PoolbillardQuo Vadis, Pool Billard?

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Re: Quo Vadis, Pool Billard?

Beitragvon morzelpronk » 17.01.13 11:12

Stimmt, das könnte sein. Früher gab es ja auch Pooltische mit einer normal großen Weißen, die nach einem ähnlichen Prinzip funktionierten.

--- EDIT ---

Mein obiger Kommentar bezog sich natürlich auf Hans seinen Beitrag, Pooltische mit eingebauter Plattentektonik gab es wohl noch nie :zuf:

@Frido

Sehr nett, da arbeitest Du im 3-Band grad an einer neuen Höchstserie und plötzlich senkt sich die Platte :boe:
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Re: Quo Vadis, Pool Billard?

Beitragvon KFB » 17.01.13 11:17

genauso welche gab es :-)

mein Opa hat in Holland noch mit 98 Jahren, einer Zigarre in der linken, einen Portwein in der rechten Hand gestanden, und hatte eine menge Spass mit seinen Freunden an diesen Tischen. Ich hab noch ne Urkunde, die Ihn mit 98 Jahren als holländischen Seniorenmeister ausweist.

das will ich auch *träum*

PS: ist 106 geworden der Drecksack :zuf:



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Re: Quo Vadis, Pool Billard?

Beitragvon berater1979 » 17.01.13 11:23

Klasse Artikel, sehr lesenswert.

Das gefiel mir am besten:

Mit welchem Flair kommt die Kreuzung aus Daniel Craig und Sebastian Vettel der auf dem Cue Stick durch’s Vereinsheim reitet?


:krl: :krl: :krl:


Wenn Dummheit blaue Flecken machen würde, wäre die Welt voller Schlümpfe. :D

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Re: Quo Vadis, Pool Billard?

Beitragvon cuechanger » 17.01.13 11:26

Sehr guter Artikel und in vielen Punkten eine zutreffende Analyse. Vielen Dank Dana und Ralph! :bin:

Der Irrtum, dass die gewaltsame Verschleppung des Pools in die sterile Seriösität uns weiterbringen würde ist fundamental. Genauso, wie der Irrtum, dass Billard ein verruchtes Zockerimage bräuchte. Betrachtet man den Umstand, dass die beiden Initialzündungen des Billards mit großen Medienereignissen zusammengefallen sind und durch diese begründet wurden, in diesem Fall zwei Kinofilmen mit Kultstatus, der halt auch Leute angesprochen hat, die vorher mit Billard nix zu tun hatte, zeigt uns einmal mehr, wie der Mensch funktioniert. Ohne eine gewaltige Medienpräsenz wird man keinen Quantensprung bekommen. Nun hat uns das Schicksal gnädigerweise 2x ein solches Ereignis beschert. Das erste brachte die Tische hierzulande in die Kneipe und die Spielhallen und somit ans Volk, das zweite brachte die Leute in die mittlerweile bestehenden Poolhallen und Vereine. Aber wir haben genau an diesem Punkt, damals Ende der 80ziger und Anfang der 90ziger, als das Schicksal uns eine wirklich gute Ausgangbasis verschafft hat, nix draus gemacht. Dies wäre die Zeit gewesen, in der Verbände den Zulauf hätten nutzen können und die hierdurch ermöglichten Gelder in medienwirksame Turniere hätten fließen lassen können. Stattdessen entwickelten sich Parallelstrukturen. Private Turnierausrichter einerseits und Verbände, die nun dachten, es sei an der Zeit seriös zu werden, andererseits. Und die arbeiteten meist nicht miteinander, sondern gegeneinander. Konkurrenzdenken und Standesdünkel, statt konstruktives Arbeiten aufs gemeinsame Ziel hin. Unterschiedliche Systemauffassungen und eigene Machtausbauvorstellungen. Die Gelder, die durch viele Mitglieder in die Verbände flossen, versickerten in bürokratischen Strukturen und sechsstelligen Aufwandsentschädigungen und die privaten Turnierveranstalter waren ohne die Verbandsunterstützung nicht stark genug, den Hype fortzuführen und auszubauen. Und so schrumpfen wir seither Jahr für Jahr weiter in Richtung Bedeutungslosigkeit und dies trotz der nach wie vor vorhandenen Affinität der Bevölkerung zum Pool und international konkurrenzfähiger Spieler in diesem Lande.

