SnookerUnfähigkeit trifft auf Unsportliches Verhalten oder?

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Friedolin
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Unfähigkeit trifft auf Unsportliches Verhalten oder?

Beitragvon Friedolin » 17.07.16 12:51

Wer des öfteren Snooker spielt hat es sicherlich auch schon einmal erlebt.
Der Gegner spielt rot, Ball klappert und bleibt im Tascheneinlauf liegen. Gegner verlässt den Tisch mit dem Kommentaren wie:
Mach weg, wieder ein Geschenk usw.
Darauf komme ich und versemmele grundsätzlich den 99% sicheren Ball. Das ich mich von diesen Kommentare beeinflussen lasse ist ein großes Defizit und das dies eine art Unfähigkeit ist steht außer Frage.

Ich Frage mich allerdings auch ob der Gegner mit dieser aussage und Kommentare gegen die Regel verstößt.


Friedolin



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Re: Unfähigkeit trifft auf Unsportliches Verhalten oder?

Beitragvon LastrisOrt » 20.07.16 19:11

Regelwerk Snooker Stand 12-2014 hat geschrieben:4. Die Spieler
1. Verhalten
(a) Wenn es vorkommt, dass einer der Spieler
(i) übermäßig viel Zeit für einen Stoß oder die Auswahl eines Stoßes benötigt,
(ii) sich nach Meinung des Schiedsrichters absichtlich oder beharrlich unfair verhält,
(iii) sich anderweitig nicht gentlemanlike benimmt,
(iv) sich weigert, weiterzuspielen, so muss der Schiedsrichter
(v) den Spieler verwarnen, dass im Wiederholungsfall das Frame seinem Gegner zuerkannt wird, oder
(vi) das Frameseinem Gegner zuerkennen, oder
(vii) im Falle von besonders schwerem Fehlverhalten das Game seinem Gegner zuerkennen.


Quelle: http://portal.billardarea.de/img/cms/clients/1/files/Snooker-Regeln_2014_V_2-4-2-web.pdf

Gruß
Patrick



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Re: Unfähigkeit trifft auf Unsportliches Verhalten oder?

Beitragvon treffgarnix » 21.07.16 09:45

"Mach weg, wieder mal ein Geschenk" sehe ich in keiner Weise als ein unsportliches Verhalten, mit solchen Kommentaren muss man einfach leben können. Ohne Frage wäre es angenehmer, wenn man immer nur nett zueinander ist. Aber wenn Emotionen hochkommen, da menschelts halt immer wieder, und es gibt auch ein paar Idioten (nicht oft, eher selten), die permanent Müll reden. Die meisten, und da zähle ich mich genauso dazu, befinden sich manchmal in Situationen, in denen sie sich in angespannten Situationen nicht immer ganz unter Kontrolle haben und Nettikette ab und zu mal vergessen. That's life. Das ist in der Regel auch nicht bös gemeint, das ist Ausdruck einer persönlichen Schwäche.

Du hast es ja erkannt, DU bist derjenige der darauf anspringt, also suche die Änderung auch in Dir, nicht in Regeln oder anderen Dingen, die Du nicht beeinflussen kannst.


Als Einstein Examina abnahm, fragte ihn einmal ein Student: "Sie stellen in diesem Semester ja genau die gleichen Fragen wie beim letzten Mal." Darauf Einstein: "Das ist wahr. Nur die Antworten sind diesmal anders."

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Re: Unfähigkeit trifft auf Unsportliches Verhalten oder?

Beitragvon gladi » 21.07.16 14:19

Hallo,
sorry dass ich erst heute auf die Frage reagiere.

Grundsätzlich hat LastrisOrt die entsprechende Passage im Regelwerk bereits richtig zitiert.
Natürlich ist es, wie treffgarnix formuliert, am Ende des Tages "Deine" Schuld, wenn Du Dich von Kommentaren des Gegners beeinflussen lässt. Aber: Zu solchen Situationen sollte es nach meiner Auffassung von Snooker und "Gentleman-Regeln" gar nicht erst kommen.

