LigabetriebDie 'alten Wilden' sind auch noch da!

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TomDamm
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Die 'alten Wilden' sind auch noch da!

Beitragvon TomDamm » 03.03.09 12:59

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Pool-Billard auf höchstem Niveau bei den Bezirksmeisterschaften der Senioren





Den jungen Wilden gehört die Zukunft, die Oldies des BBW haben aber auch noch ein Wörtchen mitzureden und gehören längst nicht zum alten Eisen. Die Staffelfinals und Endrunde der diesjährigen Seniorenmeisterschaften fanden am 28.02.09 im Queens Club in Anderten statt.




Gruppenbild der Finalisten Lauenförde und BF Weserbergland




In der Boom-Zeit der 80er und 90er Jahre machte der Pool-Billard-Sport in Niedersachsen seinerzeit einen entscheidenden Schritt nach vorn. Führend dabei der Billard Bezirk Weserbergland mit seinerzeit um die 1400 Mitgliedern, von denen auch nach dem Mitgliederschwund der letzten Jahre und der Auflösung ganzer Vereine noch immer ein guter Stamm von mehr als 1000 Sportlern geblieben ist. Damals waren sie die Mitbegründer der Vereine in der noch jungen Poolszene in der Region zwischen Hannover und Göttingen, von Hameln bis Wolfsburg schossen Billard-Cafés und Vereinsheime quasi aus dem Boden. Längst haben sie ihr Können weitergegeben an die folgenden Generationen, viele der damaligen "jungen Wilden" aus der VoKuHiLa-Zeit aber haben zwar etwas an Jahren (und auch Gewicht) zugelegt, sind aber ihrem Sport treu geblieben und fanden sich nun abermals im Queens Club in Hannover Anderten ein, um den Bezirksmeister zu ermitteln.





Für die Qualität der Konkurrenz spricht hier schon das Teilnehmerfeld von sage und schreibe 21 gemeldeten Seniorenmannschaften! Bezirkssportwart Christian Werner musste sich also etwas einfallen lassen, um eine anspruchsvolle und gerechte Austragung zu gewährleisten. So wurden die Senioren aufgeteilt in drei Staffeln, die über je drei Spieltage verteilt Jeder-gegen-Jeden spielten und so eine Vorauswahl für die Bezirksmeisterschaft trafen. Hier sollte es nun im direkten Vergleich der Staffelbesten weitergehen: Je zwei Tabellenerste und die beiden besten Tabellendritten aus den Staffeln bildeten ein 8er-Feld, wo nun nach Setzung der Staffelsieger die Begegnungen ausgelost wurden. Im Einfach-KO wurde dann der Bezirksmeister ermittelt. Mehr zu den Staffelergebnissen findet sich im Internet unter www.billard-live.de, der offiziellen Ergebnisseite des BLVN.





Titelverteidiger Lauenförde (Sigurd Klädtke, Volker Teuteberg, Stefan Jäger, Peter Kassen) war also ebenfalls am Start und galt wieder als Mitfavorit, aber auch die Wolfsburger Truppe um Dean Risinger hatte sich qualifiziert und wollte als Vizemeister die Scharte der letzten Saison mit der deutlichen Finalniederlage gegen Lauenförde auswetzen. In der Staffel C hatte sich als Gruppenerster der neugegründete Verein der Billardfreunde Weserbergland durchgesetzt. Mit Mannschaftsführer Peter "Pedda" Balthaus, Holger "Holli" Eilers und nicht zuletzt "Benson" Werner höchstselbst auch hier drei Urgesteine des Poolsports am Start, seit den frühen 80er Jahren kennen sich die drei Spieler und haben sich im letzten Jahr im eigenen kleinen, aber feinen Verein eine neue sportliche Heimat geschaffen.