Aber das ist vergossene Milch... die Frage war ja "quo vadis" also, wohin gehen wir und nicht woher kommen wir. Letzteres dient nur zu Orientierung bei der Entscheidung wohin...
Betrachte ich mir wirklich erfolgreiche Sportarten, dann haben die eigentlich immer folgende Struktur:
1. Flächendeckender, organisierter Spielbetrieb, bis hin zur Spitze.
2. Besondere, gutdotierte, elitäre Meisterschaften, die extrem gut vermarktet werden. Hier werden die Craigs und Vettels geboren, die zwölfjährige dazu motiviert, Geheimagent oder Formel-1 Pilot zu werden. Die können aber statt zur Schumi-Kartbahn auch in den nächsten Billardverein kommen, wenn wir es schaffen ein paar Heros medial zu platzieren. Wieviele kleine Tommys auf der Insel wollten wie the Rocket sein?
3. Durch Punkt 2 wird ein breites Interesse in der Bevölkerung geweckt, aufrecht erhalten und möglicherweise auch weiter ausgebaut. Dadurch erhält Punkt 1 kontinuierlichen Nachschub und sichert somit die sportliche wie finanzielle Basis der ausrichtenden Strukturen.
Um Punkt 1 haben sich die Verbände in den letzten Jahren gekümmert. Wenig effizient und unter voller Inanspruchnahme aller Gelder, die der Sport hergab. Um Punkt 2 hat sich dort absolut niemand gekümmert, im Gegenteil, man hat sogar einige Bestrebungen behindert, bzw, viele andere Entscheidungen getroffen, die weiter Basis verhindert statt gefördert haben, was der Grund dafür ist, dass das System stagniert, schwindet und nicht wirklich funktioniert. Betreibt man das Gegenteil, wie z.B. in den USA, wird man kommerzielll erfolgreich sein, aber man verliert schnell den Nachwuchs, wenn der externe Hype abebbt. Billard in den Staaten ist heute ein old-men-sport. Weit und breit kein international konkurrenzfähiger Nachwuchs.

Was kann man anders machen? Also "quo vadis"?
Einen interessanten Ansatz finde ich die Hinwendung zu öffentlichen Spielstätten. Dies ist tatsächlich eine Möglichkeit mehr Laufpublikum zu generieren. Vereinsheime haben durchaus auch Ihre Berechtigung, aber erst ab einer bestimmten Größe, die sie selbst wieder zu Traffic-Generatoren macht. Alles andere macht wenig Sinn. Im Gegenteil, viele Vereine kranken am Mitgliederschwund, weil sie mit unterdimensionierten Mitgliederzahlen in überdimensionierten Vereinsheimen rumdümpeln. Das langweilt viele Mitglieder, weil sie selten adäquate Trainingspartner treffen und stellt gleichzeitig eine große finanzielle Belastung für den Verein dar, weil so ein Vereinsheim wenn es durch, sagen wir 30 Mitglieder getragen werden soll, schnell recht teuer wird. Dann noch die fehlende Außenwirkung und schwups, befindet sich der Verein in einer Abwärtsspirale und kämpft mit weniger werdenden Mitgliedern um hohe Fixkosten... Ein Wirt, der Geld erwirtschaftet ist in der Größe natürlich auch nicht realistisch.
Aber das ist nur ein Nebenkriegsschauplatz. Die eigentliche Erkenntnis muss sein, dass man heutzutage beides braucht. Den flächendeckenden Spieltbetrieb, der es neu gewonnenen Mitgliedern ermöglicht, sich bei Interesse in Strukturen zu begeben, in denen sie Training, Ausbildung und Wettkampf, aber auch enfache und unkomplizierte Geselligkeit (kam in den letzten Jahren oft zu kurz) finden und die medienträchtigen Events, die für die Öffentlichkeit sorgen, die man heute nicht mehr hat, die man aber bräuchte, um überhaupt den Trend wieder umzukehren und darüber hinaus eine neue Initialzündung zu bekommen. Wenn wir auf niedrigem Niveau, das wir wieder haben ein Mitgliederplus von 10% erreichen, statt einen Mitgliederschwund von 10% zu erleiden, dann ist das zwar gut, aber wird nicht reichen, um dahin zu kommen, wo wir seit langem hinwollen. Wir können mit vielen Maßnahmen einiges besser machen und womöglich drehen wir damit einen negativen Trend wieder um, aber wirklich richtig nach vorne kommen wir so nicht. Was wir brauchen ist ebenso eine Initialzündung wie damals Mitte der 80ziger und Anfang der 60ziger. Was kann das sein? Medien funktionieren im Laufe der Zeit immer anders. In den 60zigern war es Kino. In den 80zigern das Video und das Fernsehen. Heute ist es das Fernsehen und das Internet. Sollen wir also warten auf den Heiland, der uns nen neuen Kultfilm bringt? Wohl kaum. Was kann es sonst noch sein? Keine Ahnung. Die Möglichkeit, die mir hier seit Jahren einfällt, ist ein medial perfekt auf einem Premiumsender vermarktetes Million-Dollar Turnier. Finanzierbar wäre dies problemlos, wenn sich alle einig sind. Und ja, man könnte es auch platzieren. Andere Ideen, die eine wirklich breite Öffentlichkeit erreichen und begeistern könnenn, sind willkommen.

