Ligabetrieb1. Bundesliga - Saisonfinale aus Dachauer Sicht

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TomDamm
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1. Bundesliga - Saisonfinale aus Dachauer Sicht

Beitragvon TomDamm » 05.06.08 01:10

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Der letzte Tag des Wonnemonats Mai bedeutete für die Bundesliga-Truppe des Billardsportvereines aus der Brunngartenstraße auch die Entscheidung über den Verbleib im Oberhaus des Deutschen Pool-Billards und hätte somit auch leicht zum letzten Tag der Aera der Erstligisten in der Stadt Dachau werden können…



31.05.2008


BC Sindelfingen – BSV Dachau


1.Runde: 14/1endlos-Teamplay (4gegen 4): 1:0


I) Marco Tschudi Nicolas Ottermann 100:97
Oliver Ortmann Roman Hybler
Jakob Belka Christoph Reintjes
Jörn Kaplan Harald Stolka


2.Runde: 8-Ball-Teamplay (2mal 2 gegen 2): 2:0


I) Jörn Kaplan Christoph Reintjes 6:3
Marco Tschudi Nicolas Ottermann


II) Jakob Belka Harald Stolka 6:2
Oliver Ortmann Roman Hybler


3.Runde: 9-Ball-Einzel (4mal 1 gegen 1): 1:3


I) Marco Tschudi - Christoph Reintjes 3:4 4:0 1:4
II) Oliver Ortmann - Harald Stolka 3:4 3:4
III) Jakob Belka - Roman Hybler 3:4 1:4
IV) Jörn Kaplan - Nicolas Ottermann 4:2 4:0



Gesamt-Ergebnis: 4:3


Bericht:


Der letzte Tag des Wonnemonats Mai bedeutete für die Bundesliga-Truppe des Billardsportvereines aus der Brunngartenstraße auch die Entscheidung über den Verbleib im Oberhaus des Deutschen Pool-Billards und hätte somit auch leicht zum letzten Tag der Aera der Erstligisten in der Stadt Dachau werden können…


Entsprechend nervös war auch die Atmosphäre rund um diesen letzten Auswärtsauftritts des BSV Dachau in der Saison 2007/2008. Für den Gastgeber aus Sindelfingen war die Situation auch nicht gerade „entspannt“: Mit 2 Siegen an diesem Wochenende und einem Patzer der beiden Tabellenführenden Berrenrath und Osnabrück wäre noch alles nach oben drin gewesen — bei zwei Niederlagen allerdings auch die Möglichkeit, auf den letzten Abstiegsplatz zu rutschen… Dachau wäre mit einem Sieg sicher vom Abstieg gerettet — bei einer Niederlage mußte zumindest das Tabellenschlusslicht Hamburg einmal patzen und im Satzverhältnis hinter den Dachauern bleiben… Nervenkitzel pur also in einer der Deutschen Renommier-Billard-Sportanlagen, dem „Die Drei“ in Sindelfingen…


Das 14/1endlos Teamplay begann aus Sicht des BSV Dachau sehr erfreulich und gipfelte in einer 75:21 Führung, ehe Nico Ottermann einen Breakball „verzuckte“ (wie Dachaus Trainer kommentierte). Von nun an entwickelte sich eine von beiden Seiten sehr fehlerbehaftete Partie, die sehr lange (Über 3 Stunden!) dauerte und auch nicht sonderlich schön anzusehen war — bis es beim Stand von 96:92 aus Dachauer Sicht zu einem sehr langen Sicherheitsduell beider Team kam. Auf dem Höhepunkt dieser Taktik-Schlacht gelang es dem Starspieler der Sindelfinger, Oliver Ortmann, einen unglaublichen Jump-Shot über den hinteren Teil des Dreiecks auszuführen und dabei einen vorher angesagten Ball zu versenken. Nun sprach alles für Sindelfingen, die ihre verbleibenden Bälle auch sicher versenkten und für Ortmann den 100. Ball fast geradesaus auf ein Mittelloch einstellten — und Ortmann setzte den Ball NEBEN das Loch… In der nun losbrechenden geschockten Stille war es an den überraschten Dachauern, ihrerseits die noch vier benötigten Bälle zu versenken: Hybler lochte den 97. Ball und spielte eine nicht ganz einfache aber jederzeit lösbare Position für Reintjes und der verschoss den 98. Ball ebenfalls… Die ihrerseits nun überraschten Sindelfinger konnten den im Loch liegen gebliebenen 100. Ball nun doch noch versenken und den ersten Partiepunkt des Tages sichern.


