Materialneue Bear-Serie - pers. Erfahrungsbericht

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AndyD
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neue Bear-Serie - pers. Erfahrungsbericht

Beitragvon AndyD » 10.04.19 09:33

Hallo.

Auf Facebook und auf Dynamic konnte man die letzten Tage/Wochen ja bereits erkennen, dass eine neu Bear-Serie in den Handel kommt. Und so nebenbei, wer mich kennt, der weiß ja auch, dass ich gerne neue Sachen mal ausprobiere. Rückblickend auf die aktuelle Saison zum Beispiel hatte ich 4 Mezz Queues, ein Predator und aktuell jetzt, wie sollte es denn anders sein, ein Bear Queue in der Hand. Über unterschiedliche Oberteile wollen wir jetzt erst einmal gar nicht reden :zuf: . Ob das für mein Spiel förderlich war, lass ich auch besser mal dahingestellt.
Jetzt aber mal zu der neuen Bear Serie, da ich jetzt nach den ersten Tagen mal einen kleinen Bericht veröffentlichen mag. Es gibt 12 Modelle, vom Sneaky-Pete über Plain Queues bis hin zu Pointer mit Reverse Points und Ledergriffband sowie einen neuen Breker. Auch bei den Oberteilen hat sich was getan. So gibt es als Standard-Oberteil nur noch ein Vollholz LD Oberteil und Alternative das neue „Hybrid Attack“. Ein Vollholz LD Oberteil mit zwei Carbon-Kernen. Eine passende Extension gibt es auch
Ich habe mir das DB-3 mit Extension und mit zwei Hybrid-Attack Oberteilen geholt.
Jetzt aber mal zu den Fakten:
Im Unterteil habe ich eine 0,5Unzen Gewichtsschraube eingeschraubt und komme nun auf ein Gewicht von 419 gramm. Die Verlängerung hat eine Länge von 20cm und ein Eigengewicht von 128 gramm. Die Oberteile, und das finde ich der Hammer, haben beide ein Gewicht von 119 gramm.
Der Durchmesser wird von Bear mit 12,50mm angegeben, meine haben ebenfalls identische 12,60mm am Übergang Ferrule zu Leder.
Weitere Durchmesser, vom Collar und vom Unterteil habe ich jetzt noch nicht gemessen.
Im zusammengeschraubten Zustand befindet sich der Balancepunkt bei 49,5cm vom Buttende ausgesehen.
Als Leder befindet sich ein Tiger Everest drauf. Ich habe 9 Schichten gezählt. Es harmonisiert sehr gut auf dem gesamten Queue. Aber ein längerer Test wird wohl zeigen ob ich nicht doch ein anderes, softeres Leder, installieren lassen werde.
Das Queue besitzt ein UniLoc Gewinde. Die Extension hat einen „Führungsnippel“ und mit zwischen 5 und 7 Handdreher sitzt die Verlängerung passgenau, fest und sicher am Unterteil. Ist sehr angenehm. Bei Mezz war es mit dem Feingewinde schon manchmal doch so, dass man mal genauer hin schauen musste um die Extension zu befestigen.
Zur weiteren Verarbeitung mag ich hier noch anmerken, alles rollt gerade über den Tisch, egal ob einzeln oder zusammengeschraubt. Das Holz des Oberteiles sieht nach einer hohen Güte aus. Das DB-3 hat spitze Points im Forearm und auch die Holzauswahl empfinde ich sehr edel. Die neue Serie soll auch mehr Lackschichten haben. Die Gesamtverarbeitung wirkt auf mich sehr hochwertig.

