14.1 EndlosAbsichtliches Foul im Kopfbereich

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Sharivari
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Absichtliches Foul im Kopfbereich

Beitragvon Sharivari » 05.12.17 00:07

Hallo,

folgende Situation. Meinem Gegner fällt die Weiße, ich habe Ball in Hand im Kopfbereich und muss ja aus dem Kopffeld spielen. Nun liegt aber eine Kugel oben in der Kopftasche im Loch. Ich darf die Kugel nicht anspielen. Wenn ich es aber aus taktischen Gründen nun doch mache, weil mir die Kugel zu gefährlich im Loch liegt? Was passiert?

Ist es unsportlich? Der Objektball wird wieder so nah wie möglich von unten am Punkt aufgebaut? Ich bekomme -1 und ein Foul auf mein Konto?

Viele Grüße,
André



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TomDamm
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Re: Absichtliches Foul im Kopfbereich

Beitragvon TomDamm » 05.12.17 09:35

Du darfst Dein Spiel nur mit einem Stoß aus dem Kopffeld heraus fortsetzen. Alles andere wird als unsportliches Verhalten gewertet und du bekommst ein Foul und eine Verwarnung. Ich glaube - da bin ich mir aber nicht sicher - die Situation wird wieder hergestellt und du musst noch einmal spielen...


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Re: Absichtliches Foul im Kopfbereich

Beitragvon TomWendlik » 05.12.17 14:50

Das ist für mich eine der Situationen, mit der man durch ein Foul einen gewissen Vorteil erzielt hat.

Warum kann man hier nicht die Aufnahme, analog zum Senken nicht angesagter Kugeln beim 10-Ball
wieder zurückgeben?
... weil es so in den Regeln steht... :scw:



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Re: Absichtliches Foul im Kopfbereich

Beitragvon Schmatzinger » 05.12.17 15:44

Das ist, wie schon Tom gesagt hat, ein "unsportliches Verhalten".
Wie das aber geahndet wird, liegt im "Ermessen" des Schiedsrichters.
Spielregeln Pool-07-2016 hat geschrieben:6.17 Unsportliches Verhalten
(1) Die übliche Strafe für unsportliches Verhalten ist die gleiche wie nach einem weitergehen- den Foul. Es steht einem Schiedsrichter jedoch frei, eine Strafe zu verhängen, die er für angemessen hält.
(2) Unter Anderem kann ein Schiedsrichter folgende Maßnahmen ergreifen:
a) eine Verwarnung aussprechen
b) auf ein Standardfoul erkennen, welches unter Umständen zur Drei-Foul-Strafe zählt
c) auf ein weitergehendes Foul erkennen
d) den Verlust eines Spiels, Satzes oder einer Partie erklären
e) einen Spieler disqualifizieren, vom Turnierbetrieb ausschließen nebst Aberkennung sämtlicher Resultate und Verlust jeglicher Preisgelder.

Wenn man nur eine Verwarnung ausspricht und auf ein Standard-Foul erkennt, muß dann der Gegner von der Position der Weissen aus weiterspielen und die Spielkugel wird Richtung Fußpunkt wieder aufgebaut.
Spricht der Schiedsrichter ein weitergehendes Foul (wie eine 3-Foul-Strafe) aus, muß lt. Regelwerk der Spieler neu anstoßen, der das Foul begangen hat.

Spielregeln Pool-07-2016 hat geschrieben:4.11 Schwerwiegende Fouls
(1) Für die Regel „6.14 Drei aufeinander folgende Fouls” gelten nur Standardfouls. Ein Ans- toßfoul zählt also nicht zu der Drei-Foul-Regel.
(2) Ein Punkt wird wie üblich für das dritte Foul abgezogen. Zusätzlich werden 15 Punkte vom Punktestand des Spielers abgezogen, der das dritte aufeinanderfolgende Foul begangen hat. Seine Fouls sind damit aufgehoben.
(3) Alle 15 Kugeln werden wieder aufgebaut und der Spieler, der das Foul begangen hat, muss einen neuen Eröffnungsstoß ausführen. Hierbei gelten die gleichen Bedingungen wie für den Eröffnungsstoß.
(4) Begeht ein Spieler ein Foul gemäß „6.17 Unsportliches Verhalten”, so liegt die Strafe dafür im Ermessen des Schiedsrichters. Sie soll der Art und Weise des Verhaltens Rechnung tragen.



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Re: Absichtliches Foul im Kopfbereich

Beitragvon Blacksteel » 05.12.17 21:49

Dann spiel den Ball aus dem Kopfbereich heraus ins Loch



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Re: Absichtliches Foul im Kopfbereich

Beitragvon capullo » 06.12.17 13:19

Als C-Lizenz Schiri, der auch Regelbelehrungen in BW durchführt, hier eine klare Aussage, mit einer Begründung:
Das "Ermessen" des Schiedsrichters geht in dem geschilderten Fall nur bei einem "weitergehenden Foul" los, welches auch die übliche Strafe für ein "unsportliches Verhalten" ist.
"Weitergehendes Foul" = Vorgehen wie bei „6.14 Drei aufeinander folgende Fouls”

Hier die Begründung, die auch so gelehrt wird:
6.11
(2) Ein vorsätzlich unkorrektes Anspielen einer im Kopffeld befindlichen Objektkugel mit „Ball in Hand” aus dem Kopffeld gilt als unsportliches Verhalten.
(3) Die Spielkugel muss entweder die Kopflinie überqueren oder eine Kugel treffen, deren Lage außerhalb des Kopffeldes ist. Geschieht dies nicht, liegt ein Foul vor. Der Gegner erhält „Ball in Hand” gemäß der disziplinspezifischen Spielregel. Wird ein solcher Stoß absichtlich gespielt, handelt es sich um unsportliches Verhalten.

