MaterialVerarbeitungsqualität und Servicequalität verschiedener Cuehersteller

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Titleist
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Verarbeitungsqualität und Servicequalität verschiedener Cuehersteller

Beitragvon Titleist » 09.04.19 16:59

Ich habe den Titel bewusst breit gefasst - damit nicht gleich wieder die OT-Frage aufkommt. Also, es darf alles, was mit der Service- und Verarbeitungsqualtität zu tun hat, hier diskutiert werden - egal ob Predator, Schon, Meucci oder was auch immer.

Ausgangspunkt für mich war die Frage an treffgarnix in einem anderen Thread, was er an der Verarbeitung seiner Meuccis denn auszusetzen habe.

Ich persönlich möchte auch gleich was beitragen: Mit meinen neueren Meuccis bin ich restlos zufrieden. Lediglich ein älterer Black Dot Shaft ist leicht verzogen, was ich aber durch Hängen des gesamten Cues eigentlich fast vollständig ausbügeln kann. Bevor ich das tat, hatte der Shaft einen "Roll" von ca. 0,5-1 mm.

Ausserdem habe ich als Gästecue mal einen McDermott Lucky für knapp 100€ gekauft, der aber m.E. auch das nicht wert ist. Lack ist sehr schwach aufgetragen, durch einen kleinen Umfaller war da gleich am Anfang ein größerer Abplatzer dran. Ausserdem produziert die Ferrule/Shaft nach wie vor unregelmässig ein komisches Geräusch, wie wenn irgendwas locker ist. Ansonsten spielt sich der Cue aber erstaunlich gut für den Preis.

Ein Freund von mir kaufte bei Ortmann einen Kruger (Auslaufmodell) und auch der ist eigentlich sehr gut verarbeitet. Hit ist auch sehr anständig, wenn auch nicht in der LD-Klasse der neuen Meucci-OT.

In letzter Zeit gab es ja einiges an Negativberichten zu Predator, OB Cues, Schon und weiteren Herstellern. Wer hier dazu beitragen möchte ... bitte aber keine "habe ich vom Gärtner meiner Oma gehört"-Berichte, sondern nur eigene Erfahrungen.

Vielleicht kann man ja auch schreiben, wie hoch man die Latte selber hängt. Auch da sind Riesenunterschiede zwischen den einzelnen Besitzern. Der eine findet es schon unmöglich, wenn eine Einlegearbeit um 1/10mm verschoben ist, ein anderer würde vielleicht auch die Lackabplatzer bei einem 100€-Cue noch tolerieren.

Ich persönlich bin schon der Meinung, dass man an einen €3000-Cue andere Anforderungen als an einen €50-Cue stellen muss. Aber ich erwarte auch bei Billigcues eine minimale Haltbarkeit - ansonsten könnte man ja Besenstiele mit Tips ausrüsten. Bei einem €3000 Custom würde ich dann schon erwarten, dass er nagelneu nicht schon (leicht) verkratzt ist - wie vor Kurzem einer auf AZB vorgestellt wurde. Bei einem Dufferin würde ich jetzt nicht nach leichtesten Kratzern suchen.

Das nur mal vorab. Vielleicht willst Du, treffgarnix, ja mal hier Deine Ansichten zu den Meuccis teilen.



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Re: Verarbeitungsqualität und Servicequalität verschiedener Cuehersteller

Beitragvon treffgarnix » 09.04.19 17:26

Nun gut, gerne teile ich hier meine Meinung und Erfahrung zu den drei Meucci Queues, alle 3 mit dem Pro-Shaft, die ich letztes und dieses Jahr erwarb, zwei davon nigelnagelneu, und eins davon gebraucht, bei dem ich die Lackmängel natürlich nur teilweise auf Herstellerschlamperei zurückführen kann.

Bei zwei von drei Oberteilen war der Übergang zwischen Ferrule und Holz sehr unsauber gearbeitet.