Wir brauchen den "Big Bang". Und dann müssen wir da weitermachen und Dinge richtiger machen, wo wir beim letzten Bang versagt haben. So ein Bang wirkt Jahre in die Zukunft, wenn er einmal stattgefunden hat. In diesem Kielwasser kann man Strukturen schaffen und im großen Maßstab arbeiten. Ohne so einen Bang, wird man versuchen, aus einem Hänfling einen Schwarzenegger zu basteln. Das würde 20 Jahre Arbeit in der Muckibude bedeuten und das Ergebnis wäre trotzdem maximal ein Stallone.
Das ziehe ich aus der Analyse als das "quo vadis" das wir gehen sollten.

Grüße
Markus



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Re: Quo Vadis, Pool Billard?

Beitragvon toytonic » 17.01.13 12:31

Die TV Total "1 Million Euro Billard Nacht" :-D Wie Geil wäre das denn!!!



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Re: Quo Vadis, Pool Billard?

Beitragvon Shotmaker » 17.01.13 12:45

jaehndan hat geschrieben:Sehr schöne Arbeit und danke für das "opfern" Eurer Freizeit. Ich für meinen Teil kann aber sagen, dass ich definitiv einige der dargestellten Meinungen nicht vertrete und eben deswegen nicht vom "Nagel auf den Kopf" spreche.

Insbesondere die Aussagen zum Thema Jugendarbeit finde ich mit "Verlaub" sehr sehr untreffend, kontraproduktiv und nicht gerecht werdend, den a) Vereinen, die sich mit Herzeblut um Kinder und Jugendlich UNTER 18 Jahre kümmern und b) den wirklich hervorragenden durch absolutes Können überzeugenden und international für Aufsehen sorgenden Nachwuchs gegenüber :wei: .

Man stelle sich die Medienlandschaft ohne Dominic Jentsch, Manuel Ederer, Joschua Filler, Dennis Waldecker, Nico Ottermann, Marlin Köhler und und und vor.

Aber letztendlich sind es ja persönliche Meinungen und die sind immer individuell und das ist gut so!

Also dennoch vielen lieben Dank für einen wirklich schön zu lesenden Artikel.


jaehndan, ich weiß das ihr sehr viel arbeit und geld in eure jugendarbeit steckt und es tut weh wenn man so eine meinung liest, aber würdest du deinem kind wirklich empfehlen poolprofi zu werden?

das ist nämlich das, was sie sagen will damit, "kinder spielt pool, weil es ist ein tolles spiel und freizeit beschäftigung ist, aber versucht niemals euren lebensunterhalt damit zu verdienen.

ich würde es meinem kind nie empfehlen und lieber dazu motivieren alles andere zu werden, als poolbillardprofi. :zwi:

und von welcher medienlandschaft, die sich mit poolbillard befasst sprichst du?

wenn man auf den phillipienen lebt ist es wirklich sehr lukrativ ein poolbillardprofi zu sein, aber nur weil dort das durchschnittseinkommen ca. 200 us-dollar im monat ist und man mit 20 - 30.000 dollar im jahr ein sehr attraktives leben führen kann und nebenbei noch eine 4 generationen großfamilie ernähren kann. :zwi:


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Re: Quo Vadis, Pool Billard?

Beitragvon ubue » 17.01.13 13:14

Sry Markus,

so eloquent und teilweise auch nach meiner Einschätzung richtig beschrieben, trifft sowohl "Quo Vadis", viel mehr jedoch Deine Aussage nach medialen Heros, den eigentlichen Kern der Sache.

Denn ein erneuter Big Bang - den sich sicher jeder wünscht - kann nur gezielt entstehen bzw. zum Ausbruch gebracht werden, wenn ein leichter und permanenter Druck aufgebaut wird, der diesen Billardvulkan auch irgendwann einmal zum Ausbruch bringt. Und genau hier sehe ich keinen Ansatz in unseren etablierten Strukturen. Wo ich auch hinschaue, oftmals wird Billard im Großteil der Vereine und Verbände nur verwaltet und nicht vermarktet. Vielleicht ist es also sogar nur das, was die Mehrheit der Billardspieler möchte?

Die aktiveren Vereine haben - im Verhältnis zu anderen Billardvereinen - dabei sogar oftmals überdurchschnittlichen Erfolg bei ihrer Aussendarstellung. Jedoch kein Wunder, ist der einäugige doch König unter den Blinden, um es einmal mit einer alten Floskel zu umschreiben (Jedoch gibt es tatsächlich gut arbeitende Billardvereine, nur leider zu wenig)

Die Frage nach "Erfolg" ist im Grunde sehr differenziert zu sehen. Nehmen wir als Beispiel einen jungen Billardspieler: Möchte ein Trainer dabei eher einen talentierten oder doch nicht lieber einen hart arbeitenden Schüler?

Der Talentierte macht in kürzester Zeit unglaubliche Fortschritte und spielt nach drei Monaten weit über dem Leistungsdurchschnitt. Aber im Grunde "fällt" ihm gutes Billard spielen einfach so zu, wie uns im Billard in den letzten Jahren bzw. eher Jahrzenten die Mitglieder. Der harte arbeitende Schüler braucht für einen gleichwertigen Leistungsstand dabei ca. ein Jahr, erreicht dieses dann jedoch ebenso. Welcher der beiden hat eine rosigere Zukunft vor sich? Nun, eine generelle Aussage zu machen ist nicht möglich, aber i. d. R. hat der harte Arbeiter meistens Vorteile, da er bei Widerständen im Fortschritt nicht sofort die Flinte ins Korn wirft, wie es von vielen Talenten oft und gerne gemacht wird.

