MaterialOberteilaufbau

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Rallepralle
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Re: Oberteilaufbau

Beitragvon Rallepralle » 11.07.19 14:28

Sorry AndyD, wenn Du hier Dinge anfragst oder zur Diskussion frei gibst, dann solltest Du Dir auch etwas von den Beiträgen annehmen oder etwas genauer lesen. Zur Not auch zwei mal.
314 werden ganz sicher nur von Predator gebaut. Mezz baut maximal die Buchsen daran und/oder verbaut den Joint von Predator, um maximale Passgenauigkeit zu garantieren.
Mezz baut die Pool Oberteile nicht laminiert. Vollholz, teilweise mit Fieberglaskern mal länger, mal kürzer, mal dicker, mal dünner. Das ist die Philosophie von Mezz und damit erreichen sie ihre Spielqualität und je nachdem LD von 1,5 bis 2,5 mal so und mal so zu spielen. WD900 ist Vollholz konischer Taper.
Und ja, wenn ich Vollholz baue und/oder so wie Mezz, brauche ich sehr sehr gutes Holz. Dichter und demnach auch schwerer, je nach Kern oder Spitze/Taper. Für das WX900 braucht es wohl das beste Holz, um die LD Qualitäten zu erreichen (plus spezielle Ferrule, plus dünne Spitze, plus konischer Schliff)
Außerdem haben viele LD Oberteile eine Hohlbohrung, welche das Gewicht natürlich verringert, zumal die Gewichtsverringerung in der Spitze, das Mittel zum Zweck ist.

Und wie auch schon geschrieben, kann ich beim laminieren mit deutlich anderen Holz Qualitäten arbeiten und auch mit anderen Ablagezeiten des Holzes. Das ist im Möbelbau nicht anderes. Dafür ist natürlich der Aufwand etwas größer beim Oberteilbau. Und auch beim laminieren, gibt es verschiedene Philosophien. Vom Scheibchen Aufbau Meuci über Käseecken Predator, 4 Ecken Cuetec, 4 Ecken plus Innenkern Tiger plus ganz skurriles bei OB und dann noch mit und ohne Hohlbohrung plus unterschiedliche Ferrulenarten.

Sind noch Fragen offen?



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AndyD
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Re: Oberteilaufbau

Beitragvon AndyD » 11.07.19 14:43

@Rallepralle
Ich habe Dich schon verstanden, aber...
Das ist doch jetzt auch von Dir nur eine Vermutung das Predator die Oberteile für Mezz baut, oder?
Wenn nicht, dann verrate mir mal bitte wo das Predator Werk steht in dem die Predator Queues gebaut werden. Gibt es überhaupt eines oder ist es wie bei RedBull? Eine vermarktete Marke die in anderen Werken produziert werden?
:vor: Ist sicherlich auch ein sehr interessantes Thema. Welche Queuemarke hat ihr eigenes Werk und welche nicht...Ich gehe nicht davon aus, dass jede Queuemarke ihre eigene Fabrik hat...


Aber nochmal zurück. Mir ging es eigentlich darum wie ein Oberteil entwickelt wird und welche Einzelfaktoren, sei es laminiert, Materialart, Taper, etc welche Auswirkung auf das Spielverhalten haben. Der Einfachheit wollte ich das einmal nur aufgrund eines unterschiedlichen Tapers im ersten Step erfragen. In wie weit kann sowas rechnerisch erfolgen und ab wann kommt eine "Try and Error"-Methodik zur Anwendung, wenn überhaupt?
Bisher kamen hier ja "nur" persönliche Erfahrungswerte, bzw. die allgemein weit verbreitete Meinung...
Interessant wäre zum Beispiel wie ein Custom Cue Maker zum Beispiel ein Oberteil entwickelt. Oder warum Cuechanger seine Oberteile so aufgebaut hat wie sie sind...


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Re: Oberteilaufbau

Beitragvon treffgarnix » 11.07.19 14:50

AndyD hat geschrieben: ... In wie weit kann sowas rechnerisch erfolgen und ab wann kommt eine "Try and Error"-Methodik zur Anwendung, wenn überhaupt? ...


Rechnen kann man das praktisch nicht, zu komplex und vor allem: Holz ist dafür auch viel zu inhomogen, selbst wenn Du eine Formel bzw. einen Rechenalgorithmus HÄTTEST, wirst Du das Verhalten bei seitlichem Effet nicht rechnen können, da die Masse eben NICHT alleine der Faktor ist, sondern auch Festigkeitswerte und Schwingungsverhalten, was eben beim Holz naturgemäß stark streut, von Stück zu Stück. Dr. Dave hat den Begriff der effektiven Endmasse rechnerisch versucht zu definieren, aber auch dies ist nur ein theoretischer Ansatz, vollkommen ungeeignet - leider - um konkretes Abweichungsverhalten anhand einer konkreten Konstruktion zu errechnen, eine Konstruktion die sich durch einen definierten Taper, eine Gewichtsverteilung, Biegesteifigkeiten und Schwingungsverhalten darstellt. Ganz abgesehen davon dass eine gegebenes Oberteil sich deutlich anders verhalten kann mit verschiedenen Unterteilen.

