PoolbillardAufbruch in eine neue Stoß-Zeit

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Highlander
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Re: Aufbruch in eine neue Stoß-Zeit

Beitragvon Highlander » 16.01.13 17:43

Wie so vieles ist es aber nicht ganz so eindeutig, wie es scheinen mag.

Normalerweise spielt man gleichzeitig an 4 Tischen. Sollte nun an irgendeinem Tisch ein Spieler der Mannschaft von Dachau(ich nehme Dachau jetzt einfach mal als anschaulichstes Beispiel, weil die Fankultur dort die ausgeprägteste ist) ein wichtiges Spiel oder sogar einen Satz gewonnen haben, wird in diesem Moment der frenetische Beifall inklusive Pauken und eventuell auch Trompeten gefeiert. An einem der anderen Tische könnte ein Spieler aber im gleichen Moment auf eine lange, schwierige, letzte Kugel zielen und den "point-of-no-return" passiert haben.
Kurz vor dem Abdrücken ballert jetzt aber z.B. die beschriebene Trommel los und er erschrickt, was sicherlich der Treffsicherheit nicht förderlich ist (und auch nicht bedeutet, das der Spieler konzentartionsschwach oder leicht angreifbar ist...er ist einfach Mensch). Besonders wahrscheinlich ist so etwas, wenn ich die Fan-Fraktion sogar noch im Rücken habe und in keinster Weise durch vorheriges Aufspringen oder Arme hochreißen der Fans eine optische Warnung erhalten könnte.
Ist mir während des Ligaspiels gegen Dachau z.B. einmal passiert, als ich gegen Ralf gespielt habe....Ball habe ich dann zwar nach erneutem Ansetzen gelocht, aber die Konzentration ist dann erst einmal gestört. Dass natürlich die Fans nicht immer alle Tische im Blick haben können, bevor sie auf die Pauke hauen oder in die Tröte pusten, ist mir auch klar. Aber hier beißt sich halt die Maus etwas in den Schwanz....


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Re: AW: Aufbruch in eine neue Stoß-Zeit

Beitragvon TomDamm » 16.01.13 17:59

Das ist halt der Unterschied zwischen Mosconi-Cup und Mannschaftsspieltag. 1 Tisch, an dem im Normalfall Ruhe herrscht, wenn gestoßen wird. Und 4 Tische im Mannschaftsspielbetrieb, wo andere Spieler auch mal masiv gestört werden können, wenn es unerwartet laut wird.
Ich hatte ein ähnliches Erlebnis in Rosenheim, beim Spieltag... Ca. 15 Fans der Rosenheimer haben für ordentlich gute Stimmung gesorgt. Alles prima! Einer meinte allerdings er muss mit solchen Kuststoffwürsten Krach machen, die man aneinanderschlägt. Er hat das bei jedem Spielgewinn gemacht, ohne Rücksicht auf andere Spieler, die grad im Stoß waren. Extrem nervig, weil man total erschrickt, wenn man damit nicht rechnet...

Es ist viel Fingerspitzengefühl erforderlich, sicherlich aber von beiden Seiten. Applaus und Stimmung sind wichtig. Künstliche Krachmacher müssen es aber nicht unbedingt sein...

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Re: Aufbruch in eine neue Stoß-Zeit

Beitragvon yamakazi » 16.01.13 18:15

@highlander und TomDamm
Ironie an:
Ihr Weicheier, geht mal in die Pihilipinnen, da lernt ihr, das man, auch wenns laut ist, gut spielen muss und wenn einen ein Moskito sticht während man zielt muss man eben den Juckreiz ausblenden.
Ihr sucht ja nur Ausreden für euer eigenes Versagen ihr Kirchengänger!
Man ist immer selber schuld, es gibt keine äusseren Einflüsse, man kann ja absetzen wenns kurz vorher knallt und wenn einem jemand mitten in den schweren Stoß läuft macht halt die Augen zu, ausserdem seid ihr selber schuld das ihr euch so nen schweren Ball überhaupt hingelegt habt!