Unsere schnellen Erfolge im Billard hatten wir also schon (das waren unsere "Big Bangs"), jetzt bräuchten wir den bzw. die Arbeitstiere, die uns voranbringen. Ob die jedoch den notwendigen Rückhalt von der Basis bekämen ist für mich mehr als Zweifelhaft. Aber dann bin ich mir sicher, bekommen wir auch unseren 3. Big Bang

Viele Billardspieler wollen für die Taube auf dem Dach halt einfach den Spatz in der Hand nicht loslassen. Dass sie dadurch noch nicht einmal mehr eine Leiter aufstellen können um überhaupt an die Taube zu gelangen, bleibt den meisten leider verschlossen ^^



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Re: Quo Vadis, Pool Billard?

Beitragvon Gwenn » 17.01.13 13:25

ubue hat geschrieben:... wenn ein leichter und permanenter Druck aufgebaut wird, der diesen Billardvulkan auch irgendwann einmal zum Ausbruch bringt.


Chancen aufbauen, damit etwas passieren kann. Wann und wo es dann passiert, das lässt sich nicht prognostizieren und auch nicht erzwingen. Aber jede wegregulierte oder unnötig erschwerte Chance ist doof, weil sie die Wahrscheinlichkeiten schmälert. Je vielfältiger und kunterbunter die Landschaft aussieht, desto besser die Aussichten, dass irgendwo etwas richtig fußfasst.

Liebe Grüße
Dana



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Re: Quo Vadis, Pool Billard?

Beitragvon ubue » 17.01.13 13:42

Richtig Dana,

erzwingen oder gar bewusst herbeiführen lassen sich bestimmte Dinge sicher nicht. Aber um neue Wege beschreiten zu können, muss ich meine Augen auch auf die möglichen Weggabelungen rechts und links legen. Per "Autopilot" einfach weiter auf dem alten Kurs bringt uns leider nicht weiter.

Das ist es aber, was nach meiner Erfahrung noch immer viel zu viel passiert. Wir wechseln - in absehbarer Zeit sogar wieder - regelmäßig die Piloten, aber keiner traut sich oder möchte oder im schlimmsten Fall kann, den Autopiloten einfach mal abschalten und ins Neuland steuern. Viel lieber gehen wir her, tanken notfalls mit neuen oder zusätzlichen Geldern auf und "verfolgen" weiter den alten Kurs. Ja, welchen denn? Mitglieder her, irgendwie, irgendwo? Hoffen auf den nächsten Big Bang?

Gwenn hat geschrieben:... Je vielfältiger und kunterbunter die Landschaft aussieht, desto besser die Aussichten, dass irgendwo etwas richtig fußfasst.


Dennoch ist es sicherlich keine Frage, dass es keinen wirklichen Sinn ergibt, einfach wahllos Löcher in die Erde zu buddeln, nur weil ich irgendwann mal auf einen alten Goldschatz stossen könnte.

Bin mir sicher, im Billard ginge was, nur ohne die Vereine geht halt nichts. Das ist meine Erfahrung: Die Vereine, die sich bewegen, haben meistens "ihr" eigenes Limit erreicht und die sich bisher nicht bewegen, die bewegen sich auch nirgendwo anders. Gewerbliche Betreiber sind da wesentlich aufgeschlossener, aber die können und werden es alleine nicht schaffen.



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Re: Quo Vadis, Pool Billard?

Beitragvon Shotmaker » 17.01.13 13:57

toytonic hat geschrieben:Die TV Total "1 Million Euro Billard Nacht" :-D Wie Geil wäre das denn!!!


eine spielbetrieb mit derart hohen börsen lässt sich heutzutage nur noch über ein ausgesprochenes hohes mediales interresse (fussball) oder prestigeinterresse (formel 1) oder über ein exorbitat gutes wettinterresse (fast alle sportarten) der zocker finanzieren, wobei sich das eine durch das anderen ergibt, beim snooker und beim dart ist das so, aber das liegt auch an der wettzockernatur der briten, dort ist das sogar in sprachlichen kultur verankert, "i will make money".

wären die deutschen echte zocker, wie die briten und es würde ein wettinterresse an poolbillard bestehen, dann wären auch die börsen hier in deutschland derart hoch, alleine nur, um dem wettbetrug vorzubeugen, denn nur wer was zuverlieren hat, hält sich an regeln und dann wären alle superprofis hier.