Der letzte Satz wurde bei den letzten Regeländerungen explizit hinzugefügt, um die Schwere der Unsportlichkeit hervorzuheben.
Wenn keine Absicht/Vorsatz vorliegen würde, würde es sich um ein "normales" Foul handeln, entsprechend muss das Strafmaß für ein "unsportliches Verhalten" darüber liegen.

D.h: -1 für das Foul, -15 für das "weiterführende Foul" und eine Verwarnung mit der Ankündigung, dass bei einer weiteren Unsportlichkeit die Begegnung als verloren gewertet wird.



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Re: Absichtliches Foul im Kopfbereich

Beitragvon capullo » 06.12.17 17:11

Weiteres Beispiel, welches genau in die gleiche Richtung geht:
Es wird auch genau so gehandhabt, wenn jemand, ein taktisches Foul begehen möchte, ohne den Spielball bewegen zu wollen und dann mit der Ferulle von oben nur auf den Spielball tippt.
Der Spieler möchte dadurch vorsätzlich keinen Stoß (eine mit dem Queue vorwärts gerichtete Stoßbewegung) ausführen -> unsportliches Verhalten -> -1 + -15 -> neuer Eröffnungsstoß -> Verwarnung
Gibt ein etwas älteres Match von Efren Reyes, wo er genau so bestraft wird.



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Re: Absichtliches Foul im Kopfbereich

Beitragvon Schmatzinger » 06.12.17 17:32

Das könnte man mit einem leichten mittigen "Kopfstoß" vermeiden, bei dem sich die Kugel nicht bewegt. Also mit der Lederspitze und nicht mit der Ferrule berühren!



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Re: Absichtliches Foul im Kopfbereich

Beitragvon M.Galabant » 06.12.17 20:41

Interessant, wir haben immer in alle Richtungen aus dem Kopffeld heraus die Objektbälle angespielt.
Wo ist denn der genaue Absatz in den Regeln?



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Re: Absichtliches Foul im Kopfbereich

Beitragvon Schmatzinger » 06.12.17 21:14

M.Galabant hat geschrieben:Interessant, wir haben immer in alle Richtungen aus dem Kopffeld heraus die Objektbälle angespielt.
Wo ist denn der genaue Absatz in den Regeln?

Genau! Heraus! Also keine Kugel im Kopffeld!

Ansonsten die Abschnitte aus den aktuellen Regeln:
Spielregeln Pool-07-2016 hat geschrieben:1.5 Lageverbesserung auf dem ganzen Tisch (Weiße „Ball in Hand”)
...
(3) In bestimmten Spielsituationen oder auf Grund einer disziplinspezifischen Regel kann die Lageverbesserung (Weiße „Ball in Hand”) auf das Kopffeld beschränkt sein. In diesen Fäl- len finden die Regeln „6.10 Freie Lageverbesserung aus dem Kopffeld und 6.11 Spielen aus dem Kopffeld” Anwendung.
(4) Hat ein Spieler Lageverbesserung aus dem Kopffeld und alle regelkonform spielbaren Ob- jektkugeln befinden sich im Kopffeld bzw. hinter der Kopflinie, kann der Spieler verlangen, dass die Kugel, die der Kopflinie am nächsten liegt, auf den Fußpunkt aufgesetzt wird.
(5) Falls zwei oder mehr Objektkugeln gleichweit von der Kopflinie entfernt sind, darf der Spie- ler bestimmen, welche Objektkugel aufgesetzt wird.
(6) Eine Objektkugel, die sich mit ihrem Mittelpunkt exakt auf der Kopflinie befindet, ist spiel- bar.
...
6.10 Freie Lageverbesserung im Kopffeld
(1) Ist die Spielkugel mit „Ball in Hand” aus dem Kopffeld zu spielen, ist es ein Foul, sofern die Spielkugel auf der Kopflinie oder außerhalb des Kopffeldes platziert wird.
(2) Ist ein Spieler unsicher, ob er die Spielkugel korrekt positioniert hat, kann er den Schieds- richter vor dem Stoß bitten, die Position zu überprüfen.
Kommentar: Eine vom Schiedsrichter ausgehende Warnung vor der Nachfrage erfolgt nicht mehr.

6.11 Spielen aus dem Kopffeld
(1) Ist die Spielkugel mit „Ball in Hand” aus dem Kopffeld zu spielen, ist es ein Foul, sofern die erste angespielte Objektkugel sich ebenfalls im Kopffeld befindet. Es sei denn, die Spielku- gel hatte zuvor das Kopffeld verlassen.
(2) Ein vorsätzlich unkorrektes Anspielen einer im Kopffeld befindlichen Objektkugel mit „Ball in Hand” aus dem Kopffeld gilt als unsportliches Verhalten.
(3) Die Spielkugel muss entweder die Kopflinie überqueren oder eine Kugel treffen, deren La- ge außerhalb des Kopffeldes ist. Geschieht dies nicht, liegt ein Foul vor. Der Gegner erhält
„Ball in Hand” gemäß der disziplinspezifischen Spielregel. Wird ein solcher Stoß absichtlich gespielt, handelt es sich um unsportliches Verhalten.


Ich hoffe, das beantwortet Deine Frage.



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M.Galabant
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Re: Absichtliches Foul im Kopfbereich

Beitragvon M.Galabant » 06.12.17 21:36

Danke, mir scheint, ich habe an der völlig falschen Stelle gesucht.




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