Aber das eigentlich richtig Interessante ist ja doch, wie spielt sich dieses Queue? Und da wird es jetzt ja subjektiv.
Persönlich empfinde ich das Queue mit diesem Balancepunkt sehr ausgewogen. Es fühlt sich etwas leichter an, als es eigentlich ist. Somit behaupte ich mal es ist etwas frontlastig. Auch den Durchmesser im Griffbereich empfinde ich sehr angenehm. Nicht zu dünn und nicht zu dick. Passend. Der Taper des Oberteils würde ich wohl als Mischtaper bezeichnen. Die Steigung variiert. Fiel mir als langjähriger 314 Spieler direkt auf. Gerade beim geschlossenen Bock merkt man hier einen Unterschied. Trotz Carbon-Kerne fühlt es sich für mich an wie ein reines Vollholz-Oberteil was ich als angenehm empfinde. Ach ja, die Abweichung. Man hat hier ja jetzt schon 3 kurze Testberichte auf Facebook lesen können, denen ich so nicht zu 100% zustimmen kann. Wie jedes Oberteil hat man auch mit diesem Oberteil einen gewissen Versatz bei Effetbällen. Er ist aber aus meiner jetzigen Sicht sehr ähnlich wie bei einem 314³. Also eine wirkliche Umstellung des Zielpunktes konnte ich nicht feststellen. Irgendwie passt es einfach ganz intuitiv. Herausragend dagegen finde ich die Sicherheit was das Queue mir jetzt im Training gegeben hat. Die notwendige Energie, die für einen erfolgreichen Stoß mit Position benötigt wird, die fühlt man ja irgendwie vorab, gibt diese dann in den Stoß hinein und dann sieht man das Ergebnis. Und genau diesen Punkt empfinde ich als vollkommen stimmig. Mit den Mezz Queues, die ich hatte habe ich zum Beispiel immer ein wenig mehr Aufwand gebraucht um das gewünschte Ergebnis zu erreichen. Musste also immer etwas mehr Effet geben, etwas mehr Energie aufbringen. Bei den bisherigen Testabenden, auch immer auf unterschiedlichem Material, Tisch und Tuch unterschiedlich, war es mit dem Bear anders. Das was ich gefühlt habe gab ich in den Stoß an Energie rein und kam auch, immer in Anbetracht der persönlichen Skills, auf das gewünschte Ergebnis. Hierdurch erzeugt das Queue bei mir ein völlig neues Gefühl der Sicherheit, was ich so vorher noch nicht kannte.
Was jetzt noch kommt ist halt der richtige Langzeittest und auch die Erfahrung, wie es sich im Ligaspiel oder auf Turnieren anfühlen wird. Erst dann kann ich abschließend beurteilen ob dieses Queue mein neuer persönlicher Player bleibt. Aktuell blicke ich da aber hoffnungsvoll in die Zukunft da ich wirklich sehr positiv von diesem Produkt angetan bin. Auch darf natürlich gerne jeder einmal mein Queue testen, wenn man sich irgendwo trifft.

Hiermit ist mein „kleiner“ Testbericht eigentlich beendet, aber…
Vielleicht fragt sich jetzt der ein oder andere, warum macht er das? Wird er gesponsert? Bekommt er Geld dafür? Etc… Hier ein ganz klares NEIN. Ich bekomme hierfür keine Gegenleistung. Ich habe das Queue regulär erworben und für Sponsoring bin ich a) vermutlich nicht gut genug und b) gar nicht mehr aktiv genug in der Turnierszene unterwegs damit sich das für eine Firma lohnen würde.
Ich bin ganz einfach von diesem Produkt überzeugt und sehe viele Vorteile. Bei Mezz hatte ich bei den letzten Oberteilen etwas Pech was die Verarbeitung der Ferrulen betrifft und blieb immer selbst auf den Kosten sitzen. Hier in Deutschland kenne ich keinen anderen Serienqueue-Hersteller, den man bei Problemen kontaktieren könnte. Und sollte es einmal ein Problem geben, dann kontaktiere ich lieber jemand in Deutschland wo man bei Bedarf auch mal hinfahren kann. Auch habe ich doch jetzt das ein oder andere Mal gehört, dass es einige Spieler gibt, die die Ansicht vertreten, Bear wäre qualitativ nicht sehr gut. Gerade diesen Spielern möchte ich sagen, schaut das Queue an, spielt damit ein paar Bälle und ich bin mir sicher, ihr werdet vom Gegenteil überzeugt sein. Dynamic scheint hier echt erfolgreich Entwicklungsarbeit rein gesteckt zu haben, die sich meiner Meinung nach wirklich gelohnt hat. Die Idee überhaupt ein Queue aus dieser Serie auszuprobieren verdanke ich im übrigen Sebastian Staab. Er nutzt den Jumper von Bear, den ich im Training mal benutzt habe, weil ich zu faul war meinen zusammen zu schrauben. Auch von diesem war ich da positiv überrascht und so habe ich überhaupt angefangen zu schauen was es denn sonst noch so aktuell von Bear gibt.