der durchschnitts deutsche ist halt nun mal kein zocker, ausser beim fussball-ottset vieleicht, dort hat sich so einen art zockerkultur etabliert, ist aber nur eine kleine, für deutsche verhältnisse gesellschaftsfähige ausnahme. in den wettburos sieht man eher zu 90% ausländische mitbürger, weil es eher ihre mentalität ist, denn fast nur in der deutsche sprache redet man von geld verdienen, also wirklich etwas dafür tun bzw. viel aufwand betreiben für viel geld und in anderen kulturen redet man von geld machen oder erdenken, also so viel geld wie möglich mit so wenig aufwand wie möglich und menschen denken halt auch so wie sie reden. deswegen wollen ja alle hier her, weil sie denken hier liegt das geld auf der straße und wenn sie da sind, merken sie, das man hier für viel geld echt was tun muß, denn alle haben es sich leichter vorgestellt.

wäre in deutschland ein poolbillardturnier, wo das startgeld 1000€ beträgt, kämen da nur wirklich wenige bis garkeiner. in england, asien oder usa kämen alle, denn dort würden 10 leute zusammen legen und ihren besten schicken und ihm einen teil vom gewinn zu kommen lassen, wenn er was gewinnt und würden noch mal eine fette summe beim buchmacher auf ihren champ setzen. :zwi:


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Re: Quo Vadis, Pool Billard?

Beitragvon jaehndan » 17.01.13 15:08

@ Manfred

Den Bezug, den ich herstellte, war auf die Passage bezogen, wo es um die Vereinsheime geht und dabei die Aussage fällt, dass man Billard vielleicht erst mit 18 anfangen sollte.

Wenn mein Sohn Billardprofi werden möchte, würde ich ihm sicher keine Steine in den Weg legen und wenn ich feststelle, dass er genug Potential und Lust und Laune zum Billard über Jahre hinweg hat, würde ich mit ihm ganz sicher das Für und Wider eines Billardprofis diskutieren! Meinen Sohn erziehe ich dazu, den Job zu machen, der ihn erfüllt! Das ist meine Empfehlung! Sollte sein Wunsch also Billardprofi sein, würde ich ihm den empfehlen. Durchaus.

Warum das nur auf den Phillippinen möglich sein soll, vermag ich nicht zu begreifen. Ich kann auch deine Vorliebe für das dortige Umgehen bzw. die amerikanischen Verhältnisse nicht teilen. Ich bin halt anders gestrickt. Mir gefällt der SPORT Billard! Ich weiß auch nicht wirklich, warum es so eine Mordsdiskussion darum gibt? Wer sportliches Billard spielen mag, geht in einen Verein, trainiert, spielt Liga und Meisterschaften, Turniere etc. Wer eher das Spiel mag (mit den Facetten Wetten, zocken usw.), der tut eben das und unterwirft sich nicht verbandspolitischen Quärelen. Ich bin eher der Meinung, dass wir Billardspieler (mich teilweise mit eingeschlossen) ein total kontraproduktives Selbstverständnis haben. Mitgliederschwund hat nicht nur Billard! Damit haben alle anderen organisierten Sportarten ebenso zu kämpfen! Und auch dort zeigt es sich, dass es Vereine gibt, die trotzdem kaum Probleme mit Nachwuchs haben und welche, denen das Wasser bis zum Halse steht und darüber hinaus. Im Billard versucht man nunmehr aber die Schuld bei allem Möglichen zu suchen, nur nicht bei sich selbst (den Vereinen). Da sind Verbände schuld (ich geben gerne zu, dass es da die letzten Jahre durchaus grobe Fehler gab, die ihren Teil beitrugen, aber eben nur einen Teil), da ist das mangelnde Fernsehinteresse (die meisten Printmedien haben GAR KEIN Problem damit, über Billard zu berichten), da sind die fehlenden Sponsorengelder, dann eine Firma, die keine ordentliche überregionale Homepage hinbekommt etc. Das spiegelt uns als Billardspieler immer genauestens wieder. Wenn wir nen Ball verschießen, war die Musik schuld, das Staubkorn im Tascheneinlauf, das Dekolte der süßen Teenagerin am Nachbartisch usw. Wir suchen uns für alles Ausreden und reden uns dann damit gegenseitig schlecht, anstatt mal die Erfolge herauszustellen!!!
Leute - Deutschland stellt zwei wirklich herausragende Poolbillardprofis, wir haben in dem Bereich auch gar keine Nachwuchsprobleme und nie gehabt. Gemessen an unserer Gesamtbevölkerung haben wir dann doch wirklich viele Spieler im Poolbereich, die immer und immer wieder in der Weltspitze mitmischen bzw. der erweiterten Weltspitze. Wir hatten und haben im Ligaspielbetrieb international Größen, die mitspielen. Die tun das auch nicht NUR wegen des Geldes.... Sie bleiben damit im Training und das ist doch grandios und hebt somit den Stellenwert der Liga an (meine Meinung). Man kopiert unser System des Mannschaftsgedanken zum Beispiel beim "Bonus-Ball". Man hätte das genauso gut im Einzelbetrieb alá Premierleague beim Dart machen können oder ein Mannschaftsturnier im KO-System innerhalb einer Woche. Nein macht man nicht, man spielt Spieltage mit Mannschaften und im Billardbereich kenne ich eigentlich keine andere Nation mit so einem Mannschaftsspielsystem.
Beim Karambol haben wir schon immer internationale Spitzenspieler gehabt und haben sie nach wie vor! Im Snooker hatten wir zwei, drei Spieler, die sich in England versucht hatten und die dort auch Achtungserfolge erreichen konnten.
All diese Erfolge einfach nur auf den Enthusiasmus der betroffenen Spieler und deren Angehörigen und ein wenig Glück hinsichtlich finanzieller Ausstattung zu schieben scheint mir da ein wenig unzureichend. Ich denke, dass es schon auch ein Stück weit damit zu tun hat, welche Bedingungen hier in Deutschland vorherrschen. Wir haben ein Ligasystem, wo sich wirklich in der Breite gute Spieler entsprechend ihrer Fähigkeiten ohne großen finanziellen Aufwand regelmässig mit ihresgleichen messen können, um a) sich allein dadurch mental zu schulen und b) sich Bestätigung bzw. Motivation mehr zu trainieren holen zu können. Ich finde das einfach klasse ohne wenn und aber!!!
Ich denke, dass wir einfach aufgrund der Fehler die gemacht wurden, aus den Augen verloren haben, wieviel Gutes wir eigentich haben und dass unser System so falsch gar nicht sein kann bei all den Souquets, Ortmanns, Eckerts, Jentschs, Ederers, Fillers, Köhlers, Hohmanns, Teges, Waldeckers, Ottermanns, Horns, Einsles, Lippes, Münstermanns und und und. Es sind einfach so viele!!! Und dennoch stellen wir immer und überall bei jeder Gelegenheit unser komplettes System in Frage???
Andere Sportverbände in Deutschland würden sich freuen, wenn sie so beständig Sportler hervorbringen würden, die in der Weltspitze mithalten können!!!