Alle drei Oberteile hatten mehr als 12,6 mm Duchmesser (das eine sogar 12,8 mm), obwohl 12,5 mm angegeben sind.

Beim Pro Series waren die 3/8x10 Gewindebohrung zum Pin hin mit sehr viel Spiel, sprich die Kernbohrung war klar zu groß im Durchmesser.

Bei den anderen beiden mit 5/16x18 Joint waren die Stahlgewindestifte in den Gewindespitzen vermackt, und auch total verdreckt. Beim ersten Zusammenschrauben sind da erstmal die Messingspäne geflogen und es hat ziemlich gehakt.

Die Finishqualität war bei allen 3 auf gut deutsch grottenschlecht. Der Lack hatte zum Teil leicht eingetrübte Transparenz, die Übergänge zwischen lackiertem Griffband und angrenzende Bereiche waren spürbar, und wenn man die Unterteile etwas ins Spiegellicht bringt, sah man bei allen drei dass sie ungleichmäßig in der From und Geradheit waren. Das eine hatte sogar im Forearm einen Wobble. Insgesamt waren die Lackierungen auch übersäht mit zahlreichen Mikrokratzern.

So, wenn mir jetzt einer erzählen will, dass ich dreimal Pech hatte und alle anderen die ähnliche Erfahrungen haben ebenso Pech hatten, dann kann ich nur sagen: neue Brille kaufen und mal genau hinsehen..

Als Serienqueue mag ich mein - mittlerweile in einigen Punkten modifiziertes - Pro Series dennoch sehr, weiterempfehlen kann ich es allerdings nicht guten Gewissens.


Als Einstein Examina abnahm, fragte ihn einmal ein Student: "Sie stellen in diesem Semester ja genau die gleichen Fragen wie beim letzten Mal." Darauf Einstein: "Das ist wahr. Nur die Antworten sind diesmal anders."

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Re: Verarbeitungsqualität und Servicequalität verschiedener Cuehersteller

Beitragvon Fitchner » 09.04.19 17:56

Meine Erfahrungen sind folgendermaßen:

Fury: Ganz gute Qualität, aber ein Oberteil hat sich verzogen obwohl ich es kaum gespielt habe. Spielerisch sagen die mir zu, Preis/Leistung scheint okay, vor allem im unteren Preissegment. Insgesamt ist es mir aber ein bisschen zu schwach.

McDermott: Der einzige Cuehersteller bei dem ich gesehen habe dass sich auch ein UT verbiegen kann (das OT auch!). War wohl kein gutes Modell, aber habe da auch schon ein paar schlechte Dinge gehört. Außerdem beschissener Support - auf die Frage was es kosten würde statt ihres McD Quick-Release ein Queue mit (IHREM!) 3/8-10-Gewinde auszustatten meinten die eiskalt, das ist n Custom joint und kostet 200 € ab Werk. Und nichtmal in einem freundlichen Ton. Auf ihr Pro-OT dann eine Patentnummer draufzudrucken die schon lange abgelaufen ist, ist auch nicht grade besonders helle. Werde kein McDermott-Produkt mehr kaufen.

Predator: Da hatte ich bisher nur zwei OTs selbst (Z2 und REVO), das war...gut. Qualitativ sehen die Queues auch gut aus. Das Revo war zumindest auf meinem OB UT ziemlich bescheiden, kam nicht damit klar. Will jetzt aber nicht daraus ableiten dass das ein schlechtes OT wäre. Preise sind mir trotzdem zu hoch und dass die einem alles als Limited/Sonderedition verkaufen wollen finde ich lächerlich.

OB Cues: Spiele ich aktuell, gefällt mir ziemlich gut. Bestellt bei DoubleDave als die noch OB führten. Man liest mal gutes und mal schlechtes...meine Queue ist einfaches Ebenholz, tolles Holz und sauber verarbeitet, Hit ist besonders mit dem WX700 gut, das OT spielt sich in meinen Augen auch besser als die Z2. Aufgrund mancher negativer Berichte über schwankende Qualität und nicht optimalen Support, gekoppelt mit dem Zoll würde ich aktuell aber nicht unbedingt zu OB raten, es sei denn man geht das Risiko ein dass es etwas länger dauert bis man zufrieden ist.