Ironie aus... :-)

Finde Stimmung in jedem Fall passend aber wie schon erwähnt wurde, beim Mosconi Cup wird an einem Tisch gespielt und das Publikum kann, wenn es möchte dann Lärm machen wenns keinen stört.
Dann macht das ganze auch Sinn und riesen Laune!
Wenn aber 4 Tische gleichzeitig spielen wirds schwierig, wobei ich die Pooligans live erlebt habe und die haben schon aufgepasst, das sie nicht unbedingt ohne jegliche Rücksichtnahme reintrommeln!



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Re: Aufbruch in eine neue Stoß-Zeit

Beitragvon AndyD » 18.01.13 08:02

So, nachdem nun ein paar Tage vergangen sind, nachdem dieses Posting hier erschienen ist, ergeben sich mir ein paar Fragen:

Drehen wir, bzw. die DBU sich, im Kreis?
Wieso postet das hier keiner?

Wenn ich lese, dass eine Kommission gebildet wird, die die Bundesliga durchleuchten soll... Ehrlich, dann platzt mir der Kragen :boe:

Mal überlegen. Wie lange gbt es das Satz-System jetzt in den oberen Ligen? Wodurch ist es entstanden? Gab es das denn nicht schon einmal? Eine Gruppe schlauer Leute die die Pool-Bundesliga zuschauerfreundlich gestaltet haben. Ich bin jetzt zu faul hier die Forumssuche zu nutzen, aber ich denke hierzu findet man sehr schnell etwas ältere Beiträge...
Oder war da nicht sogar die Super-Idee, Bundesliga Spieltage in nem Hotel auszurichten und es aufzuzeichnen, bzw. via Live-Stream zu übertragen?

Hier komme ich mir als Spieler absolut "blöd" vor. (um es mal ganz nett zu formulieren)
Was ist die Konsequenz?
Was kann ich als Spieler erwarten?

Sollen jetzt wirklich noch die Ausspielziele verringert werden?
Oder reduzieren wir gleich von 8 auf 5 Partien? Oder wie wäre es mit 3 Partien?
Ach, wir könnten ja wieder Stoßwechsel einführen und versuchen eine Einzelsportart als Mannschaftssportart zu verkaufen....Steigert bestimmt die Teamfähigkeit. "Fans" können sich dann besser mit einem Team anstatt mit einem Einzelsportler identifizieren? :kra:
Welche Fans eigentlich?
Die Pooligans?
Wie sind die eigentlich entstanden? Waren die wirklich auf einmal da, nur weil Dachau einen Fan-Club gegründet hat? Sry, aber das braucht mir hier keiner so zu erzählen... :wan:

Bewundernswert dagegen finde ich, wie aufgrund einer solchen Zusammensetzung Leuten gratuliert wird.
Wie hier wieder davon geträumt wird, Pool-Bundesliga vor 100ten von Zuschauern zu spielen. :mue:


Aber mal kurz meine ganz bescheidene Meinung. Ich habe ein Hobby. Ich spiele Billard. Ja, richtig. Ich spiele Billard, zumindest manchmal. Sport betreibe ich auch. Ich gehe 1-2 mal pro Woche joggen und 1-2 mal pro Woche ins Fitness-Studio.
Am Wochenende, so ca. 1mal im Monat, habe ich einen Doppelspieltag. Ich spiele also Samstag gegen Mannschaft A und Sonntag gegen Mannschaft B. Jetzt fahre ich 200km und spiele vielleicht 1,5 Stunden 14/1e und 1 Stunde 10-Ball. Danach fahre ich 200km nach Hause und das gleiche am nächsten Tag. Also an einem Wochenende bis zu 800km auf ein Auto gedonnert 5 Stunden, mit "Einspielen" vielleicht 6 Stunden Billard gespielt. Also wenn es "gut" läuft, spiele ich in 2 Tagen momentan mehr Billard, als ich im Auto sitze. (Ja, bevor jetzt gemeckert wird, diese Saison durch die 5 Regionalligen haben wir Glück und müssen nicht mehr so weit fahren. Heisst aber nicht, dass das in der 1. oder 2. Bundesliga nicht so ist)
Ach, warum mach ich das eigentlich. Ach ja, ich betreibe mein Hobby. Ich will gegen gute Leute spielen und das Match soll ehrgeizig sein. Wir spielen ja um Punkte. Aber als Ergebnis bleibt einfach folgendes stehen.
Am Ende steigt die Mannschaft ab, hält sich in der Liga oder steigt sogar auf. Oder heisst Oberhausen und macht wieder Deutscher Mannschaftsmeister... :coo:
Jetzt machen wir das System Mannschaftssport im Pool also etwas zuschauerfreundlicher. Vermutlich nehmen wir dann dem einzelnen Spieler noch 1-3 Stunden Spielzeit pro Tag (je nachdem wie schnell der Spieler halt spielt, bei mir 1 Stunde und bei nem "Stoß-Roboter" der etwas mehr überlegt 3 Stunden).
Das hat aber auch Konsequenzen für den Sport. Denn ich bin mir sicher, wenn das Verhältnis der Spielzeit der einzelnen Spieler noch mehr gekürzt wird, dann hören wieder ein paar Leute auf, die aber aufgrund der Spielstärke berechtigt wären, in den oberen Ligen zu spielen.