Ich bin stolz darauf ein Teil genau dieser Billardgesellschaft zu sein!!!

Gruß Daniel



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Re: Quo Vadis, Pool Billard?

Beitragvon Gwenn » 17.01.13 15:50

jaehndan hat geschrieben:... Souquets, Ortmanns, Eckerts, Jentschs, Ederers, Fillers, Köhlers, Hohmanns, Teges, Waldeckers, Ottermanns, Horns, Einsles, Lippes, Münstermanns und und und. Es sind einfach so viele!!! Und dennoch stellen wir immer und überall bei jeder Gelegenheit unser komplettes System in Frage???


Was ein kunterbunter Haufen Leute, die alle über andere Wege zum Billard gekommen sind und unterschiedlichste Karrieren hinter sich haben!

Es geht nicht darum, ein "System" in Frage zu stellen. Welches System bitte? Es geht darum zu vermeiden, dass ein Teil der vielseitigen Landschaft, der sich selbst als "das System" begreift, versucht, andere Ansätze als ungültig zu deklarieren. Von mir ein klares Nein zu allen Vorschriften, Genehmigungsverfahren und vorgeschriebenen Sichtweisen, die genau in diese Richtung zielen.

Wenn jemand sagt "Billard ist jetzt ein Sport" ist die banale Antwort: Äh, nö! Billard ist ganz viel anderes. Aber jeder darf für sich Billard gerne als Sport betrachten, sich als Sportler bezeichnen, wenn's schee macht. Aber bitte schreib's niemand den anderen vor, es gibt genug, die das ganz anders begreifen, und das ist gut so. Wenn jemand meint: Billard gehört ins Vereinsheim, ist die banale Antwort: Äh, nö! Aber du darfst für dich Billard gerne im Vereinsheim betreiben. Aber bitte sorg für ne Futterkrippe, damit wenigstens Laufkundschaft da ist. Und bevor ihr dicht macht, bringt die Tische wieder in eine Kneipe ...

Und wenn jemand seinem Kind Billard beibringen möchte, dann findet sich dafür auch eine Möglichkeit. Das war schon immer so, und das wird auch immer so sein. Und selbst wenn's ab 18 wär, würd' das so sein. Jugendliche haben sich ja noch nie für Dinge interessiert, die "ab 18" sind. Ich kann ja jetzt nicht für deine Jugend sprechen, aber für mich wär das jetzt ja mal was ganz neues ...

Das wird nicht wirklich einfacher oder schwieriger, nur weil man dem Spiel einen anderen Anstrich verpasst. Was, wenn das Kind plötzlich sagt: "Billard? Ja, cool, geil! Aber Sport? Neee, danke, das bockt's nicht!" Dann kann der Papa mit seiner Sportkindvision aber mal heimgehn :zwi:

Das einzige Kriterium, an dem man möglicherweise diese Ansätze messen kann, ist eine gewisse Nähe zur Öffentlichkeit, die dafür sorgt, dass der Funke zu neuen Menschen überspringt, Teil dieser Landschaft zu werden. Denn genau diese Kontaktfläche zu maximieren erhöht die Billardspieler-"Geburtenrate". Wenn ein Dachverband oder ein Organisator etwas leisten kann und muss, dann ist es, diese Nähe zur Öffentlichkeit herzustellen. Denn zum Spielen treffen können sich die Spieler auch ohne ihn, ohne seine Regeln und Ordnungen. Also erst die Publicity, dann die Kleiderordnung, nicht umgekehrt.

