TrainingBillardtraining - aber wie?

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TomDamm
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Billardtraining - aber wie?

Beitragvon TomDamm » 11.02.10 21:12

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Ich möchte Euch hier einen kleinen Einblick, quasi einen Grundgedanken zu meiner Trainingsmethode geben.

Mittlerweile ist Training im Billardsport ja kein Fremdwort mehr. Es gab aber Zeiten - und das ist noch garnicht so lange her, da wurde, auch von unseren TOP-Spielern (ob nun bewusst oder unbewusst) verbreitet, dass sie eigenlich nicht mehr trainieren, sondern nur noch Turniere spielen.
Mittlerweile zeigen unsere jungen Nachwuchstalente, wie weit und vor allem wie schnell man es mit gezieltem Training bringen kann.
Und selbstverständlich haben ein Souquet, Ortmann, Engert, Hohmann etc. auch Jahre damit verbracht Ihr Spiel durch Training zu optimieren...


Aber mittlerweile haben wir in Deutschland viele neue Trainer und Trainerassistenten, die Ihr Wissen und Ihre Motivation weitergeben. Ein besonderer Dank geht hier in Richtung Dachau, an unseren Bundestrainer Andreas Huber. Ohne seine Bemühungen in Sachen Trainingsmethodik, Richtlinien und Ausbildungsinhalten, wären wir Heute bestimmt nicht da wo wir stehen.


Ich möchte Euch hier nun ein paar (aus meiner Sicht) wichtige Tips in Sachen Training auf den Weg geben.


Das wichtigste gleich vorneweg! Lasst einen erfahrenen Spieler oder Trainer einmal Eure Technik begutachten. Nichts ist schlimmer, als sich einmal angewöhnte Fehler, durch Training immer weiter einzuschleifen. Training ist gut und richtig, man sollte es aber richtig machen und bei den Basics anfangen.


Tipp 1)
Als erstes solltet Ihr feststellen ob Ihr reproduzierbar, ohne Effet geradeaus spielen könnt. Testet das mit Bällen, die Ihr über 3-4 Tischlängen spielt. Nur mit dem Spielball, ohne zweite Kugel.
Wenn Ihr das nicht oder nur ab und zu hinbekommt, müsst Ihr das üben. Dieser gerade Stoß ist eine Grundvoraussetzung um überhaupt vernünftig weiter trainieren zu können.


Wenn Ihr das reproduzierbar beherrscht - Herzlichen Glückwunsch!


Tipp 2)
Teilt Euer Training in verschiedene Bereich auf:


1) Stoßtechnik/Haltung
Hier übt Ihr das geradeaus Spielen, den für Euch richtigen Stand (Pinguin I und II), die korrekte Schnabellänge und das "Durchbeschleunigen". Am besten verwendet Ihr hierzu nur einen Ball. Idealerweise eine halbe Kugel oder den "Elefant Ball". Dann seht Ihr am besten, ob Ihr ungewollt Effet gespielt habt. Wenn Ihr diese Übung mit einem zweiten Ball spielt den Ihr lochen wollt, wird Eure Aufmerksamkeit automatisch nur noch auf dem "lochen" liegen. Ihr werdet Eure Technik anzweifeln, obwohl der Stoß vielleicht gut war und Ihr nur falsch gezielt habt. Der Mensch ist halt so...


10-20 Minuten vor jedem Spielen sollten genügen um die Stoßtechnik zu festigen und keine neuen Fehler aufkommen zu lassen. Anfänger oder Spieler die eine komplett-Umstellung machen, benötigen natürlich mehr Zeit für diesen Bereich.



2) Stoßwirkung
Stoppball, Nachläufer, Rückläufer, Austauschball


Erklärt sich eigentlich von selbst. Macht aber erst richtig Sinn, wenn Ihr in der Lage seid geradeaus zu spielen.
Gewöhnt Euch an, vor dem Stoß (wenn Ihr noch aufrecht steht) über die gewünschte Wirkung der Weißen am Objektball nachzudenken. Versucht diese Bälle immer im gleichen Rhytmus zu spielen (gleiche Anzahl Vorschwünge) Fangt immer ganz einfach an und steigert dann den Schwierigkeitsgrad.


3) Übungen (Treffsicherheit und Position)
Jede Übung ist wertvoll! Allerdings nur, wenn sie dementsprechend gespielt und geübt wird. Es geht nicht in erster Linie darum, dass jemand eine Übung schafft, sondern dass er die Übung richtig spielt. Ihr müsste all Eure Konzentration auf die Lösung des Problems der Übung legen. Ein Gedanke an den geraden Stoß oder Euren Stand kann hier verheerend sein, weil Ihr Euch vielleicht ablenken lasst. Ihr müsst lernen Euch auf Eure Technik zu verlassen, deshalb habt Ihr das ja geübt...


In diesem Bereich werden Rituale gefestigt und visualisiert, also vorausschauend (3 Kugeln im voraus) Billard gespielt. Das muss Euch in Fleisch und Blut übergehen.


4) Spieltraining
Im Spieltraining sollte all das angewendet werden, was Ihr vorher gelernt habt. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Dieses Training, am besten gegen gleich gute oder bessere Spieler, ist genau so wichtig wie die Bereiche vorher. Aber Achtung - hier wird "spielen" trainiert und keine Technik. Es fällt tatsächlich leichter wenn man die einzelnen Bereiche voneinander trennt. Man kann sich dann besser auf die Feinheiten konzentrieren.


Und ein wichtiger Tipp: Spielt im Trainingsspiel keine Sätze und schreibt nicht mit. Somit gebt Ihr Euch die Chance einen Ball zu wiederholen, den Ihr vielleicht einfach unaufmerksam gespielt habt. Wenn Ihr aufschreibt oder mitzählt, habt Ihr diese Möglichkeit nicht.


5) Wettkampftraining
Jetzt ist Wettkampf angesagt! Handy und Kippen weg, und das Bier bleibt im Kühlschrank. Jetzt ist Krieg, wie im Wettkampf ;-) Jetzt übt Ihr zu gewinnen!



Ich hoffe ich konnte Euch ein wenig neue Inspiration zum trainieren vermitteln. Bitte seht es mir nach, wenn ich hier keine Übungen detailiert beschreibe. Davon gibt es einfach zu viele und gut sind eigentlich alle - man muss sie nur richtig spielen!


Vielleicht sieht man sich ja in dem einen oder anderen Trainingskurs in Gera oder in Eurem Lokal.


Bis dann
Euer Tom Damm
Billardschule Gera - Mobile Pool School


Ein GEWINNER ist Derjenige, der am Ende des Tages behaupten kann, ALLES für den Erfolg getan zu haben... Dann tut auch eine Niederlage weniger weh...

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