Die Problematik besteht natürlich darin, dass man als "Gegner" gleichzeitig der Schiedsrichter ist und hier gezwungen wird, unsportliches Verhalten zu interpretieren. Da gehört natürlich auch dazu, über seinen Schatten zu springen und anzusprechen was einen stört (auf eine angenehme Art).
Selbstverständlich hängt die Anwendung von Sanktionen von verschiedenen Faktoren ab. In einem Spiel unter Freunden, sollte man sich darüber bewusst sein, dass man sich sein Gegenüber aussuchen kann. Entweder man geht fair miteinander um; man kann das sicherlich auch einfach kurz mal ansprechen, wenn es mit dem selben Spielfreund immer wieder vorkommt, dass man sich durch seine Kommentare gestört fühlt, oder aber man sucht sich jemand anderen.

Anders sieht es natürlich im sportlichen Wettkampf aus. Hier greift unumstritten die von LastrisOrt zitierte Regel.
Natürlich verwarnt man bei einem solchen recht harmlosen Spruch nicht sofort, sondern sieht beim ersten Mal noch darüber hinweg. Im Wiederholungsfall sollte, und das SOFORT nach der Äußerung, zumindest eine Ermahnung ausgesprochen werden im Sinne von: "Verzeihung, aber das ist jetzt das zweite Mal, dass Du einen unnötigen Kommentar in den Raum wirfst, den ich als unsportlich interpretiere, machst Du dies nochmal, spreche ich Dir eine Verwarnung aus - eine zweite Verwarnung hätte zur Folge, dass Du den Frame automatisch verlierst, also bitte halte Dich etwas zurück."
Mit dieser Ansage weiß er dann entweder etwas anzufangen, oder lebt mit den Konsequenzen.

Wovon ich definitiv abraten möchte ist, erst selbst seinen Stoß zu spielen, den zu vergeigen, und dann mit dem Spieler zu reden ... das wird zu Problemen und großen Diskussionen führen. Diese Empfehlung betrifft sämtliche Sanktionen, die ein Fehlverhalten betreffen.

Mit sportlichen Grüßen



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Re: Unfähigkeit trifft auf Unsportliches Verhalten oder?

Beitragvon Friedolin » 22.07.16 01:25

Danke vielmals

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Re: Unfähigkeit trifft auf Unsportliches Verhalten oder?

Beitragvon fozzi » 22.07.16 08:58

gladi hat geschrieben:...
Natürlich ist es, wie treffgarnix formuliert, am Ende des Tages "Deine" Schuld, wenn Du Dich von Kommentaren des Gegners beeinflussen lässt...


Was auch immer Deinen Stoß beeinflussen mag, Tuchgeschwindigkeit, Licht, Tagesform, Frühstück, Freundin, Oberweite der Bedienung. Am Ende des Tages ist man immer selbst für seinen Stoß verantwortlich!

Selbst wenn der Gegner Dich übel beleidigt, bewußt stört oder was auch immer. Man sollte immer und jederzeit in der Lage sein, seine Stoßqualität abzurufen.


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Re: Unfähigkeit trifft auf Unsportliches Verhalten oder?

Beitragvon M.Galabant » 22.07.16 09:29

Ich halte zwar viel auf Sportlichkeit und Benehmen (im klassischen Sinne).
Aber: Wir spielen als 3 Leute ca seit 1,5 Jahren die verschiedensten Disziplinen miteinander und solche Sprüche ("Na die hab ich Dir aber schön hingelegt.") sind ohne jegliche böse Absicht einfach dabei. Ist ja auch so passiert!

Daß Du Dich reizen lässt verwundert mich jedoch! Hier gibt es auch eine Möglichkeit für Dich, Dich weniger von außen beeinflussen zu lassen und beim Stoß mehr bei Dir&in Konzentration zu sein.
Man kann auch mal mit dem Gegenüber sprechen - "hey, die Sprüche finde ich nicht schön".