Mezz Cues: Seit ich mir mal ein WX700 geholt habe, spiele ich die meiste Zeit damit. Bisher nicht auf einem Mezz UT (habe ich mal ausgeliehen und getestet, aber nur kurz - hat mich nicht ganz überzeugt aber schätze das Leder auf dem fremden WX700 war mit Schuld), aber vermutlich kommt das noch. Qualität bisher sehr gut, OT hat sich trotz mehrjähriger Nutzung nicht verzogen und war auch nicht zu teuer. Preis für Queues insgesamt ist deftig, aber man weiß was man kriegt. Lieferzeiten sind ziemlich störend, auch dass nur ein Teil der Produktpalette tatsächlich verfügbar ist und Mezz meist Linen am Handle verbaut ist so ein bisschen abtörnend. Nichtsdestotrotz meine Nummer 1.


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Re: Verarbeitungsqualität und Servicequalität verschiedener Cuehersteller

Beitragvon afx » 09.04.19 18:55

Hier mal meine 2ct zu den Einsteiger Players (C-950 (meiner), C-955 (Partnerin), je 114€) ohne HXT, die beiden sind seit November jede Woche etwa 10h im Einsatz.
Schlichte Plain Janes die sauber gearbeitet sind. Das 950 ist heller als auf den Werbebildern der Händler.
Keine Kratzer, OT und UT passen sauber aufeinander. das 5/16 x 18 Gewinde ist in Ordnung.
Keine Lackschäden, Microkratzer oder sonstige Beanstandungen der Oberflächen.
Einer von beiden hatte ein nicht ganz rund laufendes Oberteil, wurde im Laden (Busch) getauscht.
Einer von beiden (950) wird mit einer BR Verlängerung gespielt, die ist merkbar schlechter verarbeitet als die Players Queues (Zentrierung).
Das Leder (LePro Einschicht) ist allerdings bei dem 955 sehr weich im Gegensatz zu dem straffen Leder auf dem 950 (Ersatz-Mehrschicht Leder liegt schon in der Schublade).

Unter'm Strich sehr saubere Einsteiger Modelle. (Und der Players BK-5 ist ebenso gut verarbeitet)

cheers
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Re: Verarbeitungsqualität und Servicequalität verschiedener Cuehersteller

Beitragvon 1291 » 09.04.19 19:22

Sehr guter Tread :-)

Ich halte mich vorerst einmal raus, da ich sowohl positiv als auch negativ Erfahrung gemacht haben und wenn ich alles auflisten würde, gar nicht mehr fertig damit würde :-)))))


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Re: Verarbeitungsqualität und Servicequalität verschiedener Cuehersteller

Beitragvon tintin » 09.04.19 20:24

Es gibt zu den Unmengen an Queues bestimmt noch zehnmal so viele Meinungen. Je nachdem welche Masstäbe man selber so an Queues hat.
Nachdem ich so ein paar hundert Queues getestet habe bin ich zu dieser persönlichen Meinung gekommen.
(Aufgezählt sind hier nur recht bekannte Marken, die von Firmen hergestellt werden, nicht von Ein-Mann Produktionen stammen).

Adams: in den 70ern und 80ern steckte da noch eine gute Philosophie hinter. Mittlerweile ist Firmengründer Helmstetter wohl zu alt um sich noch Gedanken zu machen. Nach wie vor eine der produktivsten Firmen, allerdings wird auf einige Queues das eine, auf andere Queues das andere Logo gedruckt. Keines der Queues aus dem Hause steht noch für irgendetwas besonderes, insofern kauft man sich ein Queue von denen wenn es einem ganz besonders gut optisch gefällt. Qualität ist aus dem Hause immer sehr gut. Aber für mich etwas herz- und inhaltslos. Schulnote 3.