Soweit belass ich das hier mal, obwohl ich hier wohl noch Stunden drüber schreiben könnte... :scw:

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AndyD


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Re: Aufbruch in eine neue Stoß-Zeit

Beitragvon TomHaas » 18.01.13 08:50

Danke AndyD für deinen Post in dieser Sache. Mir jucken die Finger schon die ganze Zeit.

Die Jubelstürme zu dem Beitrag sind doch darin begründet, dass es mal wieder unterschwellig gegen die DBU geht.

Eins gleich zu Anfang....Ich bin ein Pooligan!
Ich bin auch der Meinung, dass der BSV Dachau einen guten Weg bestreitet und ja sie haben einen Fanclub. Ich finde auch, dass ein Spieltag ein Event werden muss, denn Zuschauer begeistern sich nicht nur am Spiel, sondern an der Atmosphäre drum herum.

Mir ist nichts von einer Kommision bekannt, die sich in nächster Zeit trifft, aber vielleicht ist damit der Sportrat gemeint.

Wie AndyD schon aufgeführt hat, gab es verschiedenste Versuche die Bundesliga attraktiver zu machen. Hierbei war sogar die Bundesliga an der Entwicklung beteiligt, was Einzelne im Nachgang dann bestritten haben. Ich war persönlich bei den Sitzungen dabei und weiß genau wer da war.
Wenn man dann die Forensuche benutzt, wird man ganz schnell sehen, dass Leute die nun jubeln, damals jede Reform schon vor dem ersten Spieltag niedergemacht haben.

Für mich haben alle Versuche etwas gezeigt. Die Bedürfnisse der Spieler sind nicht mit einem Event vereinbar.
Stimmung ja, aber bitte nicht wenn es mich stört
Zuschauerfreundlich ja, aber bitte keine kurzen Ausspielziele
Teamplay bei Mosconi-Cup ist genial, aber bitte nicht in meinem Spiel
etc.

Einiges könnte man schon hinbekommen, wenn man nur auf einem Tisch spielt. Stimmung stört nicht, es ist zuschauerfreundlich, man hätte den Arenacharakter.
Dagegen gibt es wieder viele Einsprüche wegen eigener Tischzeit, Länge des Spieltages, etc.

Am Ende werden wir feststellen, dass sich die Einstellung der Akteure (Spieler und Funktionäre) deutlich ändern muss, bevor man Billard zu einem Event machen kann.
Dies gilt auch für Einzel und ist nicht nur für die Mannschaften so.

Wie hat AndyD geschrieben ....wir drehen uns in dieser Sache im Kreis



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Re: Aufbruch in eine neue Stoß-Zeit

Beitragvon aluonkel » 18.01.13 09:04

um das kurz klarzustellen,für mich geht es hier nicht gegen die DBU. Sondern das mir, was ich in Dachau gesehen habe,sehr gut gefällt.



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Re: Aufbruch in eine neue Stoß-Zeit

Beitragvon AndyD » 18.01.13 09:20

Mit dem einen Satz von Dir, Tom, kommen wir der Sache ja so unendlich nahe...

Die Bedürfnisse der Spieler sind nicht mit einem Event vereinbar.

Aber wieso eigentlich....aus meiner Sicht, der des Spielers, offensichtlich...

Ich spiele aus Spass am Spiel und letztlich um die goldene Ananas.
Daher habe ich das Bedürfnis, wenigstens viel zu spielen.
Daher habe ich auch das Bedürfnis, die Umgebung und damit auch die Lautstärke, mir so angenehm wie möglich zu gestalten, oder es gegebenenfalls einzufordern.