Wenn man viele bunte, schillernde Persönlichkeiten hervorbringen will, benötigt man eine vielseitige, bunt schillernde Landschaft.

Liebe Grüße
Dana



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Re: Quo Vadis, Pool Billard?

Beitragvon jaehndan » 17.01.13 16:15

@Dana

Es gibt einige Dinge, die ich durchaus unterstreiche und wo ich mit dir einer Meinung bin. So sollten beispielsweise zu viele Regularien unterbleiben und eine Verdammnis auch nicht stattfinden.

Aber ich verstehe eben einige Dinge anders. Wenn ich zum Beispiel als Verband hergehe und sage: "Das Turnier ist von uns nicht genehmigt und wenn du daran teilnehmen willst, ist das dein Recht, aber danach darfst bei uns nicht mehr spielen!" Dann ist das eben auch so! Wenn dieser Verband nicht genügend Zulauf hat, dann wird er irgendwann untergehen! In letzter Zeit wird immer nur verlangt und verlangt und verlangt. Es wird gesagt, dass man für die Beiträge zu wenig Gegenleistung bekommt usw. Das ist auch alles richtig! Aber wieso wird immer nur gemeckert? In Brandenburg haben einige gesagt: "Uns reicht es! Wir sehen uns hier nicht wieder und gründeten ihren eigenen Billardkegelverband." Viele Vereine haben zu diesem neuen Verband gewechselt. Prima!

Wenn mir persönlich die Arbeit in einem Verein nicht zusagt und ein anderer Verein das in meinen Augen besser macht, wechsel ich! Ich habe dann auch kein Problem damit, dem alten Verein zu sagen, dass sich deren Ansichten mit den meinen nicht decken und ich deswegen gehen werde. Ich würde deswegen aber nie hingehen und deren Ansichten und Vorgehensweisen in Frage stellen!

Wieso soll der Verband dafür verantwortlich gemacht werden, die "Geburtenrate" im Billardnachwuchs zu erhöhen? Dafür müssen die Vereine vor Ort sorgen!!! Mit Tips und Hinweisen kann hier der Verband "unterstützen", aber die tatsächliche Arbeit liegt bei den Vereinen! Außerdem: Ich sehe das Problem bei weitem nicht so eng wie du und einige andere auch. Ich war im Dezember bei den bayerischen Kinder- und Jugendmeisterschaften. Was ich da sehen konnte an sowohl Anzahl als auch Leistungen, war beachtlich und lässt mich die Dinge eben nicht so schwarz sehen, wie manch anderen!

Wir kommen nicht im Fernsehen? Wieviele andere Sportarten kommen das auch nicht??? Die Aussage, dass sich nen Jugendlicher nicht um Regeln schert, finde ich ehrlich gesagt nicht so toll! Ich habe ein Kind und arbeite bei der Justiz. Ich hoffe, du wirst verstehen, dass ich da eben nicht mit deiner lockeren Einstellung konform gehe(n) kann.

Auch wenn die von dir Genannten (aus meiner Aufzählung, die ich nur aus Platzgründen abgekürzt habe) "Quereinsteiger" sind und wohl nicht als Beispiel für das "Sportsystem" Billarddeutschland herhalten können, bleibt nach wie vor die Tatsache, dass sie in der "Sportsystemliga" spielen und sich dort wohl fühlen!

Ich bleibe bei meiner Meinung, dass wir sicher noch einiges verbessern können, aber dass es so dunkel um Billarddeutschland nicht bestellt ist, wie manche Äußerungen das vermuten lassen.



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ubue

Re: Quo Vadis, Pool Billard?

Beitragvon ubue » 17.01.13 16:15

Hallo Daniel,

mal wieder ein wirklich schöner Post von Dir, der zwar sehr treffend die Erfolg der Akteure unterstreicht, aber den grundsätzlich eher schrumpfenden Billardsport eher nicht betrifft.

Daher ... ist es nicht gerade wegen oder trotz unserer vielzahl an internationalen Spitzensportlern und deren Erfolgen nicht umso erstaunlicher, dass Billard als Sport in der öffentlichen Wahrnehmung so gut wie keine Rolle spielt?

Woran lag es denn, dass z. B. es nur einen Boris Becker oder einen Michael Schumacher brauchte (oder auch andere Einzelpersonen, die einen Sport zum Durchbruch brachten bzw. bringen), um in den entsprechenden Sportarten deren Big Bang auszulösen.