Balabushka: Ebenfalls von Adam Cues. Für mich eine bodenlose Frechheit, eine Queueserie als Balabushka Queues auf den Markt zu bringen. Nur weil der Name mal sehr angesagt war durch den Film "Farbe des Geldes". Qualität gut, aber man kann auch andere Queues der Firma für weniger als die Hälfte kaufen und hat im Prinzip dasselbe in der Hand. Man stelle sich mal vor, VW baut ein schnelles Auto und darf das Ferrari Logo aufdrucken. Schulnote 5.

Bear: War in den 80ern und 90ern eine prima Sache. Sehr durchdacht und gut. Jetzt leider schon lange in Ostasien in der Produktion. Dementsprechend gute Verarbeitung und konzeptlose Produktion. Man könnte auch vieles anderes aus Asien kaufen und hätte nicht wirklich was anderes. Alleine die Ortmann Serie, wenn ich nicht irre, hat er nie ein Bear gespielt, schon gar nicht das Design "seiner" Serie. Fazit: alte Bear Queues behalten, neue nur wenn man genau das haben möchte. Schulnote 3.

Cuetec: man hasst sie oder man liebt sie. Sie haben sich nie angepasst, sind aber immer ihrer Linie treu geblieben. Spielerisch sind die Standard Oberteile mMn. ein absolute Katastrophe, die LD Oberteile absolute Monster. Ich selbst würde mich mit einem Cuetec nicht wohl fühlen, könnte es aber jedem empfehlen, der sich für eines interessiert, vorausgesetzt, er nimmt mindestens ein R360 Oberteil. Schulnote teilgenommen.

Dufferin: Keine Ahnung warum man einen renommierten Namen missbraucht um eine billige Queueserie aus Fernost auf den Markt zu bringen. Schulnote 5.

Falcon: vor über zwanzig Jahren aus Amerika gekommen und viel hier in Deutschland am Tisch gewesen. Sehr gutes Design und gute Verarbeitung. Leider seit geraumer Zeit wird Falcon nur noch in Asien gebaut und das Manga Design setzt sich immer mehr durch. Ein aktuelles Falcon würde ich persönlich nicht mehr in die Hand nehmen, alte Falcons finde ich immer noch klasse. Schulnote für die aktuellen Queues 3.

Fury: Hauptsächlich günstige Queues aus Asien. Werden da in rauen Mengen in verschiedenen Markennamen hergestellt. Das Design finde ich größtenteils gruselig, die Qualität ist gut. Für mich persönlich ein Queue, was auf keinen Fall in mein Haus dürfte. Schulnote 4.

Joss: Ach Mensch, Joss.... Als ich mit Billard angefangen habe war Joss die Marke überhaupt und jeder dritte hatte eines. Heute ist man mit einem Joss ein absoluter Exot. Warum? Weil sich gar nichts geändert hat. Man kauft heute noch so ziemlich dasselbe wie damals. Die Janes Familie hat sich in ihrer Fabrik eingeschlossen und die anderen Marken einfach mal machen lassen. Und warum auch nicht, wenn sie immer noch auskömmlich arbeiten können, dann haben sie sich viel Nerven gespart. Veränderungen können ja auch nach hinten los gehen. Warum man heute einen Joss kaufen sollte? Ich weiß es nicht, es sei denn eines ihrer Produkte gefällt einem sehr gut. Man wird dann ein gut verarbeitetes Queue aus schönen Hölzern bekommen. Für den Mut zum Ausharren bekommen sie von mir die Schulnote 2.

Kruger: Ein paar habe ich schon gespielt, die teureren spielten sich gut, die günstigste Reihe konnte ich nur zum Breaken nutzen. Gegen Decal Queues habe ich grundsätzlich eine Allergie. Für mich eine ziemlich herzlose Angelegenheit bei der es nur um Profit geht. Schulnote 4.