Billardfreunde im wahrsten Sinne des Wortes: Holli, Benson und Pedda (vlnr)




Das Mannschaftsfeld wurde komplettiert durch die ebenfalls nicht zu verachtenden Truppen von Snoobi Hannover, Harlingerode, Braunschweig, Gastgeber Anderten und Snoobi II. Jeder hier rechnete sich Chancen zumindest auf einen Podestplatz aus, mancher hatte insgeheim sogar noch höhere Ansprüche. Der Modus war einfach und eindeutig: Einmal 14/1 auf 75 Ball, zwei 8-Ball auf 5 Gewinnspiele und zwei Partien 9-Ball auf 6 bildeten die Spielpaarung, wer zuerst drei Partien für sich entscheiden konnte, war eine Runde weiter. Und es kam (eigentlich wie immer) fast so etwas wie Pokalstimmung auf und einige Begegnungen wurden tatsächlich Spitz auf Knopf erst mit der letzten gesenkten Acht oder Neun entschieden.




Spannung pur, hochklassiger Sport und mit dem Queens eine Spielstätte, in der es an Nichts fehlt und deren Gastfreundlichkeit schon legendär ist. Billard-Herz, was willst du mehr?




Das Los hatte es gut gemeint mit den Billardfreunden, so hätte man meinen können: Der Drittplatzierte der Staffel B wurde zugelost, mit Snoobi I aber rund um Spitzenspieler Kenji Suzuki hatten die BF mächtig zu kämpfen und den Einzug ins Halbfinale! Eilers gegen Brörken im 14/1 und Werner im 8-Ball gegen Suzuki mussten sich schnell geschlagen geben, nach zerfahrener Partie schaffte es lediglich Balthaus, die mögliche 0:3-Klatsche abzuwenden! Tatsächlich mit der letzten Neun gelang es ihm, zumindest die Chance auf zwei weitere Partien der Rückrunde zu erhalten. Mit 6:5 setzte sich "Pedda" gegen Uwe Fricke durch und ging gleich wieder ans Brett, um nun im 8-Ball gegen Jörn Ehmcke weiterzumachen und die kleine Siegchance noch zu nutzen. Am Nachbartisch passierte dann auch das nötige "kleine Wunder", hier setzte sich Eilers nach der schwachen 14/1-Partie mit 6:1 ganz souverän gegen den eigentlich höher eingeschätzten Suzuki durch und hielt mit dem Ausgleich die Partie weiter offen. Zunächst stark aufspielend kam Ehmcke an den Tisch: Zweimal konnte er abräumen und Balthaus Paroli bieten, mit zunehmender Spieldauer aber schlichen sich leichte Fehler in sein Spiel ein und nach einem Foul beim Stand von 3:4 musste er zusehen, wie nun "Pedda" mit all seiner Routine das Brett abräumte und unter dem Jubel von "Benson" und "Holli" das Halbfinale klarmachte. Gratulation an Snoobi, die sich teuer verkauft haben und nun leider aus dem Turnier ausscheiden mussten.





An den Nachbartischen ging es nicht ganz so knapp und spannend zu, Lauenförde hatte einen ganz starken Lauf und erspielte sich ein deutliches 3:1 gegen Gastgeber Anderten, hier schlug Klädtke in einer gewohnt starken 14/1-Partie den Hannoveraner Steffen Sellnau, der als Ersatz in die Truppe gerückt war. Klädtke spielte auch das konstanteste 14/1 der Liga und schaffte unter anderem eine Höchstserie von 54 Bällen. Wolfsburg gegen Snoobi II, hier hatten Risinger, Gust und Waibel ebenfalls nichts anbrennen lassen und sich mit 3 zu 0 fürs Halbfinale qualifiziert, ebenso die Harlingeröder um Captain Andreas Pankow, die sich über ein 3 zu 0 gegen Braunschweig I freuen durften.




Harlingerode I mit Biedermann, Böker und Pankow mit BSW Benson bei der Pokalübergabe




Neues Spiel, neues Glück: In einer Neuauflage des Finals von 2008 standen sich Wolfsburg und Lauenförde gegenüber, die Billardfreunde spielten gegen Harlingerode. Stefan "Jägger" Jäger, Rückkehrer aus Uslar zu seinem ehemaligen Verein Lauenförde verstärkte das Team um Mannschaftsführer Klädtke und machte gleich einen ganz wichtigen Punkt: Mit fehlerfreiem Spiel und einem 5:0 im 8-Ball nahm er den Wolfsburger Spitzenspieler Dean Risinger aus dem Rennen und verschaffte somit seinen Kameraden eine sehr gute Ausgangsposition. Der pausierende Volker Teuteberg konnte sich entspannt zurücklehnen und zusehen, wie auch "Sigi" Klädtke und Peter Kassen ihre Partien einfuhren und musste somit zur Rückrunde sein Queue gar nicht erst zusammenschrauben. 3:0 Höchststrafe für Wolfsburg, damit war eigentlich nicht zu rechnen gewesen. Der erste Finalist stand somit fest, Lauenförde wollte ein Wort mitsprechen um die Titelvergabe!