Grüße aus der Pfalz

AndyD


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Re: neue Bear-Serie - pers. Erfahrungsbericht

Beitragvon SliceOfLife » 04.05.19 09:46

Hallo AndyD,

danke für deinen Erfahrungsbericht. Ich liebäugle schon seit Längerem mit Bear Cues und wollte auf das Angebot bei Dynamic zurückgreifen... Cue + 2 Oberteile und eines davon das 314-3er. Hab dann unseren Queueguru aus dem Verein gefragt was er von dem Angebot hält und er meinte ich soll die Finger davon lassen, da die neu produzierten Queues von Bear nicht mehr so qualitativ sind wie früher und sie eben durch Zugabe vom teuren Predator Oberteil versuchen ihren Restbestand loszuwerden. Er meinte auch, dass die neuen Queues von Bear keinen Wiederverkaufswert haben.

Schön zu hören, dass sich doch noch jemand über die Queues von Bear traut und tatsächlich positiv darüber berichten kann. Äußerlich hatte ich immer den Eindruck, dass sie doch eher auf der qualitativeren Seite sind. Ich hab bisher den Eindruck, Bin schon gespannt auf deine weiteren Erfahrungen.

Liebe Grüße



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Re: neue Bear-Serie - pers. Erfahrungsbericht

Beitragvon Fitchner » 04.05.19 12:39

Nun ja, das Angebot mit dem 314-3 gab es letztes Jahr so ungefähr um die Weihnachtszeit. Das ist nicht mehr aktuell und es war halt die alte Serie der Bear-Queues betroffen. Von daher kann man schon annehmen, dass Dynamic die Ladenhüter raus haben wollte, das stimmt. Ich persönlich fand die Designs einfach nicht schön und ich hab z. B. bei nem Wrapless Cue keine Lust den Werbeträger zu machen weil eine Firma ihr Logo und Schriftzug aufs Handle packt.

Die neue Serie sieht da schon anders aus. Preislich etwas höher angesiedelt, mit der Möglichkeit ein besseres OT zu kaufen. War das Standard Bear OT zuvor auch schon LD? Ich dachte es wäre einfach nur 12,5 mm Vollholz. Nun ist es definitiv ein LD Oberteil, das standardmäßig mitkommt und man kann auf das Hybrid Attack upgraden.
Andys Queue hab ich letztens mal live gesehen, das sah schon gut aus. Das Gesamtpaket von Bear scheint mir besser durchdacht zu sein inzwischen. Ich werde wohl trotzdem die Finger davon lassen weil mir die Gewichtsverteilung, der Linen-Wrap und das Uni-Loc Quick nicht so zusagen.

Mehr Erfahrungsberichte wären aber definitiv interessant :)


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Re: neue Bear-Serie - pers. Erfahrungsbericht

Beitragvon treffgarnix » 04.05.19 16:41

Ich hab eines dieser neuen Bears mit dem neuen Hybridoberteil getestet. Vom Feeling her und der Performances astrein! Balance top, insgesamt n klasse Queue! Würde ich rein vom Feeling her und allem anderen einem Predator 314/3 vorziehen.