Bekäme ich nun die Gelegenheit, die Chance oder auch nur die Illusion, einen (lohnenden) Nebenverdienst aufgrund meiner Leistung am Tisch zu erwirtschaften, dann sieht die Welt plötzlich ganz anders aus. Dann will ich letztlich ein System, dass am Ende aller Tage, bzw. auf Dauer sich doch der bessere Spieler durchsetzt. Dann wird auch der Lärm für mich plötzlich zur Nebensache. Oder kurz gesagt, kommt Kohle ins Spiel, werden die Umstände auf einmal viel uninteressanter....

Aber, und auch hier mal ganz ehrlich. Ist mir als Spieler ein System lieber wo meine Leistung den Erfolg sichert oder wo meine Leistung nur zu 25% mit einfließt (Mannschaft) ???
Ich denke auch hier hat man ganz schnell die Antwort gefunden...wenn man denn danach sucht....

Wobei sicherlich 500 Euro für einen Mannschaftsmeister ein nicht lohnenswerter Nebenverdienst ist....

Und schon kommen wir wieder zurück zu einer anderen dreh Dich im Kreis Geschichte...
wie kommen wir da hin, dass sich Billard lohnt?
Mit Mannschaft oder mit Einzelsport?
Oder aus in einem anderem aktuellen Thread heraus gefragt, einem 3.BigBang???

Ganz anders aufgezogen, und ganz anders die Problematik betrachtet wäre, wenn man mal mit folgendem Satz anfängt:

Was wäre wenn?

Und direkt danach müsste man sich fragen:

Was müsste man dafür tun?

Zwei W-Fragen die unser Hobby mit Sicherheit voran treiben würden. Vorausgesetzt, man würde die Antworten in die Tat umsetzen.

Grüße aus der Pfalz

AndyD


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Re: Aufbruch in eine neue Stoß-Zeit

Beitragvon joker89 » 18.01.13 10:02

Ich finde auch, dass die Begegnungen mehr Fans und Stimmung brauchen.
Mein Vorschlag wäre auch nur an einem Tisch zu spielen. Das fokussiert alle Zuschauer auf einen Tisch und bündelt die Emotionen auf den gleiche Zeitpunkt. Worauf sich die Spieler einstellen können. Weiterhin hätte das Spielen an einem Tisch für kleiner Vereinsheime den Vorteil, dass sie mehr Zuschauer/Fans zulassen könnten.
Als Spielsystem würde ich 4 Einzel-Partien mit dem bereits schon gespielten Kurz-Satz-System ansetzen. Aber es muss einen Sieger geben! Deshalb würde ich bei Unentschieden nach 4 Einzel-Partien eine entscheidende 5. Partie (10-Ball) spielen lassen.
Dies hat den Vorteil, dass nach Spielende auf jeden Fall hohe Emotionen (positive oder negative) entstehen, die einer vielleicht längeren Anfahrtszeit der Fans gerecht werden.



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Re: AW: Aufbruch in eine neue Stoß-Zeit

Beitragvon treffgarnix » 18.01.13 10:09

TomDamm hat geschrieben:Das ist halt der Unterschied zwischen Mosconi-Cup und Mannschaftsspieltag. 1 Tisch, an dem im Normalfall Ruhe herrscht, wenn gestoßen wird. Und 4 Tische im Mannschaftsspielbetrieb, wo andere Spieler auch mal masiv gestört werden können, wenn es unerwartet laut wird.
Ich hatte ein ähnliches Erlebnis in Rosenheim, beim Spieltag... Ca. 15 Fans der Rosenheimer haben für ordentlich gute Stimmung gesorgt. Alles prima! Einer meinte allerdings er muss mit solchen Kuststoffwürsten Krach machen, die man aneinanderschlägt. Er hat das bei jedem Spielgewinn gemacht, ohne Rücksicht auf andere Spieler, die grad im Stoß waren. Extrem nervig, weil man total erschrickt, wenn man damit nicht rechnet...