Bitte .. nicht wieder einfach wieder flach das Thema "RTL hat´s gefunden" vertreten (diese Aussage geht eher nicht an Dich!). Das war nur der letzte Stein einer Kette. Nein, beide Sportarten oder auch nur die Sportler haben ihre Erfolge regelmäßig veröffentlicht und dadurch wurden diese Persönlichkeiten über den Sport hinaus entwickelt.

Diese Transformation vom reinen Sport zur Persönlichkeit der Spieler ist es, die wir auch im Billard ganz gut gebrauchen könnten. Nur werden wir durch unsere Mannschaftseinstellung eher nicht erreichen. Wir - also unsere Verbandsstrukturen - setzen auch ganz oben eher auf Mannschafts- bzw. Vereinssport. Eine Person als Anhänger für eine Einrichtung zu gewinnen ist jedoch wesentlich schwieriger, als die Aufmerksamkeit auf eine Person zu lenken.

Paradebeispiel innerhalb unserer Szene und hochaktuell:
Ralph Eckert .. von vielen - auch von mir - geschätzt, aber nicht, weil z. B. ich ihn so gerne beim Billard zugeschaut habe. Auch seine sportlichen Erfolge sind zwar wichtig für seine Reputation, aber nicht für seine Beliebtheit. Diese Beliebtheit wird zumindest für mich in erster Linie durch seine Perönlichkeit definiert. Sry an dieser Stelle an "unseren" Ralph (wow, ich/wir Duzen natürlich unser Idol, obwohl ich in einem persönlichen Gespräch sicher eher mit Herr Eckert beginnen würde) für das Beispiel.

Oder auch Formel 1: Kaum ein Rennstall hat eine wirklich große Anzahl an Fans, ausser Ferrari. Anhänger sind zum größten Teil Verfolger von Personen. In jedem Land wird die Berichterstattung deshalb auf die nationalen Helden gelenkt. Erst wenn diese nicht vorhanden sind oder deren Erfolge ausbleiben, werden die national bedeutungsvollen Teams - meist behelfsmäßig - in den Vordergrund gestellt, um einen kompletten Zerfall der Anhängerschaft in einzelnen Ländern zu verhinden.

Wir - als Billarddeutschland - sind international betrachtet eine sehr erfolgreiche Nation, wenngleich auch nur durch die Ergebnisse deutscher Sportler!
Warum gelingt es uns also nicht, diese Erfolge anhaltend zu einem nationalen Berichtsevent zu machen und diese Sportler zu Persönlichkeiten über den reinen Sport hinaus aufzubauen?
Könnte es daran liegen, dass wir und unsere Verbände - übers Jahr gesehen - lieber über die Mannschaftserfolge berichten und Einzelerfolge höchstens nur in einer Vielzahl (um nicht Unzahl zu schreiben) von deutschen Meistertiteln einmalig eine Rolle spielen?

Tut mir Leid Daniel, aber ich finde schon, dass ich das System in Frage stellen darf. Muss ja nicht alles schlecht sein, was vorhanden ist. Aber an der Spitze sehe ich zumindest Potential.

In diesem Sinne.



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Re: Quo Vadis, Pool Billard?

Beitragvon jaehndan » 17.01.13 16:32

@ubue

Auch deinen Post habe ich wieder sehr gern gelesen!

Ich muss dir zustimmen, dass die mediale "Ausschlachtung" unserer Spitzenspieler noch mehr erfolgen muss und dass dies Aufgabe der Verbände mit den entsprechenden Presseabteilungen ist. Diese Kritik ist vollkommen richtig und ich habe keine Argumente dagegen!

Wobei ich aber bleibe, dass in erster Linie die Vereine und auch die öffentlichen Spiellokale die Hauptarbeit zur Nachwuchsgewinnung betreiben müssen. Das ist auch richtig so, weil die als erste und unmittelbar davon profitieren! Der Verband kann eben (siehe oben) "nur" unterstützend arbeiten.
Und ich denke, dass der tatsächliche Mitgliederschwund nicht so gravierend höher ist, als bei allen anderen Sportarten. Dies ist nen gesellschaftliches Problem, dass der Verband nicht lösen kann. Nachgewiesener Weise gehen seit Jahren die Geburtenraten zurück. Weniger Kinder = Weniger Nachwchspotential. Die Gesellschaft insgesamt vernetzt sich heutzutage eher via virtueller Realität und dies hat Folgen für die "reale" Welt. Damals: Heute Billard? Ja, wann treffen wir uns im Billardlokal/Kneipe? Heute: Bock auf Billard? Ja, wie ist dein Nick und wann treffen wir uns online?
Das ist alles nicht toll und soll keinesfalls von tatsächlich bestehenden Problemen und Verbesserungen ablenken. Es soll nur zeigen, dass es allein an den Verbänden nicht hapert und ich sogar meine, dass der Anteil der Verbände an einer m.M.n. "leicht überdurchschnittlichen" Misere nicht größer ist, als gesellschaftliche Veränderungen und (leider) auch der Tatenlosigkeit einiger Vereine...




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