Lucasi: auch aus Asien, aber eine sehr konsequente Produktserie in sehr guter Qualität mit optimalem Preis Leistungsverhältnis. Schulnote 1.

McDermott: wer zu meiner Anfangszeit kein Joss, Meucci oder Falcon hatte, der hatte dann meistens wohl ein McDermott. Jetzt ist die Produktserie immer noch ziemlich unverändert, wobei die Marke sowieso schon immer schwer zu fassen war. High End Cues und daneben eines mit einem aufgedruckten Corvette Logo. Auch heute weiß man nicht was man zu erwarten hat, wenn man ein McDermott Queue geschenkt bekommt. Immer erstmal auspacken bevor man sich darüber freut. Wenigstens haben sie ihre Löw Budget Produktion "Lucky" und "Star" genannt und die laufen nicht unter dem eigentlichen Markennamen. Für mich leider eine Marke, die sich nie so richtig entschieden hat was sie will. Schulnote 3.

Meucci: das eigentlich Phänomen unter den Serienqueues. Noch nie war ein Queue dieser Marke in der Produktionsqualität über jeden Zweifel erhaben. Vielen waren die Queues viel zu weich. Optisch erinnern die Queues teilweise der Ansicht eines Spielautomatens bei dem sich die Räder drehen und die Tasten piepen. Und dennoch sprechen viele von den Queues in einem ehrfürchtigen Ton. Aber Meucci hat viele Spieler groß gemacht und viele Spieler haben Meucci groß gemacht. Und was für Spieler. Strickland, Hall, Varner und so ein Spieler von den Phillipinen den man später "den Magier" nannte. Und wer spielt heute sowas? Der Herr Shaw. Was zeigt uns das? Wer so ein wenig neben der Norm schwimmt, mal auch etwas Entertainment kann und nicht das Billard "ich denke eine Minute über den nächsten Stoppball nach" spielt, der braucht ein Meucci, was anderes geht da fast gar nicht. Fazit: in 60 Jahren verkauft Meucci im Jahr immer noch 70000 Queues und keiner kann sagen warum. Schulnote 2.

Mezz: Produktlinie topp, Verarbeitung ebenfalls. Sehr übersichtliche Technologie. Wenn man was bemängeln will, dann vielleicht den Preis der Breaker, aber das mag jemand anders beurteilen. Ist man bereit etwas Geld in sein Hobby zu investieren, dann ist das hier wohl das Queue der Wahl. Schulnote 1.

Players: sehr gut verarbeitet, spielt sich sehr gut. Leider sind es wohl die Zerstörer des Billardmarktes, weil wenn ein neues Players mit Kamui in der Qualität knapp über 100 Euro kostet, dann kaufen Einsteiger wohl kaum noch Queues mit etwas mehr Moral im Hintergrund. Außerdem empfinde ich als pure Verar..... wenn ein Decal Queue mit einem hübscheren Aufkleber mehr kostet als ein gleiches Queue mit einem schlichteren Aufkleber. Bei echte Einlagen ist das ok, so wie bei denen ein Frechheit. Schulnote 4.

Pechauer: stetig gleichbleibenden Grunddesign, schöne Hölzer, gute Verarbeitung und preislich vernünftig. Spielt sich etwas eigen, aber auch das kann man an den Queues als positiv bewerten. Schulnote 2.

Predator: tja, natürlich absolut starkes Zeug. Habe ein paar davon gehabt und Qualität ist super, Spieleigenschaften ebenfalls. War mir eigentlich immer zu teuer, weil ich auch günstigere Queues haben kann, mit denen ich genauso spielen kann. Völlig in Ordnung, wenn man das Hobby ernsthaft betreiben will und ausschließen möchte, dass die Fehler am Material liegen. Allerdings auch etwas Grenzwerten, wenn man sieht, dass viele Freizeitspieler mit ihrem neuen Predator mit Revo Shaft nicht in der Lage sind einen geraden Ball zu spielen, weil sie die 1000 Euro ins Queue und nicht in Trainerstunden investiert haben. Schulnote teure 2.