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Ich bin selbst Mitglied im Billard Verein Rosenheim, und ich bin ebenso kein Freund von zu exzessivem Anfeuern. Ich persönlich finde auch, dass sich Lärm beißt mit Billard als Konzentrationsspiel, aber auch dazugehört, wenn man das Spiel eher vor einem Spaß-/ Unterhaltungshorizont sieht. Und beides hat seine Berechtigung. Und dass das für die viele Zuschauer auch spannender und kurzweiliger ist, wenn ein bisschen Krach gemacht werden darf, kann ich gut nachvollziehen.

Es sollte deshalb nach meinem Ermessen bei Ligaspielen, wo es doch in erster Linie um den sportlichen Wettkampf geht, der meines Erachtens eher Konzentrations-geprägt ist, unnötiger Lärm unterZuhilfenahme von Lärm-produzierenden Geräten verboten sein, und es sollte zumindest ein Vetorecht der Gastmannshaft oder gar eines einzelnen Spielers geben, wenn der Lärmpegel aus subjektiver Sicht zu groß ist. Man sollte hier versuchen, auf einander zuzugehen. Ich finde, das gehört zu einem respektvollen Verhalten genauso dazu, wie dass sich ein lärmempfindlicher Spieler versucht, mit einer gewissen Lärmschwelle zurechtzufinden. Wie bei allem sollte man hier die richtigen Kompromisse finden, und um auf das o. g. Beispiel von Tom Damm zurückzukehren, dabei die etremen Dinge vermeiden, wie das Aneinanderschlagen von irgendwelchen Kunsstoffwürsten, aber genauso den Zwang, keinen Furz lassen zu dürfen.



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Re: Aufbruch in eine neue Stoß-Zeit

Beitragvon Rizzi » 18.01.13 10:16

Hallo.

Also muss mann zusehen, das man eine Kombination aus angemessener Spielzeit, "Zuschauer Störungsphasen" und Spielattracktivität finden.

Da finde ich Karambol als gutes Vorbild.

2 Tische spielen gleichzeitig - Zuschauer muss nur auf 2 Tische acht geben mit dem Krach.
Gibt für jeden Spieler nur ein Spiel - hier ggf. dann höhere Ausspielziele, Wechselbreak oder was weiss ich

Spieltagdauer gesamt: geschätzte 3-5h (ab Regionalliga aufwärts) inkl. Pause zwischen den Spielen
Spielzeit für einzelne Spieler: 1-3h

Hier kommt eventuell der Spieler von der Spielzeit was zu kurz dran. Hätte aber auch den Anreiz das es nur ein Spiel gibt das "funktionieren" muss.

Ich fände diesen Ansatz interessanter.

MfG Rizzi



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Re: Aufbruch in eine neue Stoß-Zeit

Beitragvon TomDamm » 18.01.13 10:39

Und um ein Unentschieden zu vermeiden, hängt man einfach noch ein Wechselstoß-Doppel dran, bei Gleichstand. Das fände ich hervorragend!


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Re: Aufbruch in eine neue Stoß-Zeit

Beitragvon jps » 18.01.13 11:19

Und wo findet das Ganze statt?

Das ist eine Kern- und Sinnfrage. Bevor das nicht klar ist, brauchen wir nicht darüber nachdenken mit welchen Spiel- oder Satzsystemen wir uns selbst und, sofern vorhanden, das Publikum begeistern wollen.

Die Bundesliga, so wie sie jetzt ist, und auch Teile des übrigen Sportsystems sind für Publikum, Öffentlichkeit also mithin auch für gewerbliche Spiel- und Sportstätten weitgehend unbrauchbar.

Vereinsheime sind vielerorts unumgänglich, wie wir wissen. Wir wissen aber auch, dass Vereinsheime keinesfalls das Fundament und der Nährboden für einen bundesweit prosperierenden Billardsport sein können oder werden.

An der gewerblichen Spiel- und Sportstätte geht daher kein Weg vorbei!

Auch wenn’s hier tatsächlich nicht um pauschale Kritik an der DBU oder den Verbänden geht, bleibt dennoch festzuhalten, dass ein altes Manko uns permanent und immer wieder auf die Füße fällt:

Es gibt keine Kommunikation/Abstimmung zwischen Billardsport und gewerblicher Sportstätte!