Es folgte die Runde der 8-Ball-Doppel und wieder waren es die Dachauer Teams, die auf beiden Tischen in Führung gingen: Hybler/Stolka lagen aussichtsreich mit 2:0 in Führung und waren gerade dabei, das dritte Spiel am Stück zu beenden, ehe Dachaus Nummer Eins, Roman Hybler, die entscheidende „8“ am Loch vorbei schoss und somit Belka/Ortmann ins Spiel eingreifen konnten. Auch am Nachbartisch wollte Ottermann/Reintjes der dritte Anstoß nicht gelingen und Tschudi/Kaplan kamen an den Tisch.
Das Dachauer Renomier-Doppel Hybler/Stolka wurden für den ungewohnten Fehler Hyblers schwer bestraft: Ortmann/Belka schossen 6 Partien und damit den gesamten Satz am Stück aus!!!


Auf dem zweiten Tisch entbrannte ein wahrer 8-Ball-Krimi, bei dem allerdings die Gastgeber mehr und mehr die Oberhand erlangten und den Satz schließlich 6:3 für sich entschieden.


Für Sindelfingen lief also alles nach Plan — die Dachauer hingen gedanklich schon ein wenig über dem Abgrund… Wie so oft mußten es die 9-Ball-Einzel für die Dachauer retten…


In den gesetzten Partien trafen Christoph Reintjes auf „Brett Eins“ gegen Marco Tschudi, an Nummer zwei Harald Stolka gegen Oliver Ortmann (vielleicht DIE Partie des Tages), Roman Hybler auf Jakob Belka und Nicolas Ottermann auf Jörn Kaplan.


Dachaus Top-Spieler Roman Hybler wollte bei seinem vorerst letzten Auftritt für den BSV Dachau wohl noch einmal zeigen, aus welchem Holz er ist und fertigte Jakob Belka schnell und deutlich mit 4:1 und 4:3 ab. Der tschechische Nationalspieler wird in der kommenden Saison „Baby-Pause“ machen und für seinen früheren Verein, den BSV Fürstenfeldbruck, in der Landesliga antreten.
Christoph Reintjes sicherte sich im Spiel der punktbesten Einzelspieler den ersten Satz mit 4:3 ehe er den zweiten Satz mit 0:4 an sich vorbei ziehen lassen musste.
Auch Harald Stolka zeigte noch einmal alles und sicherte sich mit einem fehlerfreien Satz den ersten Durchgang gegen Oliver Ortmann mit 4:3.
Zum Schreck der Dachauer war es zu diesem Zeitpunkt allerdings schon geschehen: Nicolas Ottermann hatte glatt in zwei Sätzen 2:4 und 0:4 gegen Jörn Kaplan verloren und damit war die Neiderlage des BSV (leider) besiegelt.
Dass Reintjes den entscheidenden dritten Satz noch klar mit 4:1 für sich entschied und auch Stolka den zweiten Satz mit eine erneut fehlerfreien Vorstellung 4:3 „nach Hause“ spielte, konnte daran dann auch nichts mehr ändern…
Die Spielpunkte können im Kampf gegen den Abstieg allerdings mehr als wertvoll sein — immerhin hatte der BSV ja 2 Tabellen- und 8 Spielpunkte Vorsprung auf Schlusslicht Hamburg, die allerdings am Wochenende noch zweimal an die Tische durften…


Gottlob erlöste ein Anruf die langen und deprimierten Gesichter der Dachauer Spieler schon wenige Minuten später — Andreas Huber hatte sich „vorsorglich“ wie er später zwinkernd versicherte über die Spielstände der anderen Begegnungen informieren lassen — und Berrenrath hatte Hamburg mit 5:2 geschlagen… Damit war Dachau uneinholbar vor den Hanseaten, unabhängig vom Ausgang der Hamburger und aller anderen Sonntagspartien…


Das Saisonresümee von Andreas Huber, dem Dachauer Trainer und Vorstand viel dann auch eher kurz und verhalten aus:
„So ist es eben, wenn man auszieht, um Meister zu werden und dann vom Spielmodus und den eigenen Fehlern bestraft wird… Wir alle hätten Roman gerne zum Abschied den dritten Titel geschenkt — so hat uns Berrenrath den Nichtabstieg ermöglicht… mit etwas Galgenhumor ist das doch fast dasselbe…
Alles weiterere müssen die nächsten Wochen zeigen — jetzt will ich nur noch nach Hause und diese Saison schnell vergessen…“


Ein GEWINNER ist Derjenige, der am Ende des Tages behaupten kann, ALLES für den Erfolg getan zu haben... Dann tut auch eine Niederlage weniger weh...

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