Es kann nur ein reiner try and error sein, der natürlich aufgrund von Erfahrungen sehr zielgerichtet und systematsich sein wird, zumindest bei so einer großen Firma wie Predator.


Als Einstein Examina abnahm, fragte ihn einmal ein Student: "Sie stellen in diesem Semester ja genau die gleichen Fragen wie beim letzten Mal." Darauf Einstein: "Das ist wahr. Nur die Antworten sind diesmal anders."

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Re: Oberteilaufbau

Beitragvon Rallepralle » 11.07.19 15:05

Predator baut nicht die Oberteile von Mezz sondern die Predator Oberteile, die Mezz für ihre Serie mit 314 anbietet.

Predator ist ein riesiger Laden mit Lucasi und Players zusammen um den ganzen Markt abzudecken.



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Re: Oberteilaufbau

Beitragvon DerPiekser » 12.07.19 12:26

treffgarnix hat geschrieben:
AndyD hat geschrieben: ... In wie weit kann sowas rechnerisch erfolgen und ab wann kommt eine "Try and Error"-Methodik zur Anwendung, wenn überhaupt? ...


Rechnen kann man das praktisch nicht, zu komplex und vor allem: Holz ist dafür auch viel zu inhomogen, selbst wenn Du eine Formel bzw. einen Rechenalgorithmus HÄTTEST, wirst Du das Verhalten bei seitlichem Effet nicht rechnen können, da die Masse eben NICHT alleine der Faktor ist, sondern auch Festigkeitswerte und Schwingungsverhalten, was eben beim Holz naturgemäß stark streut, von Stück zu Stück.


Dieser Aussage kann ich ganz und gar nicht folgen. Rechnen kann man mit entsprechender Software zunächst mal alles.

Die Frage bei jeder rechner- bzw. softwaregestützten Berechnung die man sich im Vorfeld stellen muss ist, welche Randbedingungen man für die Berechnung setzt. Weiterhin muss man sich klarmachen, dass es absolut gesehen natürlich eher nicht möglich ist, für ein spezifisches OT zu einem klaren Ergebnis zu kommen, welches hinterher zu einer generellen/absoluten Aussage führen wird. Sprich, die Berechnung ist in jedem Fall fehlerbehaftet. Die Annahmen entsprechen nicht 1:1 der Realität.

Was man aber auf jeden Fall machen kann ist, dass man einen Relativvergleich anstrebt. Man muss hierbei halt die vagen/nicht klar quantifizierbaren Randbedingungen gleich halten. Somit kann man durchaus unterschiedliche OT-Konstruktionen untereinander vergleichbar machen. Alles andere ist relativ sinnlos. Hängt also alles von der Berechnungsstrategie ab. Fazit: Wie sich unterschiedlich OT-Konstruktionen untereinander verhalten ist in jedem Fall seriös berechenbar.

Mit diesen Themen schlagen wir uns im Bereich Automotive-Engineering fast jeden Tag herum. Von daher weiß ich wovon ich rede. :bel:

Schönes Wochenende!
Gruß Stecher



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Re: Oberteilaufbau

Beitragvon nussbaumer1990 » 12.07.19 13:19

Nun gut, auch wenn man mit entsprechender Software eine Berechnung anstellen kann (vorausgesetzt, man findet die passende Formel und weiß, welche Parameter in welchem Ausmaß relevant sind und welche Werte man wo und wie einfügen muss), dann stelle ich mir doch eine Frage. Welches Ergebnis erwarte ich? Oder anders gefragt, was soll das Ergebnis ausdrücken?

Ich finde diese Diskussion über die Findung eines allgemeingültigen Konzepts relativ sinnfrei.
Der Threadersteller fragt nach konkreten Expertenmeinungen und erhofft sich davon exakte Aussagen, dass dieses und jenes zu 100% unumstößlich ist. Anders gesagt, eine Bestätigung seiner vorgefassten Meinung.
Jeder, der sich näher und intensiver mit der Materie Billard, insbesondere dem Material, beschäftigt, stolpert über kurz oder lang über den Begriff LD. Ich muss kein Experte, Cuemaker oder sonst was sein, um dieses Konzept zu verstehen. Wenn man sich tiefergehend damit beschäftigt, erkennt man die Unterschiede zwischen den verschiedenen Bauarten und wie sie sich auf das Spielverhalten auswirken. Wenn man dann noch die Geduld und das nötige Kleingeld hat und persönlich verschiedene Konzepte ausprobiert, dann hat man alles, was man braucht, um sich eine breit gefächerte Meinung zu bilden.
Man kann keine fixe Aussage zu dem Thema machen. Für den einen ist LD nebensächlich, dafür Rückmeldung umso wichtiger. Manch einer legt widerum keinen Wert auf Rückmeldung, möchte dafür aber ein Ultra LD Oberteil haben. Alles, was dazwischen liegt, ist und wird immer ein Kompromiss sein.


Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten.


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