Sport und Sportstätte müssen gemeinsam „Produkte“ entwickeln die den Bedürfnissen beider Seiten entgegen kommen und auch wirtschaftlich Sinn machen. Wir brauchen ein gemeinsames Businessmodell mit dem der Sport gut leben kann und das für die Sportstätte eine lohnende Ergänzung darstellt. Funktioniert das Modell, sind sofort Investoren da, die daran teilhaben wollen. Das generiert Wachstum, erregt Aufmerksamkeit und ist dann natürlich auch interessant für Sponsoren.

Dafür wird auf beiden Seiten viel bewegt werden müssen. Gelingt das, rockt der Laden sowieso von ganz alleine. Neue Kinofilme oder sonstige derartige, mutmaßlich heilsbringende, Ereignisse brauchen wir gar nicht. Ich denke wir haben alle Trümpfe selbst in der Hand. Wir müssten sie nur mal richtig ausspielen.



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Re: Aufbruch in eine neue Stoß-Zeit

Beitragvon treffgarnix » 18.01.13 11:29

jps: Genau und voll ins Schwarze getroffen !!!! Bitte engagiere die Men in Black, Blitzdingse die DBU-Führung und verpass ihnen anschließend eine Gehirnwäsche. Oder terminiere die DBU, etabliere den BVD und werde ihr Präsident, König, Kaiser, Generalhandlungsbevollmächtigter usw. Falls Du nicht schon mit denen zusammenarbeitest.

Dein Beitrag war mit Abstand das Beste, was ich bisher zu der ganzen DBU / BVD-Geschichte gelesen habe.

:spr: :anf: :sie: :bin:



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Re: Aufbruch in eine neue Stoß-Zeit

Beitragvon brennpunkt-lupo » 18.01.13 12:10

Wahrscheinlich trete ich wieder dem Einen oder Anderen auf den Schlips, aber zu dem Thema Bundesliga Poolbillard habe ich seit Jahrzehnten eine eher unpopuläre Meinung: Billard ist kein Mannschaftssport. So wie auch Tennis. Es wird immer zwei Aspekte geben, die sich aufgrund des Medieninteresses momentan beim Billard beissen: wollen die Spieler Geld verdienen oder wollen sie ihren Sport ausgiebig in der Liga ausüben. Wenn jemand Geld verdienen will, muss er erstens so richtig gut sein und zweitens ins Risiko gehen und damit auf Tour. Und zwar nicht zwischen Bad Reichenhall und München sondern zwischen Manila, Las Vegas und Sonstwo. Meiner Meinung nach will ein großes Publikum (das ja momentan eher nicht vorhanden ist) ausschließlich sehen, wer das große Preisgeld abholt, wer am Schluß im Finale die Nerven behält, und auch, wer unter dem "unmenschlichen Druck" zusammenbricht. Warum sonst sollte jemand sich eine Pokerübertragung ansehen, wo sich stundenlang irgendwelche Typen (das ist jetzt positiv gemeint) am Tisch gegenübersitzen und böse oder unbeteiligt anschauen? Da ist ja wohl für den Aussenstehenden der Unterhaltungsfaktor ähnlich hoch wie bei einem Wettstricken. Oder halt bei Poolbillard :scw: .

Meine Meinung: Wollen wir Poolbillard ins Fernsehen und in große Hallen bringen, wird das mit dem, was seit 25 Jahren als "Mannschaftssport" in Deutschland läuft, niemals funtionieren, egal wie lang die Sätze sind oder wie verschroben wir das Regelwerk ändern. Verkaufen kann man einem Nicht-Billard-Spieler nur sowas wie es z.B. in Freising bei den 29 Open passiert: Do-or-die-Modus, das Aussenherum perfekt mit Moderation, Sideevent und Stimmung und Familienanbindung und Heiratsantrag, aber ohne "Ich bin ein C-Promi, komm zock mit mir Schlag den Raab Blödsinn". In Freising wird nicht Mannschaft gespielt, sondern "Pool ist Show" geboten (Agassi, ich hoffe Du hast da kein Copyright drauf...)


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Re: Aufbruch in eine neue Stoß-Zeit

Beitragvon brennpunkt-lupo » 18.01.13 12:16

Oha, jetzt habe ich um 11 angefangen, meinen Sermon auszubreiten, dazwischendrin die kranke Tochter bespielt und dann schreibt da zwischenrein glatt der jps fast dasselbe! Dann bin i ja doch ned alloa! :abk:


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