Poison: wer was ausgefallenes sucht findet hier qualitativ gute und modern spielbare Queues. Eher was für eine Randgruppe. Schulnote 3.

Schon: war gut, ist gut und wird es wohl auch immer sein. Wer vor 30 Jahren ein Schon Queue hatte, der hat was ganz feines in der Hand gehabt. In allen Belangen. Und auch über all die Jahre hat Schon es geschafft, dieses beizubehalten. Also, wer bereit ist die Euros zu investieren kauft hier was sehr gutes. Schulnote 1-2.

Viking: viel Chaos, viel versucht, einmal insolvent, jetzt unter neuer Führung ohne dass man eine Veränderung erkennt. Mal sind die Queues gut, mal kaum zu beherrschen. Wer ganz genau weiß, was er mit einem Viking möchte kann hier kaufen, wer nur ein bestimmtes Design von ihnen haben will muss später u. U. mit nicht kompatiblen Gewinden kämpfen. Schulnote 3.



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Re: Verarbeitungsqualität und Servicequalität verschiedener Cuehersteller

Beitragvon nussbaumer1990 » 09.04.19 21:58

Mein erstes richtiges Cue war ein Fury. Damals gab es bei Dynamic die Rage Serie, die Cues hatten echt Einlagen und waren auch nicht wirklich günstig (ca. €300 wenn ich mich recht erinnere). Die Verarbeitung war anfangs ganz gut, leider traten nach ein paar Monaten die Ringe etwas hervor und der Lack begann genau dort zu 'brechen'. Ein Refinish war mir das damals aber nicht mehr wert. Die Oberteile waren Standard Vollholz, nicht wirklich gut, nicht wirklich schlecht, Standard eben.

Danach hatte ich ein Predator 5K2, an das ich mich immer noch gerne zurückerinnere. Verarbeitung war Predator-typisch auf hohem Niveau. Ich habe das werksseitige 314-2 (war sehr leicht und grauenhaft zu spielen) bald gegen ein 314-2 FAT Oberteil (13,2mm Standard) getauscht. Für mich eines der besten Oberteile, die Predator je gebaut hat. Leider wurden diese Oberteile relativ schnell wieder aufgelassen.

Mein Vater spielt immer noch ein Bear Cue aus ca. 2005, also noch die bessere, ältere Serie. Verarbeitung bei den Inlays ist zwar optisch nicht 100% perfekt, dafür ist die Spielbarkeit und vor allem die Haltbarkeit top (das Ding ist für meinen Vater einfach nur ein Werkzeug zum Billard spielen). Die Cues aus dieser Serie sind auch gebraucht so gut wie nirgends mehr zu finden.


Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten.

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Re: Verarbeitungsqualität und Servicequalität verschiedener Cuehersteller

Beitragvon LochNess » 09.04.19 22:39

ok, damit ich keinen neuen thread aufmachen muss. ich hab mir diesen queue jetzt ein bisschen genauer angesehen und mich ein wenig verliebt^^
hat jemand mit diesem oder mit der firma erfahrungen? verarbeitung gut?
vorteil "free shipping no matter where you live"
https://www.obcues.com/product/ob-17emw ... shaft-type

welches oberteil würdet ihr dazu empfehlen? low deflection wäre schön, weiß aber nicht, welches bei OB da gut ist.

und, gibts ne firma, die in deutschland oder österreiche OB Cues vertreibt?




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Re: Verarbeitungsqualität und Servicequalität verschiedener Cuehersteller

Beitragvon LochNess » 09.04.19 23:30

NickCasey hat geschrieben:... doubledave verkauft ob-cues...

https://www.doubledavecues.com/bestellb ... 6_376.html


da steht
Es gibt keine Produkte in dieser Kategorie.