Auf den drei Nachbartischen ging es ähnlich zu: Eilers hielt "Speedy" Biedermann im 14/1 deutlich auf Distanz und machte in der 15 Aufnahme den Sack zu, 1:0 für die Billardfreunde. Im 9-Ball standen sich mit "Andy" Pankow und "Pedda" Balthaus zwei alte Freunde gegenüber, lange her die gemeinsame Oberharzer Zeit, man kennt und respektiert sich gegenseitig. Und so mussten in einer diesmal hochklassigen Partie einige wenige Schussfehler die Entscheidung bringen. Da Wechselbreak gespielt wurde und beide erfolgreich breakten, wurden zunächst alle Spiele sauber ausgeschossen und nach je 2 Assen erhielt Balthaus seine erste Chance, Pankow ein Break zu klauen. Eine missglückte Sicherheit brachte ihn ins Spiel und er nutzte die Chance gleich doppelt und bitter für Pankow: Dem Spielgewinn folgte eine Break-9, und nach 4:2-Zwischenstand schließlich ein dann verdientes 6:3.





"Benson" hatte es also in der Hand, die Billardfreunde vorzeitig ins Finale zu bringen und zunächst sah es auch sehr gut aus im 8-Ball. 3:0 führte er, ehe sich erste Fehler über zumeist unnötige Fouls einschlichen und somit Gegner Carsten Böker wieder ins Spiel brachten. Aber den Ausgleich steckte Benson dann doch weg und machte die letzten beiden Spiele zum 5:3, die Billardfreunde hatten es den Lauenfördern gleichgetan und gingen ohne weitere Verzögerung ins Finale. Glückwunsch an Wolfsburg und Harlingerode zum 3. Platz, Pokal und Sportförderprämie versüßten ein wenig die Niederlage.





Die Geschichte des Finals ist ebenfalls schnell erzählt, sehr zum Leidwesen der Billardfreunde: Lauenförde baute schnell an allen Tischen ein sehr druckvolles Spiel auf und ließ dem Gegner kaum eine Chance zur Entfaltung. Ein weiterer Whitewash Marke "Jägger" erwischte Benson im 8-Ball, machtlos musste er zusehen, wie die erste Partie verloren ging. Nahezu ebenso erging es Balthaus gegen einen stark aufspielenden Teuteberg, zweimal breakte Balthaus trocken und sah sich so einem 0:4 gegenüber, da Volker einfach keine Fehler machte und alle Spiele fehlerfrei beenden konnte, ehe er Balthaus zumindest noch den Ehrenpunkt überließ, aber letztendlich mit 6:1 verdient gewann. Eilers bemühte sich noch, die Rückrunde zu sichern, aber erfolglos.




Meister Lauenförde mit Stefan Jäger, Peter Kassen, Sigurd Klädtke und Volker Teuteberg





Mit abermals 3:0 sichert sich Lauenförde die Titelverteidigung und geht im Übrigen neben mindestens vier weiteren Startern aus dem Bezirk Weserbergland auch als Titelverteidiger zur Landesmeisterschaft.





Dem Verfasser sei gestattet, sich bei allen "ollen Säcken" für den anspruchsvollen Sport und insbesondere für die Fairness und den freundschaftlichen Umgang miteinander zu bedanken. Eine tolle Seniorenmeisterschaft hat mit einem verdienten Sieger einen würdigen Abschluss gefunden.





Die Abschlusstabellen der Staffeln mit den kompletten Mannschaften und ergänzende Informationen finden sich auf www.billard-live.de







02-03-09 Pedda


Ein GEWINNER ist Derjenige, der am Ende des Tages behaupten kann, ALLES für den Erfolg getan zu haben... Dann tut auch eine Niederlage weniger weh...

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