Die Deflektion / Abweichung empfand ich sehr gering, etwas geringer noch als das 314/3.

Der Taper allerdings wäre nichts für mich, was das anbelangt würde ich ein 314/3 vorziehen.

Wer einen recht stark abgestuften Protaper mag, könnte mit den neuen Bear sehr glücklich werden.


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Re: neue Bear-Serie - pers. Erfahrungsbericht

Beitragvon AndyD » 06.05.19 11:46

@SliceOfLife
Also die Marke Bear gibt es schon fast 3 Jahrzehnte. Allein deswegen können sie ja so schlecht gar nicht sein. Auch spielen doch viele guten Spieler Bear. Weit mehr als man so denkt.
Ich kenne Deinen Queueguru vermutlich leider nicht, bzw. ich weiß nicht in welchem Verein Du spielst. Ein Wiederverkaufswert richtet sich in erster Linie ja nach der Nachfrage. Ich selbst würde lieber den Neupreis zahlen und dann die Rechnung inklusive Garantie mein Eigen nennen als für zum Beispiel -15% ein Gebrauchtes zu holen. Vor allem weil der Händler aus Deutschland ist. Ein gebrauchtes Mezz sieht da anders aus. Da musst Du wenn Du es neu haben willst meist warten da es so gut wie keine irgendwo lagernd gibt.
Was man auch nicht vergessen soll. Dynamic ist ein Großhändler mit einem richtigen Lager. Restposten verursachen da also auch indirekt Kosten und die Regelfächer würde ich irgendwann auch wieder für andere Produkte nutzen wollen. Ich habe zum Beispiel auch ein Bear Queue aus der vorherigen Serie. Das aktuelle Spielqueue von F. Bustamante. Und das kannst Du mir glauben ist von der Verarbeitung auch gut. Die neuen sind dann nochmal besser was die Verarbeitung angeht. Wenn Du die Chance hast, schau sie Dir live an. Vergleichbar mit einem Vollmer Custom oder so sind sie natürlich nicht. Aber da sprechen wir ja auch über ganz andere Preisklassen ;-)
Das sollte man auch nicht vergessen.

@Fitchner
Da habe ich also jemanden das Queue zum probe sielen gegebene und wusste gar nicht, dass das auch ein BA User ist ;-)
Kannst mir ja mal Deinen Namen per PN verraten. Unter Fitchner kann ich mir jetzt niemand vorstellen :-(
Leider hat mich auch niemand, der das Queue bisher probe gespielt hat, auf die Gewichtsverteilung angesprochen. War es Dir zu front- oder hecklastig? Würde mich interessieren da meins nicht unbedingt das Standardgewicht hat. Man kann ja bei der Bestellung das Wunschgewicht angeben.
Das Linen wird in naher Zukunft bei mir auch einem Ledergriffband weichen. Hier suche ich noch einen Queuebauer der das gewünschte Griffband vorrätig da hat.

@treffgarnix
Beim Taper hatte ich auch anfangs starke bedenken. Auch ich habe jahrelang 314² und 314³ gespielt und bin daher eher den typischen european-Taper gewohnt. Aber nach jetzt 1 Monat muss ich gestehen, habe ich mich komplett dran gewöhnt. Ich hab der ganzen Geschichte halt einfach mal etwas mehr Zeit gegeben bzw. gebe sie noch.

Generell muss ich sagen, befinde ich mich immer noch in der Testphase. Das positive Anfangsgefühl hat sich bei mir aber bestätigt. Lediglich mit dem Leder schwanke ich noch etwas. Eventuell mache ich mir hier doch noch ein weicheres drauf. Aber auch hier bin ich mir noch unschlüssig welches eventuell besser mit dem Oberteil harmoniert als das verbaute Leder. Für Tipps bin ich hier dankbar ;-)

Grüße aus der Pfalz
AndyD


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