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Re: Verarbeitungsqualität und Servicequalität verschiedener Cuehersteller

Beitragvon Schmatzinger » 09.04.19 23:44

NickCasey hat geschrieben:... doubledave verkauft ob-cues...

https://www.doubledavecues.com/bestellb ... 6_376.html

Die haben es aufgegeben, OB zu vertreiben.
Siehe auch Thread Digicue Blue - enorme Preisunterschiede, Schnäppchenhinweis



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Re: Verarbeitungsqualität und Servicequalität verschiedener Cuehersteller

Beitragvon Fitchner » 09.04.19 23:53

@LochNess: das ist genau das Cue, das ich spiele ^^
ich hatte weiter oben dazu schon was geschrieben, lies das am besten kurz. Die Bilder in deinem Link sind realistisch. Mein Queue sieht fast genauso aus - aus ein paar Metern wirkt er ganz schwarz, wenn man näher ran geht erkennt man eine recht gleichmäßige Maserung im Ebenholz. Ich finde das sehr schön.
Das Ringwork ist vllt nicht ganz perfekt, unter dem Lack sieht man minimalste Übergänge....aber wie gesagt UNTER dem Lack. Ich weiß auch nicht ob das überhaupt zu verhindern ist. Also da hebt sich nichts oder so (zumindest nicht bei meinem Modell).
Ich würde Dir das "OB Classic +" Oberteil dazu empfehlen.
Ein ähnliches Cue, an dem ich überlegt hatte: https://www.obcues.com/product/ob-1820- ... shaft-type
Beachte, dass Du das Ding vermutlich auch mit 60 Inch bestellen kannst, falls Du das möchtest. Dauert länger, kostet aber soweit ich weiß nichts extra.

@NickCasey: Sieht zwar so aus, aber tun sie nicht mehr. Die Produktkategorien sind auch leer. Dave hatte sich hier im Forum mal kurz dazu geäußert und als Grund schwankende Qualität genannt, außerdem fand er den Kontakt mit der Firma wohl etwas chaotisch. Wie meine Vorredner schon sagten.

Ansonsten ist es sehr interessant, hier die Erfahrungen zu lesen. Vielleicht beteiligt sich 1291 ja auch noch - muss ja nicht alles auf einmal sein.


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Re: Verarbeitungsqualität und Servicequalität verschiedener Cuehersteller

Beitragvon LochNess » 10.04.19 00:14

Fitchner hat geschrieben:@LochNess: das ist genau das Cue, das ich spiele ^^
ich hatte weiter oben dazu schon was geschrieben, lies das am besten kurz. Die Bilder in deinem Link sind realistisch. Mein Queue sieht fast genauso aus - aus ein paar Metern wirkt er ganz schwarz, wenn man näher ran geht erkennt man eine recht gleichmäßige Maserung im Ebenholz. Ich finde das sehr schön.
Das Ringwork ist vllt nicht ganz perfekt, unter dem Lack sieht man minimalste Übergänge....aber wie gesagt UNTER dem Lack. Ich weiß auch nicht ob das überhaupt zu verhindern ist. Also da hebt sich nichts oder so (zumindest nicht bei meinem Modell).
Ich würde Dir das "OB Classic +" Oberteil dazu empfehlen.
Ein ähnliches Cue, an dem ich überlegt hatte: https://www.obcues.com/product/ob-1820- ... shaft-type
Beachte, dass Du das Ding vermutlich auch mit 60 Inch bestellen kannst, falls Du das möchtest. Dauert länger, kostet aber soweit ich weiß nichts extra.



danke für die Rückmeldung. dein Feedback hab ich gelesen, deswegen die Frage, ob man das irgendwo in Deutschland/Österreich bekommt. Ist dieses OB Classic dem Z2/3 ähnlich? oder eher dem 314-2/3?



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Re: Verarbeitungsqualität und Servicequalität verschiedener Cuehersteller

Beitragvon Titleist » 10.04.19 01:08

@treffgarnix: Habe jetzt mal meine Meuccis genauer als jemals zuvor angesehen.

treffgarnix hat geschrieben:
Bei zwei von drei Oberteilen war der Übergang zwischen Ferrule und Holz sehr unsauber gearbeitet.