Ich sehe das ganze deutlich lockerer, solange da niemand am Tisch rumfuchtelt oder während des Stoßes redet. Außerdem ist es ja ein SPIEL.

Grüße,
M



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Re: Unfähigkeit trifft auf Unsportliches Verhalten oder?

Beitragvon gladi » 22.07.16 10:46

fozzi hat geschrieben:Was auch immer Deinen Stoß beeinflussen mag, Tuchgeschwindigkeit, Licht, Tagesform, Frühstück, Freundin, Oberweite der Bedienung. Am Ende des Tages ist man immer selbst für seinen Stoß verantwortlich!
Selbst wenn der Gegner Dich übel beleidigt, bewußt stört oder was auch immer. Man sollte immer und jederzeit in der Lage sein, seine Stoßqualität abzurufen.

Dies ist durchaus der Idealzustand, dazu in der Lage zu sein - wurde ja auch mehrfach erwähnt - trifft aber leider nicht ganz den Kontext des Regelforums. :)



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Re: Unfähigkeit trifft auf Unsportliches Verhalten oder?

Beitragvon Schopi68 » 22.07.16 12:16

Ich bin jetzt doch ein wenig erstaunt über den Verlauf dieses Threads. Da bekommt man ein Geschenk serviert und will dann dem Gegner dafür noch eine für unsportliches Verhalten reindrücken - und niemand hier sieht das als problematisch an?

Als nächstes beschweren wir uns dann, wenn der Gegner einen genervten Blick abgibt oder nach einem verschossenen Ball das Queue aufstampft und wir uns deswegen in unseren Befindlichkeiten gestört fühlen?



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Re: Unfähigkeit trifft auf Unsportliches Verhalten oder?

Beitragvon gladi » 22.07.16 12:37

Liebe User,
nochmals: Es geht in dieser Sektion des Forums um die Handhabung des Snooker-Regelwerks; speziell in diesem Thread um die Etikette.

Es soll nicht darum gehen, mentale Fähigkeiten zu diskutieren, über die ein Spieler verfügen sollte, um unangebrachtes Verhalten auszublenden etc.

Die sportliche Etikette betrifft ja, wie wir alle wissen, alle Spielarten - nicht nur den Bereich Snooker. Und hier gibt es Regularien, die Sanktionen an entsprechender Stelle vorsehen. Dies sehe ich persönlich als sehr positiv an. Bitte lest bei weiteren Einwänden meinen ersten Post in diesem Thread, darin stelle ich eine klare Fallunterscheidung auf (Freizeitspiel / Wettkampf), wie man Regularien anwenden sollte.

Schopi68:
Ja, tatsächlich ist es Fakt, dass das von Dir erwähnte Stampfen mit dem Queue auch unter die Verletzung der Etikette fällt, wenn es wieder und wieder vorkommt - zumindest im sportlichen Wettbewerb.

Bitte lies auch Du Dir nochmals meinen ersten Post in diesem Thread durch.

Zum Beispiel wird ja auch vorzeitiges Aufgeben (heißt, wenn man noch kein Snooker benötigt) sanktioniert. Beziehe dies auf Deine Aussage mit dem "Geschenk serviert" und der folgenden Verwarnung. Es gehört schlicht nicht zur Etikette des Sports.



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Re: Unfähigkeit trifft auf Unsportliches Verhalten oder?

Beitragvon Schopi68 » 22.07.16 13:34

gladi - ich hatte völlig übersehen, daß ich mich im Snooker-Bereich befinde und war von einer Pool-Billard-Frage ausgegangen. Mein Fehler, für diesen Bereich hier war mein Post natürlich nicht geeignet.



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Re: Unfähigkeit trifft auf Unsportliches Verhalten oder?

Beitragvon fozzi » 25.07.16 14:22

gladi hat geschrieben:...
Dies ist durchaus der Idealzustand, dazu in der Lage zu sein - wurde ja auch mehrfach erwähnt - trifft aber leider nicht ganz den Kontext des Regelforums. :)


Sorry, ich bin davon ausgegangen, dass Du die Regel bereits hinreichend geklärt hattest.


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