mit Themen- und Beschlussverschleppungen und den üblichen taktischen Satzungs-Spielchen. Da sind einige schon seit langem gestählt in der Kunst, „Beton zu mischen“!





Mir persönlich lägen auch diese endlosen bleiernen Diskussionen (Stöhn!) nicht so sehr: Man muss den Gremienkampf auch mögen. Da muss man sich ehrlich fragen: Liegt mir das? Wer dies kann und in unserem Sinne etwas bewegen möchte: Respekt! Aber wer immer sich auch zur Wahl stellt, er sollte sich nicht nur kurz vorstellen und das gerade mal unmittelbar vor der Wahl, sondern er soll sagen wofür er steht. Nur so kann man später seine Worte an seinen Leistungen messen. Nur so kann man ihn auch wirklich kritisieren.





Kritisieren ist ein demokratisches Grundrecht! Ja es gibt keine radikalere Kritik, als jemanden an seinen eigenen Worten zu messen. Es muss so sein. Anders geht es nicht! Ich finde es immer wieder belustigend, wenn in Internetforen Kritiker gnadenlos mit dem Argument niedergebügelt werden, dass sie es doch selber erst einmal besser machen sollten und sich gefälligst selber erst mal ehrenamtlich engagieren sollten. Lustig! Nach diesem Prinzip dürften nur Funktionäre Funktionäre kritisieren – oder Bundeskanzler Bundeskanzler. Wir wären alle außen vor und weiß Gott – oft genug sind wir es ja auch!





Es gäbe natürlich noch viel mehr zu diesen Themen anzumerken. Aber in meinem aktuellen Buch („Die letzte Freiheit“) habe ich mich im letzten Kapitel auf 22 Seiten ausführlich zum Funktionärs-, Sport- und Spiel-Thema geäußert. Kritisiert weiter und lasst euch nicht einschüchtern. Lasst euch auch nicht von rhetorischen den Nebelkerzen einiger Funktionäre ins Boxhorn jagen. Aber das brauch ich Euch nun wirklich nicht zu sagen!





Ganz im Gegenteil! Wenn ich in einigen Threads so mitlese, dann sehe ich sehr gut, was für ein geballtes Fachwissen zu diesen Thema bei einigen Usern vorhanden ist. Das geht oftmals über mein Eigenes hinaus und das freut mich.





Mit herzlichem Gruß!


Euer


Ralph Eckert


Mannheim den 14.05.2011 (und dann doch noch raus gelassen am 15.06.2011…)



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