Bei mir alle 3 sauber gearbeitet

Alle drei Oberteile hatten mehr als 12,6 mm Duchmesser (das eine sogar 12,8 mm), obwohl 12,5 mm angegeben sind.

Ist mir jetzt zu viel Mühe, noch mal nachzumessen. Hatte aber damals in Deinem Thread die Masse angegeben. Wichen höchstens sehr geringfügig (0,1mm) ab, IIRC. Und das dürfte auch in etwa der mögliche Messfehler sein.

Bei den anderen beiden mit 5/16x18 Joint waren die Stahlgewindestifte in den Gewindespitzen vermackt, und auch total verdreckt. Beim ersten Zusammenschrauben sind da erstmal die Messingspäne geflogen und es hat ziemlich gehakt.

Habe nur diesen Joint. Null Macken. Ging von Anfang an problemlos drauf, keine Metallspäne.

Die Finishqualität war bei allen 3 auf gut deutsch grottenschlecht. Der Lack hatte zum Teil leicht eingetrübte Transparenz, die Übergänge zwischen lackiertem Griffband und angrenzende Bereiche waren spürbar, und wenn man die Unterteile etwas ins Spiegellicht bringt, sah man bei allen drei dass sie ungleichmäßig in der From und Geradheit waren. Das eine hatte sogar im Forearm einen Wobble. Insgesamt waren die Lackierungen auch übersäht mit zahlreichen Mikrokratzern.

Den Lack kann ich nicht mehr endgültig beurteilen, da meine derzeit 2 Meucci-UT in heftigstem Gebrauch waren. Klar sind da Kratzer drin, jetzt. Auffällige Kratzer waren aber am Anfang nicht drin. Von der Transparenz her ist mir auch nichts aufgefallen. Einer ist ein wrapless, der andere hat ein Ledergriffband. Wenn man vorsichtig mit dem Finger drüberstreicht, kann man den Übergang von Lackierung zu Leder erahnen, mehr nicht. Das Leder hat sich unten mal minimalst aufgeschoben (<0.1 mm auf ca. 1,5mm Breite), aber da bin ich vermutlich mal hart über meinen Tisch geschrubbt. Ein bisserl Sekundenkleber und alles wieder perfekt gewesen. Den untersten Ring am neueren UT von 2018 kann ich mininmal erfühlen, die anderen 3 nicht. Die Points bei dem älteren sind unterschiedlich lang, wenn man pingelig sein will. Das kürzeste ist tatsächlich 2mm kürzer als das längste, was aber durch das edle Holzfinish nur auffällt, wenn man danach sucht.



Und nein, mit der Lupe/Mikroskop habe ich jetzt nicht nach weiteren Fehlern gesucht.



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Re: Verarbeitungsqualität und Servicequalität verschiedener Cuehersteller

Beitragvon willy » 10.04.19 08:47

Mein erstes eigenes cue war ein Buffalo Carambol mit Holzgewinde vor ca. 35 Jahren für damals 150 DM. Die Qualität war nicht so toll aber in Ordnung.
Dann, vor ca. 10 Jahren ein neues Joss 101 mit einem gebrauchten 314-1 OT mit 11mm. Das Joss ist Klasse, spiele gerne damit. Die Qualität ist gut.
Das Exceed mit WX900 (2017) war das best verarbeitete cue das ich jemals besaß. Wenn ich wieder ein cue aus Holz erwerben wollen würde, dann ein Exceed.
Seit einem Jahr spiele ich ein Becue, bei dem sowohl der Butt als auch das OT aus carbonfaser ist. Die Verarbeitung ist gut, aber nicht zu vergleichen mit dem Exceed. Die Übergänge zwischen dem carbon und dem titan sind ein wenig spürbar.
Von Predator habe ich nur OT's gespielt. Ein Z2 und ein 314-1. Beide sehr gut und immer noch gerade.




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